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Sufi Meditation
Es war kurz vor Silvester 2006, als sich die Welt um Ulrike Krasemann verdüsterte. Wegen Lähmungserscheinungen musste die 39-jährige Hamburgerin ins Krankenhaus. Auslöser: ein Bandscheibenvorfall durch zu viel Stress. Wenige Jahre zuvor hatte sie sich als Event-Managerin selbständig gemacht - einer ihrer ersten Einsätze war die Mitorganisation der "Goldenen Kamera". Das Geschäft lief gut für die drahtige dunkelhaarige Frau, Verschnaufpausen gab es kaum. Selbst wenn sie zum Yoga ging, sah sie darin in erster Linie den sportlichen Aspekt. Ihr Lebensgefährte hat wohl nicht ganz unrecht, wenn er sie liebevoll als Gladiatorin beschreibt, die sich für jeden Job in der Arena fast zerreißt. Und Ulrike Krasemann, die schon als Teenager Weltmeisterin im Voltigieren wurde, hat immer nach dem Leistungsprinzip funktioniert. Bis sie Probleme mit ihrer Bandscheibe bekam und die Notbremse zog. Noch im Krankenhaus schrieb sie sich ihre Ziele für 2007 auf einen Zettel. "Mehr an mich denken, nicht nur an außen", stand ganz oben. Sobald es ihr wieder besser ging, folgte sie der Empfehlung einer Verwandten, die ihr begeistert von einer Sufi-Meditationsgruppe erzählt hatte.
Geleitet wird sie von der hinreißend-patenten Helmi Feld, einer 66-jährigen gebürtigen Perserin, die mit 19 von ihren Eltern nach Deutschland geschickt wurde, weil sie, wie sie scherzhaft sagt, in Persien nicht mehr vermittelbar gewesen sei. Und man muss sie nur anschauen, diese selbstbewusste Frau mit dem direkten Blick, um zu ahnen, dass sie in ihrer Familie, die Frauen fast alles verbot, nicht glücklich geworden wäre. Aber nach einigen Umwegen hat sie ihre Wurzeln wiedergefunden, und ihr Wissen über den Sufismus, jene Form jahrtausendealter Mystik islamischer Tradition, bei der jeder Mensch über Mantras und Meditationen mit seiner inneren Göttlichkeit in Kontakt treten soll, gibt sie nun jeden Donnerstag weiter.











