Es war eine verheiratete Freundin, Ende 40, die mit ihrem vierten Kind schwanger war. Wir befreundeten Mütter und Nichtmütter fanden diese vielen Schwangerschaften "übertrieben" und haben auch kräftig gelästert. Bis sie mir bei einem letzten Treffen vor der Entbindung ganz direkt in die Augen blickte - es lag eine Spur Mitleid im Blick - und sagte: "Ich kann nicht verstehen, wieso man ein Leben ohne Kinder überhaupt wollen kann." Normalerweise empfand ich Mitleid mit Müttern in meinem Alter, besonders mit den nervösen und gestressten, die zu Hause öfter an mauligen, türenknallenden Teenagern verzweifelten und uns mit neidischen Augen zu betrachten schienen. Jetzt spürte ich eine Faust in der Magengrube und kam mir für einen Moment vor wie eine Falschspielerin, die mit gezinkten Karten erwischt wurde - zu alt für ein Kind.
Bin ich damals zu weit vorgeprescht, kläglich gescheitert?
Weil sie keine Kinder wollten, weil der passende Moment oder Mann fehlte, der mitmachen wollte, weil die Karriere wichtiger oder das Leben gerade so herrlich spontan und komplett ausgefüllt war - die Hauptgründe, warum viele Frauen zwischen 45 und 60 keine Kinder haben. Ja, und eines Tages war dann die biologische Uhr abgelaufen, ein letzter verzweifelter Babyversuch vielleicht noch bei einigen, aber für den Rest galt das Thema dann auch als abgehakt. Oder? Mich hatten nun späte Zweifel eingeholt. Woher kam die plötzliche Trauer über einen scheinbaren Verlust, den ich bisher nie so empfunden hatte? Bin ich vielleicht damals zu weit vorgeprescht und war letztendlich bei dem Versuch, dem typisch weiblichen Los der Mutterschaft ein Schnippchen zu schlagen, kläglich gescheitert? Und wo hatte sich der Kinderwunsch, sollte ich ihn denn heimlich gehabt haben, bloß versteckt, als ich jung war?
Rückblick 60er und 70er Jahre. Ja, sicher, eine Wahnsinnszeit, sexy, laut und frei. Aber sich als junge Frau in einer derart ungezügelten Epoche zurechtzufinden war gar nicht so einfach. Für alles gab es neue Rezepte, andere Fragestellungen, und viele in der neuen Frauen-Generation glaubten, ein Leben ohne Kinder sei revolutionärer und unabhängiger. Ich hatte damals keine eindeutigen Antworten auf die Frage, was Mutterschaft wohl bedeuten könnte. Pflicht, Zeitvertreib, Möglichkeit, Flucht oder Fluch? Oder sogar Glück? Nee, jedenfalls nicht für mich, denn so richtig glücklich sah das Konzept der Kleinfamilie ja nun wirklich nicht aus.












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am um
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Kessi
am 25.04.12 um 16:38
werde jetzt 41 und kann es selber nicht fassen. So Mitte 20 dachte ich, ach ja habe ja noch Zeit. Ende 20 dachte ich, entweder ich bleibe noch in dem Job und Heirate u.s.w. oder ich muss berufliche was machen.
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Lizzi
am 10.04.12 um 19:59
Wir sind ungewollt kinderlos und haben eine Zeit großer physischer, psychischer und finanzieller (Kinderwunschbehandlungen sind sauteuer!) Belastungen hinter uns (auch Zeiten in denen ich am liebsten von einer Brücke gesprungen wäre). Langsam finden wir und damit ab und können unserem Leben wieder positive Seiten abgewinnen. Trotzdem nervt es mich, immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt zu sein aus Egoismus keine Kinder zu haben. Mich hat der Satz im Artikel sehr angesprochen in dem gefragt wird, ob es unserer Gesellschaft eigentlich um Menschenproduktion oder um Menschenliebe geht. In meinem Beruf begleite ich benachteiligte Jugendliche auf ihrem Weg ins Leben und erlebe leider immer wieder, dass Erziehung , Bildung und chancengleichheit bloß nichts kosten sollen.
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Anno Nym
am 05.04.12 um 12:25
@Tanii
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Tanii
am 05.04.12 um 00:51
Knapp über 40 frage ich mich, ob ich noch ein Kind bekommen sollte (und könnte) oder besser nicht mehr. Bin z. Z. Single und in einer festen Anstellung. Kinder finde ich toll und ich komme gut mit ihnen zurecht.
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Susanne
am 14.03.12 um 23:52
Es ist wichtig, dass es auch Frauen gibt, die ihr Energie und Schaffenskraft in Bereiche jenseits von Kindern und Ehemännern investieren - davon profitieren langfristig alle Frauen.
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Susanne
am 14.03.12 um 23:46
Liebe Frauen, konzentriert euch in erster Linie auf euch und euren Beruf. Die Zeiten sind vorbei, in denen Frauen gesellschaftlich dazu verpflichtet waren, sich für Kinder und Ehemänner aufzuopfern. Gut dass es auch Frauen gibt, die sich von diesen traditionellen Zwängen lösen und emanzipiert nach vorne streben. Sie sind diejenigen, die langfristig die gesellschaftliche Situation der Frau verbessern können, indem sie z.B. in Wirtschaft und Politik wichtige Positionen einnehmen und somit Einfluss nehmen können. Dass diese klugen, fortschrittlichen Frauen von merkwürdigen Kampfmüttern angegriffen werden, ist sehr rückständig. Auch die Prophezeihung eines traurigen Daseins, das diese erfolgreichen, kinderlosen Frauen später einmal fristen werden, scheint eher eine Projektion der eigenen Ängste dieser Kampfmütter zu sein. Es ist wichtig, dass es auch Frauen gibt, die ihr Energie und Schaffenskraft in Bereiche jenseits von Kindern und Ehemännern investieren - davon profitieren
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Katrin
am 12.03.12 um 15:40
Ich glaube unsere Gesellschaft, aber auch wir Frauen haben einfach ein Problem damit zu verstehen oder einzusehen, dass ein Leben ohne Kinder genauso O.k ist, wie mit Kindern. Auf beiden Seiten liegen Potentiale, es liegt also an jedem einzelnen von uns für was wir uns entscheiden. Wir haben endlich die Wahl zu sein und zu werden was wir sein und werden wollen. Die eigene, weibliche Identität jenseits von Kinderwunsch zu entwickeln ist auch etwas Wunderbares und legitimes, genauso, wie eine Entscheidung für Kinder. Wir müssen als Gesellschaft lernen beide Lebensentwürfe, als gleichwertig zu akzeptieren und zu respektieren. Vorwürfe und gegenseitiges Anfeinden bringt uns, als Gesellschaft nicht weiter.
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Sonnenschein
am 28.02.12 um 15:05
Ich erlebe jetzt Manager-Männer (40-50 Jahre), die alles gehabt haben, nur noch keine Familie. Und diese Männer wollen natürlich keine 20jährige, die noch vom Deutsch-Leistungskurs erzählt, sondern eine Frau in ihrem Alter - aber mit akutem Kinderwunsch!
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Hermine
am 14.01.12 um 20:05
@MK6253
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sorrynoch1Kommentar
am 19.12.11 um 15:02
Ich bin froh dass Frau Reichel diesen Artikel geschrieben hat. Vor allem das was auf Seite 4 steht habe ich fast genauso empfunden. (Außer das mit Kämpfe, Weltaufdenkopfstellen und Angst vor Selbstaufgabe, da bei mir andere Voraussetzungen)
mehr (19)Ich habe mich nochmal für Schule entschieden die ich auch sicherlich Heute nicht bereue. Hatte auf der Schule einen Neuen kenne gelernt. Ich hatte mir lange keine großen Gedanken gemacht über Kinder. Die heutigen Zeiten finde ich schlimm genug und denke oft die armen Kinder was die alle durchmachen müssen. Aber trotzdem tut es weh wenn man gefragt wir "warum man keine Kinder möchte/hat" Du wirst angeschaut als ob man von einem anderen Stern kommt. Diese Erklärungen sind sehr anstrengend. Ich weis auch Heute nicht genau ob es jetzt ok ist, dass ich keine will. Es ist unheimlich schwer gerade, da ich auf der einen Seite neidisch bin auf den anderen will ich doch gar nicht. Hab nur Angst, dass dieser Kinderwunsch doch noch kommt, aber ü 40 ich denke nicht (-:
Ich haette mich wahrscheinlich von einer Bruecke geworfen, wenn das mit den Kindern nicht geklappt haette. Ich hatte jahrelang schlimme Depressionen und das Einzige, was mich am Leben gehalten hat, war die Aussicht darauf, irgendwann Kinder zu bekommen und denen ein schoenes Leben zu geben.
Jetzt hab ich Kinder und war noch nie so gluecklich in meinem Leben.
Fuer mich gibt es nichts Schoeneres, als jemanden zu haben, fuer den ich sorgen kann.
Ich hoffe, dass ich den Kindern eine gute Mutter bin und mein groeszter Wunsch ist, dass sie ein langes, glueckliches und anstaendiges Leben fuehren.
Ich weiss, dass nicht jede Frau so tickt. Aber wenn du wirklich Kinder willst, solltest du es es auch durchziehen.
Warum ich nicht früher eins bekommen habe? Ich hatte nie einen Freund, der eins wollte und "andrehen" wollte ich auch niemandem eins.
Was mich an der Mutter-Nichtmutter-Diskussion nervt: Ich selbst und etliche Frauen, die ich kenne, haben KEINE KARRIERE gemacht, sondern haben ganz normale Jobs. Jobs, die man halt hat, um sich den Lebensunterhalt wie Miete, Essen und Kleidung zu finanzieren. Mehr nicht. Überall lese ich aber "Karriere statt Kind", so ein Bullshit. Ich kenne keine, die so karrieregeil ist, dass sie deswegen keine Kinder bekommen hat.
Ulkig finde ich aber auch, dass sich viele nicht vorstellen können, dass man auch ohne Kind und ohne Karriere ein echt gutes Leben haben kann. Was hätten die denn gemacht, wenn's mit den Kindern nicht geklappt hätte?
Und wehe, wenn nicht. Dass das Leben manchmal eben nicht volle 100% gibt, sondern nur 60% wird nicht akzeptiert.
Der Mann wird - wie gewohnt seinen Beruf weiter ausüben - und die 40+jährige Frau (die im Übrigen ja gerade deswegen mehr Chancen im Job hat) soll sich in bewährten Rollenschemata gefallen.
Der männlichen Phantasie, dass mit Kind alles rosé ist, sind keine Grenzen gesetzt. Die Gleichung ist ganz simpel: Frau+Mann=Kind=Juchuuh!
Ich habe mein Leben lang keinen Kinderwunsch gehegt, lebe erfreulicherweise ohne fressende Selbstzweifel und genieße meine Freiheiten.
Für die meisten Männer bin ich ein Alien -*lach*, weil einfach das Verständnis fehlt, dass eine Frau nicht so sein will, wie man sie jetzt gern h
Ich kenne soviele Frauen, die mit 20 ihr erstes Kind bekommen haben und die sowas von ueberfordert waren und ihren Kindern dadurch eine schlechte Mutter waren. Lieber eine entspannte, spaete Mutter als eine Mutter, die selber noch ein Kind ist.
@ alle
Fuer mich ist nichts so toll wie meine Kinder. Keine Karriere, kein Pulitzerpreis, nichts, was fuer mich so erfuellend sein koennte, wie es meine Kinder sind.
Hab ich vor 10 Jahren noch anders gesehen.
Ich haette niemals gedacht, dass man einen Menschen so lieben kann wie ich meine Kinder liebe. Nichtmal meinen Mann liebe ich so wie sie.
@ Lalique v. 15.02.11:
Anerkennung, Erfolg und Geld mögen eine Weile den Kopf froh machen, aber sie füllen nicht bei jedem das Herz aus.
Es geht nicht darum, dass man etwas AUCH NOCH hat und auch nicht, dass man einfach nur unzufrieden ist. Etwas ganz anderes, essentielles für das Leben ist nicht da.