Alt und grau kannst du werden, aber nicht frech", scherzte mein Vater, einst ein eleganter Mann mit grauen Schläfen, immer. Ich bin tatsächlich alt und grau geworden, frech war ich sowieso immer. Und ich habe der Versuchung widerstanden, meine sich ab 50 langsam versilbernden Haare zu färben. Auch wenn Frauen wie Iris Berben, Andy McDowell und neuerdings Diane Keaton begeistert für gewisse Haarfärbeprodukte werben, die versprechen: "Deckt die ersten grauen Haare ab", so als wäre es eine schleichende Krankheit. Was sehr viele Frauen so sehen. "Nein, ich bin noch nicht bereit, mich als alte grauhaarige Frau zu sehen!", sagt meine Freundin. Nur machen dunkel gefärbte Haare nicht unbedingt jünger. Und die störrische Behauptung der fanatischen Färberinnen, dass man nicht sieht, dass graue Haare überfärbt sind, ähnelt derjenigen, dass man nicht gespritzte Lippen, Brustvergrößerungen und zu weiße Zahnkronen erkennen kann. Und sie ist natürlich falsch - finde ich.
Die Gesellschaft ergraut langsam, denn es gibt mehr Alte als Junge. Ablehnung oder Akzeptanz dieses Zustandes hat sicherlich auch etwas damit zu tun, wie man grau wird. Da gibt es die subtil Silbrigen, deren Haare einfach langsam heller und grauer werden, in hübschen natürlichen Strähnen. Und zwar genau die, die man sich früher in mittelblonde Haare mühsam einfärbte. Dann gibt es die Salz-und-Pfeffer- Grauhaarigen, total elegant. Oder die mit der einzelnen Dachs-Strähne im dunklen Haar. Sehr distinguiert.
Graue Haare färben - warum eigentlich?
Der Jugendkult wird zu Recht beklagt. Grau zu werden ist ein natürlicher Zustand, unterliegt nicht unserer Kontrolle und verrät etwas über unser Alter. "Ich bestimme selbst, wie alt ich bin", trumpfen viele Frauen auf und sehen Haarefärben als Emanzipationsakt. Permanent jung und hübsch auszusehen, so als wäre man in einer Zeitzone eingefroren, ist deshalb heute zu einer anstrengenden Obsession geworden, die Stress macht (und vermutlich noch mehr graue Haare produziert). Und immerzu die Möglichkeit zu haben, dem rasch voranschreitenden Alter mit einer Armada von eigentlich gewalttätigen Zeitstoppern beikommen zu wollen, stiehlt genau die Zeit, die man jetzt ab 50 als kostbarer denn je empfindet. Die amerikanische Schauspielerin Jamie Lee Curtis, 48, hatte mit 40 Jahren genug von der Färberei. "Ich fand es einfach beschämend, derartig viel Zeit unter diesem hässlichen Frisierumhang zu verbringen." Seitdem trägt sie Grau und Kurz, und alle lieben sie dafür. "Ich empfinde es als unglaubliche Freiheit, so etwas Unnatürliches wie Haarfärberei aus meinem Leben zu streichen."












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am um
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lisbeth
am 17.05.12 um 16:37
bin eine ungefärbte, braunmelierte, Grauhaarige (49) und dies seit ca. 10 Jahren, mit einem, wie man mir immer wieder sagt, sehr jungen Gesicht dazu, was zu Irritationen führt. Ich bin grundsätzlich friseurfaul, also nur einen guten Schnitt alle 2-3 Monate, deswegen eine "neue" Haarfarbe praktisch unmöglich. Die ganzen schon genannten Sprüche meiner Vorrednerinnen, von "Du bis aber mutig", "Wirst schon ganz schön grau"... kenne ich ich zur Gänze und ärgern mich immer noch. Die positive Sichtweise der Männer kann ich nicht bestätigen, attraktiv ja, sexy eher nein. Auch bei der Jobsuche möchte ich behaupten, dass grauhaarige 40- jährige, bei gleicher Qualifikation, deutlich weniger Chancen haben auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch, als ihre blondierten oder brünetten Kolleginnen. Und hier ist es dann auch gleich gar nicht mehr so lustig. Ein Punkt noch: es ist schön, aufzufordern zur Natur zu stehen, aber das muss dann auch ohne Rot auf den Lippen und Wimperntusche
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jule-kira
am 04.04.12 um 22:23
schön wären auch Tipps wie man von einer einmal angefangenen Färberei wieder zurück zum Nichtfärben kommt... Wie umgeht man den weißen Streifen der immer breiter wird in kastanienbrauen Haaren *grübel
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eq
am 24.02.12 um 18:13
Voll Erstaunen und Interesse betrachtete ich mit 23 Jahren auf meinem Kopf mein erstes graues Haar. Es war anders als alle anderen und für mich etwas besonders. Mit der Zeit gesellten sich unzählige seiner Art hinzu. Die Jahre vergingen und mit ihnen alterte ich, sammelte Erfahrungen und reifte zur Persönlichkeit im Abenteuer des Lebens. Wenn feine im Licht glitzernde Spinnfäden, mit Tautropfen wie aufgereihte Perlen, die Natur schmücken sprechen wir vom Altweibersommer. Meine Assoziation, eine hübsche und zugleich zerbrechliche Symbolik zu silbernen Haaren im menschlichen Lebenslauf.
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ce
am 24.02.12 um 07:36
Wenn das Ergrauen mit 50 anfängt, ist es natürlich und sicher akzeptabel. Wenn man aber bereits mit Mitte 20 zunehmend ergraut ist es das Grauen schlechthin. Wenn dann man dann noch von der Außenwelt angestarrt wird und mit Kommentaren bombardiert wird ('Du bist aber grau geworden!!!' oder 'schaut mal wie grau unsere ... ist' wenn man die Tönung wegläßt) oder mehr als 10 Jahre älter geschätzt wird hört der Spaß auf und man greift ergeben zur Chemie... Mit Anfang 40 auf dem Kopf wie 70 auszusehen paßt nicht und das hat nichts mit Jugendwahn zu tun. Man will nicht jünger aussehen sondern nur so alt wie man wirklich ist.
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alicja
am 12.02.12 um 18:14
Endliche ...ich will auch meine graue Haare :)
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Rea
am 30.08.11 um 18:48
Ich bin ein 62jähriges steißbeinlanges Langhaar mit der Haarfarbe "dark shiny silver". Ab Anfang 50 liess ich die Färbung "kalt" rauswachsen. Nun bin ich sehr glücklich mit meinen langen Haaren UND meiner wunderbaren Haarfarbe.
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ruby
am 19.01.11 um 17:27
Sorry, mir gefallen graue Haare nur an Ü70 Damen - sonst machen sie farblos, unsichtbar und sehen trist aus. Sind die grauen Haare lang und haben kein Volumen/Glanz mehr, wirken sie schnell hexenartig. Ganz schlimm: weiße Haare mit knallrotem Lippenstift - möglichst noch in Verbindung mit dicken, schwarzen Lidstrich - das lässt die Falten nur noch mehr hervortreten und macht nocht älter, ähnlich wie die quietschrote Bluse dazu oder ein fuchsiafarbener Pulli.
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maria
am 10.12.10 um 00:12
Geht es um Haare oder geht es um Attraktivität? Attraktivität ist im Gesicht!!!
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Christina Maggio
am 28.10.10 um 14:36
Zum Färben hat mich eigentlich immer mein Frisör überredet, bis ich ihn gewechselt habe und ich anfing, mich gegen Färben zu wehren, das war so um die 50. Den Übergang habe ich mit ständigen Schnitten und leichten Töungen überbrückt. Jetzt sind meine Haare "Salz+Pfeffer", was ich eigentlich nicht so gerne habe, deshalb ist mir die Idee gekommen, nicht viele aber ganz helle und sehr feine Strähnchen einfärben zu lassen. Das sieht toll aus, besonders im Sommer, wenn man braun ist.
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hsm
am 26.08.10 um 23:12
@nora. Moment mal. Habe ich das richtig verstanden, dass du dich mit 36 zu jung fuer graue Haare fuehlst, und Faerben deshalb fuer dich in Ordnung ist, aber dass man ab 50 ruhig grau werden darf, denn da ist man schon so alt, dass Grau gut genug ist?
mehr (17)Wer sich einmal tolle graue Haare gegen gefärbte Schöpfe ansehen möchte, kann einmal hier schauen:
http://goinggraylookinggreat.com/index.php?/great_grays/article/where_are_they_now/
Einziger Vorteil: grau ist ökologischer, man tut sich und der Umwelt die schädliche Farbe nicht mehr an. Graues Haar glänzt übrigens weniger als gefärbtes und ist strohiger...
Ich lasse mir noch ein paar Jahre Zeit, um in Anstand und Ehre grau zu werden...
Habe selbst mit 38 das Färben beendet und wurde danach von Kolleginnen tagelang NICHT angesprochen, aber sehr angeschaut. Danach kamen bewundernde Kommentare über den angeblichen Mut und ganz viele leidensgeschichten. Ich ließ die Haare entfärben und kam nach dem Urlaub sehr meliert zurück :-) Von den vielen männlichen Kollegen kam keine einzige kritische oder halb kritische Bemerkung sondern, wie Sie im Artikel schreiben nur - ist auch gut bis sieht klasse aus.
Habe es nie bereut und außerdem, wenn man älter wird und die Haare dünner werden, sieht man die Kopfhaut nicht so kontrastierend :-)
ABER - für mich entscheidetdas Gesicht über die Wirkung der grauen Haare.
hsm. Die Echte