Kosmetik-Klassiker

Pflege-Cremes, die wenig kosten

Manche Frauen schwören auf Pflege-Cremes, die es schon vor 50 Jahren gab. Zu Recht: Neue Studien zeigen, dass bewährte Kosmetik-Klassiker viel mehr können als erwartet.

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Hightech-Wirkstoffe? Exotische Pflanzenextrakte? Luxus-Feeling? Meine Freundin Dagmar pfeift drauf und benutzt seit mehr als zehn Jahren die gleiche Creme. Eine, die es in jedem Drogeriemarkt gibt und von der auch ein Riesentiegel nicht mehr als 3,50 Euro kostet. Sie nimmt sie fürs Gesicht und findet es ausgesprochen praktisch, dass sie ebenso gut als Handcreme taugt. Dagmar liebt ihre Creme, sie würde nie eine andere benutzen, und ja, ich gebe zu, ich hab sie ab und zu schon belächelt deswegen. Schließlich bemühen sich Heerscharen von Kosmetikforschern Tag für Tag darum, herauszufinden, was uns jünger und schöner aussehen lässt. Aber Dagmar interessiert das nicht. Und wenn ich mir ihr Gesicht genau angucke, muss ich zugeben: Ihre Haut sieht trotzdem glatt und prall aus und hat sich seit Jahren kaum verändert. Genau wie die Creme, die sie benutzt. Vielleicht können relativ einfache, bewährte Cremes ja doch mehr, als man so denkt?

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, dass die Lieblingscreme meiner Freundin Glycerin enthält. Dieser Stoff ist in fast jeder Creme zu finden, und das aus gutem Grund: Er bindet sehr gut Wasser, so dass sich die Haut sofort glatter anfühlt. Außerdem ist noch Jojobaöl enthalten, ebenfalls eine bewährte Kosmetik-Zutat: Wie viele natürliche Pflanzenöle ähnelt es den Hautfetten und hilft so, die Hautbarriere aufrechtzuerhalten. Die Haut trocknet nicht aus und ist gegen Staub, Pollen und Schmutzpartikel aus der Luft geschützt. Damit hat die Creme schon mal ihre wichtigsten Aufgaben erfüllt.

Gute Wahl: Pflege-Cremes mit Urea und Nachtkerzenöl

Gut möglich, dass Dagmars Creme sogar noch mehr kann als das. Denn die Kombination aus Fetten, die denen der Haut ähneln, plus Wirkstoffen, die die Feuchtigkeit festhalten, scheint sehr effektiv zu sein: Erst kürzlich hat eine Untersuchung im Auftrag der Pflegemarke "frei" am Institut für Umweltmedizinische Forschung an der Universität Düsseldorf gezeigt, dass eine Creme mit feuchtigkeitsbindendem Urea (Harnstoff) und Nachtkerzenöl die Haut nicht nur oberflächlich befeuchtet, sondern auch die Zellen dazu anregt, selbst wieder mehr Fette zu produzieren. Genauer gesagt: Ceramide herzustellen, die wie Mörtel zwischen den Hautzellen sitzen. Ist dieser Mörtel intakt und lückenlos, ist die Haut besser vor Kälte, Wind und allergieauslösenden Stoffen geschützt, sie verliert weniger Feuchtigkeit, fühlt sich besser an und sieht praller und glatter aus. "Offenbar wirkt Urea auf die Gene in den Hautzellen", sagt Dr. Martina Till vom frei-Hautforschungsinstitut. "Es regt die Zellenzyme an, Ceramide zu produzieren."

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  • Text: Martina Behm
    Credit: demypic/istockphoto
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