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1. Kapitel: Paddington schafft das schon/Notting Hill
",Was? Hier im Bahnhof soll ein Bär sein?' Mrs Brown musterte ihre Mann erstaunt. ,Unsinn, Henry. Hier gibt es doch keine Bären!' Mr Brown rückte seine Brille zurecht. ,Einen schon', behauptete er, ,ich habe ihn nämlich gerade gesehen. Er hat so einen komischen Hut auf.'" – Michael Bond: "Paddington, unser kleiner Bär", 1958
Es gibt keinen besseren Begleiter für den Londoner Touristen als den Bären aus dem dunkelsten Peru, der eines Tages von Familie Brown auf dem Bahnhof Paddington gefunden wird. Denn wie der Fremde muss auch der nach dem Bahnhof benannte Bär alles neu erkunden. Jedes Kapitel eröffnet einen neuen Aspekt des British Way of Life, egal, ob es sich um den Besuch eines Kaufhauses oder einer Theatermatinee handelt, bei denen Paddington von einer Katastrophe in die andere stolpert.
Paddington ist Britanniens sympathischster Botschafter - auch 50 Jahre nach seiner Erfindung. Natürlich gibt es auf dem Bahnhof Paddington ein Denkmal für ihn. Verschwunden sind zwar die herumeilenden Gepäckträger und der Rauch der Dampfloks, doch Paddington sitzt ungerührt auf seinem Koffer zwischen Sushi-Bars und Donut-Shops, die bronzene Nase von unzähligen Kinderhänden blankgestreichelt.
Ein paar U-Bahn-Stopps entfernt liegt Notting Hill, wo Paddingtons Adoptivfamilie laut Michael Bonds Beschreibung unweit der Portobello Road lebt. Allerdings wohnen dort in den gepflegten Reihenhäusern, die wie im Buch eine weiße Eingangstreppe und eine grüne Holztür haben, heute keine Mittelschichtsfamilien mehr. Notting Hill ist ein teurer In-Stadtteil geworden - hier kann es passieren, dass beim Bioladen an der Ecke neben einem Claudia Schiffer ihre Kartoffeln auf die Waage wirft.







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