Dein Körper - woran erinnere ich mich?
Wie du da liegst, ausgestreckt auf einer blauen Luftmatratze. Deine Augen sind geschlossen, du bist bereit. Ich habe versprochen, dich zu massieren, aber ich habe gar keine große Lust zum Massieren. Ich möchte dich nur berühren. Alles an dir berühren. In der Hoffnung, dass ein Liebesspiel daraus entsteht. Du bist wunderschön. Du trägst ein hauchdünnes Höschen, schwarz wie deine Haare, es macht deine helle Haut noch weißer. Natürlich bist du wunderschön, denn ich bin total verliebt in dich. Deshalb sind wir ja so gern verliebt, weil die ganze Welt dann wunderschön ist. Weil wir sie nur noch aus einem Blickwinkel anschauen können, aus dem Blickwinkel der Liebe, die zu allem Ja sagt. Ohne Verliebtheit hätte ich dich wohl ein bisschen dünn und knochig gefunden. Knabenhaft. Der Busen klein, Arme und Beine lang und sehnig. So wie ich dich dann später manchmal gesehen habe. Mit dem entwertenden Blick des Wütenden und Enttäuschten, der ich auch sein kann an deiner Seite.
Es ist lange her, dass du dort lagst und ich meine Hände ehrfurchtsvoll auf deinen Körper legte. Auf dem unebenen Boden eines Campingplatzes in Südfrankreich sind wir zwei zum ersten Mal gemeinsam in einen Schlafsack gekrochen, ohne zu ahnen, wie oft wir noch Haut an Haut zusammen liegen würden. Deine Lippen waren sehr weich und warm, im Gegensatz zu deinem festen, etwas fröstelnden Körper. Den ich zugleich beschützen und erobern wollte. Dieser Körper, der mich völlig aus der Fassung brachte, das war dein erster Körper, den ich liebte.
Wir blieben zusammen. Die Verliebtheit wich.
Die Fragen aneinander wurden dringender, die Antworten unbefriedigender. Unsere Körper mochten sich, auch wenn unsere Seelen im Krieg miteinander lagen. Einmal empörtest du dich, dass ich wohl immer mit dir schlafen könnte, ganz gleichgültig, wie entfernt wir uns gerade voneinander fühlten, ja dass ich wohl nur noch mit dir zusammen sei, weil ich so gern Sex mit dir hätte. Ich sagte, du solltest glücklich darüber sein. Dass es schlimmer wäre, wenn ich mein Begehren mit jedem falschen Wort verlieren würde.
Oder alles gern mit dir täte, alles außer Sex. Dann wären wir Freunde, und ich würde mit einer anderen Frau leben. Ich stand zu meinem Begehren, ich fand meine Antwort nicht falsch. Wir blieben zusammen, ich und dein zweiter Körper. Langsam verschwanden aus meinen Händen die Erinnerungen an die anderen Frauenkörper, die sie vor dir gespürt hatten. Wir waren ein Paar.












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am um
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Sabine
am 15.02.12 um 17:36
Was für ein wunderschöner Artikel! Hoffentlich wird er von ganz vielen jungen Paaren gelesen!! Ich möchte mich "RabaBlu" anschließen und wünsche mir auch mehr davon!
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knallfrosch
am 09.02.12 um 17:09
Was für eine wundervolle Liebeserklärung ....
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mad cat
am 04.02.12 um 01:35
Danke für die berührenden Worte - jetzt verstehe ich meinen Mann und hoffe, dass wir noch einige Wandlungen mit einander erleben.
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RabaBlu
am 03.02.12 um 13:52
Herr Petersen, es war eine Freude, Ihren Beitrag zu lesen! Es macht auch ein bisschen Hoffnung, dass es nicht nur auf ein perfektes und bleibend junges Aeusserliches ankommt - zu wuenschen waere, dass sich die Mehrheit der Maenner in diese Richtung bewegen. Gruesse, und weiter so!
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Mi
am 23.01.12 um 20:56
Was für eine wunderschöne Liebeserklärung an den sich verändernden, älter werdenden Körper der Liebsten.
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Angela Maria
am 23.01.12 um 13:51
Meine Beine sind immer schon schlank und lang gewesen und das war ich auch viele Jahre. Langsam entwickelte sich ein Bauch, der mich dann auch noch nicht so störte. Als aber dann noch meine Oberarme stärker wurden war " der Bock fett ". Jenseits der 50 Lebensjahre ist es natürlich schwer die Kilos dort los zu werden wo man will. Aber ich werde den Kampf nie aufgeben. Ich möchte für mich attraktiv sein. Nicht, dass ich es nicht mehr bin, aber es könnte besser sein und deshalb kämpfe ich mit Sport und Diäten. Außerdem sollte man sich stets nach den besser aussehende Frauen messen und nie an den dickeren, das habe ich nämlich immer getan.
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angela
am 19.01.12 um 16:58
Vor anderthalb Jahren liess ich mir auf Anraten meiner Gynäkologin meinen riesigen Busen verkleinern (ich hatte 95 F bei einer Grösse von 1,62m). Ich hatte zwar immer mal mit dem Gedanken gespielt, es aber nie ernsthaft erwogen. Aber schön fand ich diesen Busen nie!
mehr (7)Nun habe ich einen winzigen Busen. Der plast. Chirurg hat nie gefragt, wie ich es gern hätte. Und jetzt ich habe einen gewaltigen Bauch! Der ist vorher nie so aufgefallen, wie nach der OP. Es gibt keine BH's, die mir richtig passen - wenn der Umfang stimmt, sind die Körbchen zu gross. Und ich sehe in Röcken unmöglich aus und fühle mich total unproportioniert.
Das lässt sich natürlich ändern durch Abnehmen! Wenn das nur so einfach wäre... Und dann gibt es vermutlich ein neues Problem - es wird eine hässliche Hautschürze übrigbleiben, wenn ich das mit dem Abnehmen eines Tages wirklich schaffen sollte. Ob die Kasse sich dann noch einmal zur Kostenübernahme bewegen lässt?