Ausstrahlung
Prominente Frauen, die sich immer neu erfinden
Jedes Alter bringt seine Schwierigkeiten mit sich. Diese Promifrauen haben es trotzdem geschafft, sich immer wieder neu zu erfinden.
Meryl Streep
Sie macht sich nicht viel aus der Glitzerwelt in Hollywood: Meryl Streep setzt auf Natürlichkeit. Dabei versucht sie stets, sich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren und neumodischen Schönheitswahn links liegen zu lassen. Und der Erfolg gibt ihr Recht. 17 Mal war sie für den Oscar nominiert (aktuell für ihre Rolle als Margaret Thatcher in "The Iron Lady"), zwei Mal hat sie die begehrte, kleine Statue auch gewonnen. Erst im Januar ist sie mit dem Golden Globe ausgezeichnet worden. Ein Ende der Auszeichnungen? Noch lange nicht in Sicht!
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Blanca Portillo
Für seine Filme, die meist von Familientragödien und der Sehnsucht nach Nähe handeln, würde der berühmte Regisseur Pedro Almodóvar sie am liebsten regelmäßig engagieren. Nicht weiter überraschend, denn Blanca Portillo fühlt sich in ihre Rollen hinein und macht ihren persönlichen Filmcharakter daraus. Angefangen hat sie mit kleinen Theaterrollen, in den 90er Jahren gelang ihr dann mit Filmen und TV-Serien der Durchbruch. Ob sie in einer Rolle besonders attraktiv wirkt, interessiert Blanca Portillo nicht besonders. Wichtiger ist es ihr, Glaubwürdigkeit und Authentizität zu verkörpern. Und das gelingt ihr spielend - ganz ohne Botox-Behandlungen und Faceliftings.
Alice Schwarzer
Alice Schwarzer und die deutsche Frauenbewegung gehören zusammen wie Hamburg und der Hafen. Immer wieder kämpft sie für mehr Chancengleichheit und lässt sich nicht beirren, auch öffentlich zu ihrer Meinung zu stehen. Auch wenn sie dabei nicht nur auf Befürworter trifft. Sie wird kritisiert, mitunter beschimpft, aber das stört sie nicht. Schließlich weiß sie, wofür sie sich einsetzt. Alice Schwarzer setzt auf Natürlichkeit. Sie ist gegen das uniforme Schönheitsideal, das keine Individualität und sichtbare Veränderung mehr zulässt. Erfahrungen sollen sichtbar sein, da gehören Falten einfach dazu.
Helen Mirren
Klassisch und elegant sind Attribute die für die Britin Helen Mirren immer zu gelten scheinen. Den Titel dazu hat sie jedenfalls von Queen Elisabeth II. schon erhalten. Sie nennt sich nun "Dame Commander of the British Empire", legt aber keinen großen Wert auf die Nennung ihres Titels. In den Medien wird ihre Jugend als wild beschrieben. Eine Einschätzung, die durch die Tätowierung, die sie sich im betrunkenen Zustand hat machen lassen, nur untermauert wird. Sie selbst sagt allerdings, sie sei schon immer bürgerlich und verklemmt gewesen. Doch erst jetzt traue sie sich, dazu zu stehen. Und wir finden, dass selbst die Queen ihre eigene Rolle nicht besser hätte spielen können als Helen Mirren.
Emma Thompson
Zwei Oscars hat die 51-Jährige bereits gewonnen: einen als beste Hauptdarstellerin in "Wiedersehen in Howards End" sowie einen für das beste Drehbuch nach einer Vorlage von "Sinn und Sinnlichkeit". Ihre Popularität nutzt sie zusätzlich für ihre Herzensprojekte. Gemeinsam mit ihren Schauspielkolleginnen Rachel Weisz und Kate Winslet hat sie eine Initiative gegründet, die sich gegen Schönheitsoperationen und für ein natürliches Altern einsetzt. Eine Schauspielerin lebt schließlich von ihrer Mimik.
Eva Mattes
Eva Mattes ist ein Charakterkopf. Schon als Kind steht sie vor der Kamera, synchronisiert Pippi Langstrumpf und traut sich auf die Schauspielbühne. Das hat sich nicht geändert. Als Tatort-Kommissarin Klara Blum beweist sie Mut und Sensibilität, auf der Theaterbühne fühlt sie sich in moderne und klassische Rollen hinein. Erst kürzlich stand sie für Arthur Schnitzlers Werk "Das weite Land" in Hamburg und München auf der Bühne. Ihre schauspielerischen Stärken erfindet sie in jedem Alter neu und genießt die Vorzüge jedes Lebensabschnittes. Alles hat eben seinen Reiz.
Barbra Streisand
Barbra Streisand steht seit über 40 Jahren auf den großen Bühnen und hat sich ihre Einzigartigkeit erhalten. Ende 2011 wurde sie mit dem Preis „MusiCares of the Year“ ausgezeichnet, der nicht nur ihrer Musik, sondern auch dem sozialen Engagement der Streisand Foundation gewidmet war. Ihre markante Nase gehört bis heute zu ihrer Person dazu. Mit einer Nasenkorrektion hätte sich nur ihre Ausstrahlung und vielleicht auch ihre Stimmfarbe verändert. Zwei Oscars sind der Beweis für ihr Talent. Ausgezeichnet wurde sie als beste Hauptdarstellerin im Film "Funny Girl" (1969) und für den Filmsong "A Star is born" (1977). Ende 2012 können wir uns auf ein Wiedersehen mit ihr auf der Leinwand freuen.
Vivienne Westwood
Vivienne Westwood ist ein Energiebündel: Schrille Kollektionen, politisches Engagement und eine abgeschlossene Lehrerausbildung - das alles versteckt sich in der Vita der 70-Jährigen. Ihr Wiedererkennungswert liegt eindeutig in den roten Haaren, die sie extravagant oder lässig stylt. In jeder Lebensphase probiert sie Neues aus, designt Sexartikel, Teegeschirr, Uhren und Mode. Letztere ist glücklicherweise ihr Langzeitprojekt geblieben.
Elfriede Jelinek
Die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek polarisiert. Zwar gilt sie als zurückhaltend, doch ihre Texte werden als vulgär und reißerisch betitelt. Trotzdem gewinnt Elfriede Jelinek viele große Literaturpreise dieser Welt - 2004 sogar den Literaturnobelpreis in Stockholm. Aber auch hier sorgte sie wieder für Aufsehen: Ein langjähriges Mitglied der Auswahljury trat ihretwegen zurück. Dabei möchte sie eigentlich gar nicht so gerne in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Elfriede Jelinek hat eine besondere Ausstrahlung. Sie eckt an und muckt auf, indem sie gegen Fremdenfeindlichkeit kämpft und sich für mehr Gleichberechtigung stark macht. Dennoch schafft sie es, betont weiblich und leise zu bleiben.
Katharina Thalbach
Katharina Thalbach ist eine erfolgreiche Schauspielerin und Regisseurin, genauso wie ihre Eltern, Geschwister und ihre Tochter, mit der sie gerade wieder zusammen vor der Kamera stand. In ihren Rollen hat Katharina Thalbach etwas Berührendes, Komisches und auch Ernsthaftes an sich. Aber die zierliche Person nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie sagt ihre Meinung und steht auch dazu, spricht über ihr Leben in der DDR, das Heimischwerden im Westen und ihre Liebe zu Berlin. Ihre persönlichen Erfahrungen trägt sie nicht zur Schau, aber verschweigt sie auch nicht. Diese Mischung verleiht Persönlichkeit und Ausstrahlung.
Juliette Binoche
Sinnlich, weiblich und unabhängig: Das sind nur einige der Eigenschaften, die uns zu der Französin einfallen. Juliette Binoche taucht in jedem ihrer Filme tief in die Rolle hinein, so als wäre es Realität für sie. Das mag daran liegen, dass sie sich intensiv vorbereitet, jede Rolle genau studiert und trotzdem ihre Leichtigkeit dabei nicht verliert. Sie trifft ihre Filmauswahl nicht nach finanziellen Kriterien - ein Grund, weshalb sie selten in großen Hollywood-Produktionen zu sehen ist. In einem Interview erklärte sie, dass ihr die Rolle hauptsächlich Spaß bringen müsse. Schließlich sei das Leben so schnell vorbei.
Patti Smith
Patti Smith ist ein Rundum-Talent. Sie singt, rockt, malt, dichtet und fotografiert erfolgreich. Über ihre Lyrik ist sie zur Musik gekommen. Patti Smith will ihre Gedichte auf eine besondere Weise vortragen, nämlich durch Rockmusik. Kein Auftritt ist wie der andere, gerne
improvisiert sie spontan. Patti Smith sucht sich immer einen eigenen Weg durch ihre Welt, auch wenn sie damit auffällt. In eine Schublade lässt sie sich nicht stecken. Wenn sie die Leidenschaft packt, setzt sie sich dafür ein. Ob Musik, Kunst oder Politik: Es muss nur überzeugend sein.
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