Foto: Adel/Plainpicture
Eigentlich findet Margit Schlichting* es völlig normal, dass ihr nach fast drei Jahrzehnten Liebe, nach mehreren tausendmal Sex, nach unzähligen Kuschelrunden erotisch einfach die Puste ausgegangen ist. Dass sie Achim, ihren Ehemann, zwar immer noch von Herzen liebt, aber einfach keine Lust mehr hat, mit ihm ins Bett zu gehen. Was natürlich mit der Vielzahl ihrer gemeinsamen Jahre und der daraus resultierenden Übervertrautheit zu tun hat, aber auch damit, dass sich ihr ganz persönliches sexuelles "Reservoir" mit fast 50 erschöpft hat. "Ich habe keine Lust mehr darauf, weder mit Achim noch mit anderen Männern", da ist sie ganz sicher, "es ist einfach vorbei."
Margit Schlichting ist eine attraktive Frau, sehr weiblich, eine, der die Männer immer noch hinterhersehen. Doch das, was man einen heißen Feger nennt, war sie noch nie. "Sex ist mir einfach nicht wichtig", sagt sie, "ich hab diesen ganze Hype darum noch nie verstanden." Klar, als sie Achim vor 28 Jahren am Anfang ihres Studiums kennen lernte, da gab es diesen biologischen Hormon- und Endorphinrausch, da stürzten sie sich aufeinander, sobald das Licht ausging. "Doch dann kam uns das Leben dazwischen." Der Alltag. Sie bekamen zwei Kinder, standen beide voll im Berufsleben, er als Speditionskaufmann, sie als Lehrerin, der Sex verkuschelte sich, bei ihr jedenfalls.
Abends, nach einem langen Tag, war bei ihr einfach nichts mehr drin, fing seine "Dauerbereitschaft" an, sie zu erschöpfen, aber sie waren erst Anfang 30, ein Alter, das fand Margit Schlichting selbst, in dem man sich sexuell noch nicht verabschieden durfte. Eigentlich, sagt Margit, sei das ja die Zeit, wo jeder seinen sexuellen Höhepunkt erlebt, wo aus jedem Werbeplakat halbnackte Models um die 30 beim Bacardi-Schlürfen oder West-Rauchen gleißende Lebenslust verströmen. "War ich tatsächlich die Einzige mit diesen schrecklichen "Okay, dann mach halt, aber weck mich dabei nicht auf'-Nummern?"







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S-Monster
am 08.09.12 um 12:33
Es geht hier doch um ein Grundproblem der Ehe: rund um 50 hat sich die biologische Bestimmung der Frau erledigt und sie hat daher oft ein stark abnehmendes Bedürfnis nach Sex. Was macht der Mann, der noch seine biologische Bestimmung verspürt? a) geht in den Puff, b) geht fremd oder c) setzt sich trübsinning mit 'ner Flasche Bier vor die Glotze + wird Alkoholiker (s. Fruchtfliege). Bewertung: a) +b) verantwortungloser Lustgreis + Schuft (Danke Alice Schw!) c) Arbeitseunuch + Dukatenesel - nein danke. Wie ist das Thema zu lösen? Sicher nicht nach dem Motto "Was ich nicht brauche, kannst Du ja auch nicht brauchen - Ende im Gelände". Der geschilderte Ansatz ist in der Tat unkonventionell, das muss schon eine sehr tolerante Frau sein: Problem wird partnerschaftlich behandelt, nicht ausgesessen + eine Lösung "erarbeitet". Diese ist sicher nicht frei von neuen Problemen. Aber der Mann mit dem Bier vor der Glotze müsste es mit sich selbst ausmachen: evtl. Triebzentrum lobotomieren?
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Lebenslust
am 16.07.12 um 18:11
Dieser Achim hört sich doch wirklich wie ein Idiot an. "Immer einsatzbereit", aber wie? Ich war als Jugendliche mit so einem zusammen, und ich habe ihn nach seiner Scheidung wieder getroffen. Ein selbstverliebter Rammler war das. Den es nicht gestört hat, dass seine Frau ihn beim Sex nicht mehr küssen wollte. Irgendwann wollte sie gar nicht mehr. Dann erst ließ er sich scheiden. Gute Männer sind rar, aber es gibt sie. Wir sollten unsere Söhne wirklich ordentlich aufklären.
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Sanddornglück
am 16.07.12 um 16:34
Ich stimme Maria zu,wie könnt ihr über andere urteilen?ich bin zumzweitenmak verheiratet, wir erleben unser Liebesleben als sehr offen und aufregend, haben auch schon dritte Partner mit ins Spiel gebracht?Entsetzt?Bitte nicht.Je weniger man sich mit dem Hema beschäftigt,um so leichter kann man (ver-)urteilen.Uns macht es Spaß,in jüngeren Jahren wäre ich aber auch entsetzt gewesen.
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kate
am 06.07.12 um 14:14
Ich hatte den Artikel erst heute gelesen und um so interessanter finde ich die Beiträge im Forum. Wenn es für die beiden im Artikel eine Lösung ist, warum nicht? Ich stelle in meinem Bekanntenkreis (um die 50 bis 60) völlig unterscheidlich Vorstellungen zum Thema Sex fest. Von "haben wir gar nicht mehr" bis "jetzt macht es richtig Spaß" ist alles dabei. Warum also nicht eine Variante wie die genannte? Das mit dem "Aussuchen der Geliebten" finde ich allerdings auch etwas daneben, aber das soll wohl die Diskussion beleben.
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Psychotante
am 04.07.12 um 17:15
Ich sage nur, dass es sehr danach aussieht, dass sich diese Frau selbst belügt, denn ich kann mir nicht vorstellen, das sich jemand so eine Beziehungssituation wünscht. Dann kann man die Sache auch beenden und abwarten, bis es sich eventuel zu einer normalen Freundschaft entwickelt, so eine "Liebesbeziehung" hat doch keiner nötig ...
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Maria
am 03.07.12 um 12:16
Meine "lieben" Frauen, wer gibt euch das Recht hier über eine andere Frau zu urteilen die ihr nicht kennt bzw. ihre Situation nicht versteht???? Wo bleibt da die Toleranz und Höflichkeit? Ich stimme dem Kommentar von "KaterMicky" zu, es gehören immer 2 Personen dazu und nur die beiden entscheiden was gut ist für sie oder nicht.....und sollte die Ehe in die Brüche gehen dann haben es auch nur die beiden zu verantworten und sonst niemand.....
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chief
am 03.07.12 um 12:13
wenn jeder vor der eigenen Haustüre kehren würde, dann gäbe es dieses Forum nicht. Das ist doch gerade das interessante an einem Forum, daß man viele Meinungen hören oder lesen kann!Jeder kann, niemand muß sich an einer Diskussion beteiligen!
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KaterMicky
am 02.07.12 um 18:14
Zu jeder Art einer Beziehung gehören immer 2 Personen, eine die macht bzw. eine die machen lässt. Wenn für dieses Paar ihre Beziehung so gelebt werden kann wie beschrieben, ist es in Ordnung und niemand hat darüber zu urteilen.
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Psychotante
am 02.07.12 um 18:10
Ich glaube in diesem speziellen Fall nicht so recht daran, dass nur die fehlende Lust das Problem in der Beziehung ist. Diese Frau liebt ihren Mann nicht, sie begehrt ihn nicht und seien wir mal ehrlich, welche Frau, die ihren Mann liebt, könnte das ertragen, dass er mit einer anderen ... wenn nicht spätestens in dem Moment, wo er wirklich mit einer anderen Sex hat, die Lust wieder da ist, weil die Eifersucht zu groß ist, dann ist Hopfen und Malz verloren und die Beziehung existiert nur noch wegem ihrem Egoismus, weil sie sich nicht mit dem Schmerz auseinandersetzen möchte, den eine Trennung mit sich bringt. Es ist auch unfair ihrem Partner gegenüber, denn sie lässt ihn nicht los, um sein Glück suchen. Er sagt ja selbst, er löffelt die Suppe aus, die sie ihm eingebrockt hat - klingt nicht, als ob er glücklich wäre. Wahrscheinlich spielt auch ihre Bequemlichkeit eine große Rolle, aber eines ist klar. Diese Frau belügt sich selbst.
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Eve
am 02.07.12 um 12:35
Ich halte das für eine ziemlich gute Lösung ... noch besser, wenn Susannes Mann auch davon wüsste! Allen Beteiligten viel Glück dabei!
mehr (20)Und erstens hab ich genug eigene Erfahrung, um so zu sprechen und zweitens ist das nur meine Meinung. Wie gesagt, ich bezweifel stark, dass beide damit glücklich sind...
Nachstehend haben schon viele andere Leserinnen einen Kommentar oder andere bösartige Bemerkungen abgegeben, aber es ist ja auch leichter, sich nicht in der Situation dieses Paares zu befinden, aber zu wissen, was richtig ist.
Vielleicht sollte jeder nur bei sich vor der eigenen Türe kehren?