Design

Conran - der Design-Clan

Conran Design kennt in England jedes Kind. Terence Conran und seine Kinder entwerfen Möbel, Mode, Accessoires, Porzellan oder haben Restaurants. Sebastian versucht nebenbei auch den Geschmack der Deutschen conranisieren.

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Kreativität - alles eine Frage der Gene? Im Fall der Familie Conran liegt der Verdacht nahe. Denn wie der Vater, so die Kinder: Terence Conran hatte 1964 die Ladenkette Habitat eröffnet, um modernen Menschen zeitgenössisches Design zu günstigen Preisen anzubieten. Seitdem ist der Designer eine Art nationale Geschmacksinstitution und inzwischen auch ein erfolgreicher Gastronom.

Während sich seine Söhne Sebastian und Tom jeweils für ein Metier entschieden haben - der eine macht Produktdesign, der andere hat vier Restaurants im angesagten Londoner Stadtteil Notting Hill -, leben Jasper und Sophie gleich mehrere Talente aus: Er ist Modedesigner, geschätzt schon von Lady Di, entwirft Porzellan für Wedgwood und kreiert Parfüms; sie arbeitet als Innenarchitektin, backt köstliche Pies für Lidgates, designt das passende Geschirr und schreibt Kochbücher.

Während den Namen Conran in England so ziemlich jedes Kind kennt, hat sich die britische Designdynastie in Deutschland bislang schwergetan. Conran Shops, im Stilwerk in Hamburg und in Berlin, wurden nach kurzer Zeit wieder geschlossen. Doch Sebastian Conran gibt nicht auf, den deutschen Markt zu erobern: Für Tchibo gestaltete er 2008 mit seinem Vater eine Küchen- und Badserie, Deko-Artikel sollen folgen.

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Für die Bad Driburger Marke Leonardo hat der 55- Jährige eine Porzellan- und Glasserie entworfen. Die Inspiration für die Teller, Schüsseln und Gläser, die wirken, als hätte Wasser sie abgeschliffen und gerundet, fand Conran sowohl in der Natur als auch in der asiatischen Esskultur. "Es ist alles eine Frage der Qualität und des Genusses", sagt Conran. "Ich bin davon überzeugt, dass man ein Essen mehr genießt, wenn es stilvoll, vielleicht auch mit einem Augenzwinkern, arrangiert wurde." Sein Vorbild ist Dieter Rams. Der war als Designer der Marke Braun schon in den 50er Jahren gleichermaßen stilbildend und massentauglich. Die Philosophie - Nützliches soll schön sein und Schönes nicht teuer - ist auch Conrans Leitmotiv.

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  • Fotos: Jean Cazalz, Getty Images
    Text: Uta Abendroth
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 22/08
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