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Ausstrahlung

Das besondere Etwas - wie geht das?

Strahlend oder scheu, lebhaft oder zurückhaltend, erotisch oder kühl - wie nehmen andere uns wahr? Und: Verändert sich das besondere Etwas?

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Foto: Plainpicture/Ableimages

Sie betritt einen Raum, und alle drehen sich nach ihr um. Sie öffnet den Mund, und man hört ihr zu. "Was für eine tolle Frau", sagen Menschen, die ihr begegnet sind. Sie kann 20 oder 60 Jahre alt sein, sie ist vielleicht weder auffällig schön noch außergewöhnlich begabt oder gebildet. Gut möglich, dass sie in einem ganz normalen Beruf ihr Geld verdient und ein völlig unspektakuläres Leben führt. Was hat so eine Frau, was andere nicht haben? Was ist dieses "gewisse Etwas", bringen wir es mit auf die Welt, kann man es erwerben, erlernen, verstärken? Mit diesen Fragen befassen sich wissenschaftliche Studien, aber auch Psychologinnen und Psychologen in ihrer täglichen Arbeit. Etwa, wenn Menschen zu ihnen kommen, die - gewollt oder ungewollt - vor einem Umbruch in ihrem Leben stehen.

Etwa, weil sie sich im Beruf neu orientieren (müssen) oder weil sie nicht länger Single sein wollen. Manche Frauen haben das Gefühl: "Je älter ich werde, desto weniger werde ich wahrgenommen. Es ist, als schauten die anderen durch mich hindurch, als sei ich gar nicht da." Ausstrahlung. Charisma. Mit solchen Begriffen wird versucht, etwas kaum Fassbares in Worte zu fassen: das, was einen Menschen für andere anziehend macht. Die Hamburger Diplompsychologin Eva Wlodarek beschäftigt sich seit Langem damit. Für sie ist das "gewisse Etwas" kein unergründliches Geheimnis mehr, sondern im Gegenteil etwas sehr Konkretes. Zwar ist es lebendig und wandlungsfähig, es folgt aber auch bestimmten Gesetzen. Die wichtigsten:

Die Persönlichkeit ruht auf fünf starken Säulen

Je besser wir über uns selbst Bescheid wissen, desto besser können wir einschätzen, wie wir auf andere wirken. Wer seine eigene Persönlichkeit kennen lernen möchte, kann sich an fünf Merkmalen orientieren:

  • emotionale Ausgeglichenheit
  • Offenheit für Neues
  • zurückhaltendes oder lebhaftes Temperament
  • Gewissenhaftigkeit
  • soziales Wesen

Jeder Mensch besitzt diese "big five", wie diese Eigenschaften und Verhaltensweisen auch genannt werden. Wie stark sie ausgeprägt sind, ist von Geburt an festgelegt. Das lässt sich nicht grundlegend verändern, wir können aber schwach ausgeprägte Merkmale fördern und stärken. Eine einsame Wölfin wird sich kaum zur Partylöwin wandeln. Doch sie kann mit der Zeit Gefallen daran finden, auf Menschen zuzugehen, ins Gespräch zu kommen, mitzufeiern.

In jedem Leben gibt es mindestens eine Glanzzeit

Alles Wichtige gelingt, die Welt liegt uns zu Füßen, wir fühlen uns attraktiv, begehrt und stark: Die einen erleben so eine Phase im frühen Erwachsenenalter, andere in der Lebensmitte, und es gibt Menschen, die mit 50 ihre besten Jahre noch vor sich haben. "Unabhängig davon können Frauen sich selbst Glanzzeiten schaffen", sagt Eva Wlodarek. Dafür ist wichtig, dass sie sich bewusst machen, wie sie über sich selbst denken. Denn, so die Psychologin: "Das Selbstbild, das wir in uns tragen, strahlt nach außen. Und von unserer Ausstrahlung hängt es ab, wie andere uns begegnen."

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  • Text: Christine Tsolodimos
    Foto: Plainpicture/Ableimages
    BRIGITTE WOMAN: 03/2012
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