Woran erkennt man krankhaften Haarausfall bei Frauen?
Insgesamt sind etwa 10 bis 15 Prozent aller Frauen vom genetisch bedingten Haarausfall betroffen
Wenn Haare öfter im Duschsieb oder in der Bürste hängen bleiben, müssen Sie nicht gleich in Panik geraten. 80 bis 110 Haare pro Tag zu verlieren ist für Frauen völlig normal. Kritisch wird es erst, wenn über Wochen mehr als 110 Haare täglich ausfallen. Dabei muss man zwischen zwei Arten von Haarausfall unterscheiden: 1. Es fallen täglich verstärkt Haare aus, man sieht es aber nicht. Diese Haare befinden sich in der so genannten Ruhephase und werden nicht mehr von der Wurzel versorgt (so genanntes telogenes Effluvium). Dieser Haarausfall ist meist harmlos und reguliert sich im Laufe der Zeit wieder. 2. Die Haarmenge wird nach und nach sichtbar weniger, ohne dass besonders viele Haare ausfallen (Alopezie). In diesem Fall regelt sich das Nachwachsen nicht von allein. Lichten sich die Haare, sollte man auf jeden Fall beim Dermatologen den Zustand der Haarwurzeln mit einer Haarwurzel-Analyse (Trichogramm) untersuchen lassen. Dabei kann man unter dem Mikroskop die Wachstumsstadien der Haare erkennen und einen normalen von einem beschleunigten Zyklus unterscheiden. Befindet sich die Mehrzahl (mehr als 80 Prozent) in der Wachstumsphase, ist alles in Ordnung. Befinden sich die meisten Haare aber in der Ruhephase, stimmt in der Regel etwas nicht.
Welche Ursachen gibt es für Haarausfall?
Haarausfall ist oft jahreszeitlich bedingt (telogenes Effluvium), häuft sich vor allem im August und September. Experten vermuten, dass intensivere Sonneneinstrahlung die Ursache hierfür ist, allerdings gibt es dafür noch keine Beweise. Der Haarausfall dauert ein paar Wochen und bessert sich danach wieder. "Er kann aber auch mit Eisenmangel, einer Störung der Schilddrüse oder Krankheiten mit hohem Fieber wie Malaria oder Grippe zusammenhängen. Dann zeigt sich der Haarausfall erst zwei bis vier Monate später. Stress dagegen spielt kaum eine Rolle", sagt Professor Dr. Hans Wolff, Leiter der Dermatologischen Klinik und Haarsprechstunde der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Andere mögliche Auslöser für Haarausfall: bestimmte Medikamente (z. B. Cholesterinsenker) oder Crash-Diäten. Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) steckt vermutlich eine Fehlreaktion des Immunsystems dahinter. Am häufigsten ist jedoch erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie). Wenn die Mutter betroffen ist, muss die Tochter auch damit rechnen. Er entsteht, wenn die Haarwurzeln auf eine besonders aktive Form des männlichen Geschlechtshormons (DHT = Dihydro- Testosteron) überempfindlich reagieren. Dieses Hormon wird auch im weiblichen Körper produziert. Typisch: Die Haare lichten sich vor allem im Scheitelbereich. (Im Unterschied zum Mann, bei dem sich Geheimratsecken oder eine kahle Stelle am Oberkopf herausbilden.) "Insgesamt sind etwa 10 bis 15 Prozent aller Frauen vom genetisch bedingten Haarausfall betroffen", schätzt Professor Wolff. "Bei der Hälfte entwickelt er sich oft erst nach der Menopause."










