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Es ist mir passiert. Allerschlimmster Liebeskummer. Heulen und Zähneklappern, Bangen und Hoffen, schlaflose Nächte. Warten auf einen Anruf von ihm. Durchdrehen, weil der Anruf nicht kommt. Wein trinken, zu viel Wein, das Handy aus dem Fenster werfen, weil es schweigt. Damit ich nicht mehr höre, dass es stumm ist. Rauchen auf dem Balkon, obwohl ich vor vielen Jahren aufgehört habe. Heimliches Rauchen, damit meine Kinder mich nicht mit einer Kippe in der Hand sehen. Durch die Straße schleichen, in der er wohnt, um verträumt und traurig auf das Fenster zu schauen, hinter dem er an seinem Schreibtisch sitzt. Sich hinter einem Baum verstecken mit wildem Herzklopfen, weil er unerwartet aus dem Haus tritt. Heil suchen bei einer Wahrsagerin, beschwörende Fragen an die Zukunft: „Gut, wir kommen jetzt nicht zusammen, aber später, ja, bitte später. Meinetwegen auch in 25 Jahren. Hauptsache, wir kommen zusammen. Ich verdoppele Ihr Honorar, wenn Sie sagen: Ihr seid füreinander geschaffen, eure Zeit kommt!“
Ich habe das alles getan. Eine Frau von 47 Jahren. Erfahren, selbsterfahren. 20 Jahre lang in festen Händen, nun wieder allein. Vermeintlich Lichtjahre entfernt von der Wucht eines solchen Schmerzes. Ich hatte das Kapitel „Liebe, Beziehung“ abgeschlossen. Doch ich ging einfach davon aus, dass irgendwann ein Mann kommt. Und bleibt. Dass einer kommt, den ich nicht haben kann, dass ich reagiere wie ein hysterischer Teenie, der gerade erst mit den leidenschaftlichen Tiefen seiner Seele in Berührung kommt, das hätte ich für unmöglich gehalten. Das letzte Mal, dass ich Liebeskummer in dieser Intensität gefühlt habe, das war mit 17, kurz vorm Abitur. Ich habe damals keinen Hehl aus meinem Schmerz gemacht, jeder sah ihn mir an der Nasenspitze an. Ich sah aus wie ein Gespenst. Ich verweigerte die Schule, ich wollte diese unglückliche Liebe zelebrieren, mich ihr ausschließlich widmen wie einem Kunstwerk. In all meinem Kummer fand ich mich mit einer gewissen Überheblichkeit gut als Liebende, als wahrhaft Liebende. Im Gegensatz zum lauwarmen Lieben der Erwachsenen.







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Angela
am 25.11.12 um 14:47
Schön. Zum Glück habe ich zwei Freundinnen, die es akzeptieren und nachvollziehen können, dass ich mich mit meinen 48 Jahren in einen jungen Mann verliebt habe, von dem mich 28 Jahre und 700 km trennen. Die Erkenntnis hat mich getroffen wie ein Schlag, hätte ich mir niemals vorstellen können. Aber es ist passiert. Ich bin verheiratet und kenne meinen Ehemann - er ist der liebste Mann der Welt - seit 30 Jahren. Trotz idealer Ausgangslage also plötzlich diese Verliebtheit in jemanden, den ich nicht haben kann, als Partner auch nicht will. Ja, es geht nicht ums Geliebtwerden, es geht ums Lieben. Auch ich habe mich nicht hauptsächlich am nicht erreichbaren Du abgearbeitet, sondern an meinem Ego und finde mich deshalb auch toll. Seit ungefähr einem Jahr schreibe ich ab und zu über's Internet mit meinem "Traummann zur Unzeit", er kann mit meinen Gefühlen für ihn leben. Ich weiss nicht, wie lange dies dauern soll, ich geniesse es einfach solange es geht, ohne Ziel.
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Ruby
am 06.09.12 um 14:09
Liebeskummer fragt nicht nach dem Alter. Er tut mit 65 genauso weh wie mit 25 - vielleicht kann man ein bisschen besser damit umgehen, weil man ruhiger geworden ist.
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Klaus
am 31.08.12 um 01:13
Auf einer Kunstaustellung habe ich mit einer Dame über "Eifersucht als Schattenseite der Liebe" philosophiert. Sie meinte:"Eifersüchtig ist man nur wenn man selbst unsicher ist und seine eigenen Schwächen durch den Partner kompensieren möchte.
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Sevilia
am 23.08.12 um 18:11
Warum nicht? Liebeskummer ist Liebeskummer.
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Sabi
am 08.08.12 um 11:02
Dieser Artikel spricht mir aus der Seele. Ich habe mich in vielen Passagen wiedererkannt. Es geht tatsächlich nicht ums "Geliebtwerden", sondern ums Lieben. Mit 48 die eigene Liebesfähigkeit neu zu erfahren ist etwas Großartiges und gibt einem nahezu unendliche Kraft. Und kann alterslos unendlich weh tun ...
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christinelisa
am 05.08.12 um 15:48
Zu diesem Thema meine Empfehlung: Ein liebender Mann - Roman von Martin Walser. Darin viele kluge, herz-wärmende Weisheiten. "Es gibt das Paradies: Zwei für einander. Es gibt die Hölle: Einer fehlt."
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Schmetterling
am 03.08.12 um 23:08
Danke für diesen Artikel. Es hat mich mit 41 Jahren mit so einer Wucht getroffen, dass ich wusste, dass mein jetziges Leben so nicht mehr weitergehen kann. Inzwischen sind fast 2 Jahre seit dieser intensiven, überraschten Begegnung vergangen. Ich habe mich nach 18 Jahren Ehe von meinem Mann getrennt. Nicht, um mit dem Anderen eine Beziehung einzugehen, sondern um aus einem Zwang zu gehen, den ich nicht mehr aushalten konnte. Ich dachte mir, wenn ich jetzt sterben würde, würde ich auf ein glückliches, erfülltes Leben zurücksehen? Jeder sollte es sich wert sein, sein Leben so zu leben, wie er es möchte.... Ohne Zwang von außen, was richtig oder falsch ist oder was man als Frau einfach nicht macht.... Selber an SICH DENKEN ohne schlechtes Gewissen..... Wieviele Männer trennen sich und wenig wird darüber geredet.... aber wenn es eine Frau macht... :-(
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Abbi
am 02.08.12 um 18:33
Ds ist keine Frage. Es ist eine Feststellung. Vom Missbrauch des Begriffes Teenie mal agesehen, ist Liebe und das Erleben der Liebe alterslos. Es passiert einfach. Irgendwie, irgendwo, irgenwann im Leben, immer wieder soweit man allein ist und sich endlos danch sehnt. Und es ist intensiv, aufwühlend, schauderhaft schön, so wie man einfach nicht gehofft und geglaubt hat derartige Gefühle jemals wieder zu erfahren. Und der Schmerz des loslassens nicht minder groß wie er in der Jugend war. Liebe ist das wunderbarste Geschenk im Leben. Liebe zu halten harte Arbeit. Liebe zu verlieren undendlich schmerzhaft, kaum zu ertragne. Liebe tut weh! und doch nehmen wir sie immer wieder mal an. Egal wie jung oder alt.
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Edith
am 01.08.12 um 09:26
Hä? Was soll diese seltsame Frage? Hat man ab 40 keine Gefühle mehr und keinen Liebeskummer? Oder umgekehrt Schmetterlinge wie zu Schulzeiten?
mehr (9)Warum soll ein alter Mensch weniger leiden wie ein junger?
Eine alte Frau hat ja bekanntlich weniger Chancen, noch mal einen Lebenspartner zu finden wie ein Mann. Auch das spielt in Liebeskummer im Alter hinein - die Angst, jetzt alleine und einsam zu sein.
Es wird immer Menschen geben, die sich aufregen: über eine Ältere mit Liebeskummer oder die Fliege an der Wand...
Warum soll man wegen solcher Typen seine Empfindungen nicht authentisch leben?
Ich bin mir wichtiger als das, was gewisse Leute eventuell denken/sagen könnten!
Ich habe die Beziehung zu einer verheirateten Frau im Internet abgebrochen, weil ich denke, dass ihr Mann dies nicht akzeptieren würde. Ich denke ich könnte eine Dreierbeziehung akzeptieren. Schließlich ist alles was über eine Zweierbeziehung von Mann und Maus hinausgeht gesellschaftlich nicht akzeptiert?
Mal abgesehen davon, kann ich mir kaum vorstellen, dass wenn langjährige Partnerschaften ihr Ende finden, und der bisherige Lebensentwurf Kopf steht, dass frau locker flockig, die Hufe schwingt, fröhlich Feste feiert und sich fühlt wie mit 20.
Mit 20 oder 30 in Liebesdingen neu anzufangen und vergangenes hinter sich zu lassen, scheint mir eine leichtere Nummer zu sein, als mit 40 oder 50. Da ist schon sehr viel Lebenszeit gelebt - es liegt mehr hinter frau, als vor ihr.
Ich find's ansich daneben, sich überhaupt die Frage Liebeskummer mit 40, ist das noch erlaubt? zu stellen. Ja, ist, es wenn frau ihn fühlt. Alles was frau fühlt ist erlaubt, aus meiner Sicht. Es sind ja schließlich eigenes Leben, Empfinden und die Intensität der Gefühle die zählen und nichts sonst.
Ich finde Liebeskummer in jedem Alter in Ordnung und er gehört dazu wie die Liebe selbst.
Liebe Grüße
Sevilia
Liebe Grüße
Sevilia
Über meine "Liebe" bin ich monatelang nicht hinweggekommen und er wird immer ein Teil meines Herzens sein. Danke für diese
kopfschüttelnde Grüße