Hautpflege

Nachtpflege: Schlafen Sie gut!

Egal, wie aufgeweckt wir nachts sind - unsere innere Uhr will, dass wir ruhen. Denn nachts, während wir schlafen, ist die beste Zeit zum Regenerieren, auch für unsere Haut. Eine gute Nachtpflege kann ihr dabei helfen.

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Menschen tun es. Mäuse tun es. Flusskrebse tun es gern auf der Seite liegend. Sogar die Larve des Fadenwurms - ein Organismus, der aus gerade mal 959 Zellen besteht - gibt sich neuerer Forschung zufolge ab und an dem schönsten Zeitvertreib der Welt hin: schlafen. Als Mensch hat man es besonders gut, denn wir können uns abends ganz gemütlich in weiche Kissen kuscheln. Wie herrlich ist das: langsam die Schwere der Augenlider spüren und einfach wegdösen. Beim armen Delfin dagegen müssen die Gehirnhälften aus überlebenstechnischen Gründen nacheinander Nickerchen machen. Doch auch wir sind höchst aktiv, während wir tief schlafen. Die Hirnanhangdrüse schüttet ein Wachstumshormon aus, und die körpereigenen Reparaturmechanismen laufen jetzt auf Hochtouren: Das Immunsystem erzeugt neue Abwehrzellen, die Haut erneuert sich, Haare wachsen. Leptin, ein körpereigener Appetitzügler, sorgt dafür, dass wir - zumindest normalerweise - nicht mitten in der Nacht vor Hunger aufwachen und den Kühlschrank plündern. Und unser Gehirn lernt buchstäblich im Tiefschlaf, denn neues Wissen wird erst jetzt im Langzeitgedächtnis abgespeichert. "Schlafentzug macht dumm", sagte daher schon der amerikanische Pionier der Schlafforschung, William C. Dement. Dass Schlafentzug auch der Schönheit nicht gerade förderlich ist, wissen dagegen alle, die schon mal nach einer durchwachten Nacht zerknittert, bleich und mit Augenringen vor dem Spiegel gestanden haben.

Was macht die Haut nachts?

Während sie tagsüber eher auf Abwehr gegen UV-Strahlung und Umweltbelastungen eingestellt ist, ist der nächtliche Schlaf die Zeit für Reparaturprozesse und Zellerneuerung. "Abhängig von der Tageszeit schwanken auch der Feuchtigkeitsgehalt, der pH-Wert, die Hauttemperatur und die Aktivität der Talgdrüsen", sagt Prof. Dr. Christiane Bayerl, Leiterin der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Wiesbaden. So ist gegen Mitternacht die Talgproduktion an der Gesichtshaut am niedrigsten, deshalb dürfen Nachtcremes ruhig ein wenig reichhaltiger sein. Auch über eine Portion Feuchtigkeit freut sich die Haut am Abend, denn tagsüber hat sie viel davon abgegeben - die Hautbarriere ist tagsüber deutlich durchlässiger als in der Nacht. "Pflegeprodukte mit reparierenden Anti-Age-Wirkstoffen sind in der Nacht, während wir schlafen, besonders sinnvoll, da die Haut jetzt ganz besonders mit Regeneration und Kollagenaufbau beschäftigt ist. Es lohnt sich daher, sie dabei zu unterstützen", sagt Dr. Barbara Ritter, langjährige wissenschaftliche Leiterin der Kosmetikmarke Vichy. Cremes, die vor allem auf den antioxidativen Effekt setzen - zum Beispiel mit Kombinationen von Vitamin C und E -, empfiehlt Dr. Ritter dagegen für tagsüber, da sie vorbeugend bei der Abwehr von UV-Strahlen und anderen schädlichen Umwelteinflüssen helfen.

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  • Fotos: Bettina Lewin
    Produktion: Merle Rebentisch
    Text: Sonja Niemann
    Haare und Make-up: Eva Hennings/Close up
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