"Behalt du es, kümmre dich darum, bei dir geht es ihm besser", sagt er. Jetzt oder nie, denkt Silvia für einen Moment. Dann gibt sie der Frau das Baby zurück. "Ich will meinen Kindern später sagen können, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist." Als eine Freundin ihr erstes Enkelkind bekommt, verkriecht sich Silvia geschockt. Sie möchte sich mitfreuen, doch es gelingt nicht. Silvia und Paul geben sich Halt und Trost und gehen sich zugleich mit dem ewig selben Thema auf die Nerven. "Es war, als stünde man jahrelang mit derselben Person an derselben Haltestelle und wartete gemeinsam auf denselben Bus. Bis man irgendwann erschreckt feststellt, dass einem der Gesprächsstoff ausgeht", sagt Paul Brandt, 52. Er kämpft um die Beziehung, will sich nicht zermürben lassen von den verlorenen Hoffnungen. "Für ein Paar ist ein Leben im Wartezustand die absolute Bewährungsprobe", sagt er. "Je länger wir warteten, desto häufiger stellten wir uns die Frage, ob wir das alles noch wollen." Kleine Kinder, die alte Eltern bekommen. Hormonbehandlungen. Immer neue Enttäuschungen. Es ist die Liebe füreinander, die sie weiter antreibt. "Ich wusste, wie glücklich Silvia als Mutter sein würde, was für eine tolle Mama in ihr steckt.
Es wäre so schade gewesen, nicht wirklich alles zu versuchen", sagt Paul. Er wippt mit den Knien, die Kinder quietschen. Über Trennung und Neuanfang mit anderen Partnern denken sie beide nicht nach. "Ich wollte mit Paul eine Familie gründen, nicht allein und nicht mit irgendeinem Mann", sagt Silvia mit fester Stimme. Vor dem Einschlafen grübelt sie immer häufiger, warum ihr Körper nicht funktioniert, wie er sollte. Ist ihre Gebärmutter zu schlecht durchblutet? "Für unsere Liebe war wichtig, dass wir trotz allem nie darüber gestritten haben, wer körperlich Schuld hat an unserer Situation." Nachdem sie die Fehlgeburten verarbeitet hatten, meldeten sie sich 2006 für ein Adoptionsverfahren an. Silvia ist 41, ihr Mann 47. Zu alt für ein deutsches Baby. Sie entscheiden sich für Kolumbien.







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am um
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Martina
am 03.10.12 um 15:31
Liebe Silvia,
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BW-Team
am 02.10.12 um 14:04
Liebe Userinnen,
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Teepee
am 01.10.12 um 14:46
@anita
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Motep
am 01.10.12 um 07:09
Positive Geschichte die zeigt, dass vieles heute möglich ist.
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Silvia
am 27.09.12 um 12:05
vielen Dank für die netten Kommentare!
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Anita
am 26.08.12 um 20:15
mauersegler: Wenn die Maedels in Deutschland, die ungewollt schwanger werden, nicht abtreiben, sondern die Kinder zur Adoption frei geben wuerden, muessten die Leute nicht ins Ausland. Und im Inland kostet eine Adoption, so weit ich weiss, nichts.
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Martina
am 22.08.12 um 16:09
Vielen Dank für den schönen Bericht ! Unsere Geschichte ist ganz ähnlich. Mein Mann und ich wurden vor 2 1/2 Jahren mit 48 bzw. 43 Jahren Adoptiveltern von drei tollen russischen Mädchen im Alter von (damals) 9, knapp 7 und 3 1/2 Jahren. Der Kampf mit den Behörden, das Gefühl, dass das ganze Leben Kopf steht, der Stress, die Freude, all die Achterbahn-Fahrten, dieses "Ganz normal Besondere" und das "Langsam-wachsen-wir-zusammen"-Gefühl, das kennen auch wir nur zu gut. Alles Gute "von Haus zu Haus" an die Brandts und alle anderen Adoptivfamilien !
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nett
am 17.08.12 um 11:33
Super schöne Geschichte.
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mauersegler
am 16.08.12 um 10:11
Es berührt mich, dieser intensive Kinderwunsch ist mir sehr vertraut. Ich bin mit 37 zum 2. Mal Mutter geworden, das fand ich schon echt spät. ALte Eltern, alte Großeltern - alles alt. Und dennoch: so unendlich viel Glück. Aber was mich traurig macht ist der finanzielle Aspekt: ich würde in der Lage der Brandts 100%ig kinderlos bleiben, weil ich einen nicht so gut bezahlten Job habe, das find ich echt gruselig.
mehr (9)das freut mich aber sehr, dass Du gerade mein Buch liest ! Es stimmt - so verschieden die Geschichten sind, so ähnlich sind sie sich in manchem. Und ich glaube, auch andere Eltern werden bestätigen, dass das regelmässige Aufschreiben ganz wichtig ist. Im Alltagstrubel geht einfach viel unter. Ganz herzliche Grüsse an Dich und die anderen Mit-Diskutierenden, Martina
wir möchten Sie bitten, diesen Artikel zu nutzen, um sachliche und faire Diskussionen zu führen. Bitte weiten Sie daher Ihre Auseinandersetzung um Schwangerschaftsabbrüche nicht weiter aus. Das ist ein anderes Thema.
Herzliche Grüße,
Ihr BRIGITTE-woman.de-Team
Ich habe diese sehr postive Reportage mit Vergnügen gelesen; allein Ihr Kommentar hat mir die Nackenhaare aufgestellt. Sie sprechen davon, "Mädels" sollten gefälligst unerwünschte Kinder bekommen, damit Kinderlose in den günstigen Genuss von Adoptionen kämen. Ihr Sprachgebrauch impliziert, dass minderjährige Frauen (Mädchen) gefälligst ihre Körper zur Verfügung zu stellen hätten - wenn sie denn schon unvernüftigerweise schwanger würden. Ich stelle hier mal einen Link ein: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Aktuell.html?nn=50806; diesem kann man entnehmen, dass 3,7 % aller Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland auf das Konto minderjähriger Mädchen gehen. Was aber ist mit all den anderen, fast zur Hälfte von volljährigen, verheirateten Frauen vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüchen? Müssen die auch ihren Uterus zur Verfügung stellen? Ich meine Anita: Schämen Sie sich! Teepee
Sehr berührend ist, dass die Familie sich bewußt darüber ist, dass das Glück, wenn es bleiben soll, auch erarbeitet werden muss. Leider vergessen dies viele Menschen und konsumieren Glück, bis es verbraucht ist. Ich wünsche Familie Brandt weiterhin alles Gute.
Martina, Euer Buch lese ich gerade und da kommen all die Erinnerungen/Erfahrungen wieder hoch! Aber das alles ist es mehr als wert! Ich glaube, es ist gut, wenn man das alles aufschreibt (haben wir in einem Tagebuch gemacht), denn so einiges vergisst man mit der Zeit.
Wie muss sich eine Frau fuehlen, die sich sehnsuechtig ein Kind wuenscht, wenn sie weiss, wieviele Maedels ihr kerngesundes Kind umbringen, weil es "gerade nicht passt"?
Herzliche Grüsse,
Martina
PS: Unsere Geschichte gibt es als Buch unter dem Titel "Bis ans Ziel und dann weiter", Edition "Die Nische"
Wir ahben es ähnlich gemacht , nur musste ich nicht die ganze hormonelle Prozedur über mich ergehen lassen. Wir ahben uns sehr rasch zur Adoption entschieden und uns dann nach Brasilien orientiert. Ein bisschen Glück war auch dabei, es gab dort einen Pater, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, Kindern eine vernünftiges Zuhause zu verschaffen. Meine Drei sind mittlerweile 16, 18 und 20 nd ich möchte sie nicht missen. Es wäre toll, wenn mehr kinderlose Ehepaare diesen Schritt wagen würden, sie werden es nicht bereuen.
Nett