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Getrennte Betten

Gemeinsam leben, alleine schlafen

Das gemeinsame Bett symbolisiert für viele emotionale Nähe und leidenschaftlichen Sex. Bedeuten getrennte Betten, dass man das verliert? Oder sorgen sie gar für mehr Erotik?

Wenn die 45-jährige Corinna und ihr 52-jährige Lebensgefährte Martin nachts in die Träume fallen, dann liegen sie nur selten nebeneinander, denn sie haben getrennte Betten - ein großes Schafzimmer und ein "extra Ausweichzimmer". Dass andere Menschen das merkwürdig finden könnten, stört sie überhaupt nicht. "Wir haben uns noch nie danach gerichtet, was andere denken. Wir brauchen die Distanz in unserer Beziehung, ganz nach dem Motto. 'Ich kann nur bleiben, wenn ich gehen kann'", sagen beide übereinstimmend.

Jeder braucht nachts mal seine Ruhe.

Doch Corinna und Martin waren nicht immer Freunde der nächtlichen Distanz, das begann erst vor sieben Jahre, als ihr Sohn geboren wurde. "Danach haben wir festgestellt, dass unser Schlafrhythmus einfach zu verschieden ist. Für uns beide war klar, dass jeder nachts mal seine Ruhe braucht." Und der Sex? "Der ist in unserer Beziehung weder mehr noch weniger geworden, er ist nur nicht mehr "automatisch" da. Jetzt muss man dem anderen deutlich machen, wann man Lust hat."

Viele Paare stören sich gegenseitig im Schlaf: Weil sie schnarchen, unruhige Beine haben oder nachts aufstehen. Das führt dazu, dass ein Partner oftmals schlecht ein- oder durchschläft, morgens genervt aufwacht und den Stress weiter in die Beziehung trägt. An Sex ist dann sowieso nicht mehr zu denken. Getrennte Betten wären somit doch die ideale Lösung für viele Paare, oder?

Getrennte Betten: Frauen schlafen besser

Das zumindest würden wahrscheinlich viele Schlafforscher unterschreiben. Eine Wiener Studie fand 2007 heraus, dass 80 Prozent der untersuchten Frauen besser schlafen, wenn sie allein im Bett sind, also nicht zusammen mit ihrem Partner in einem Raum schlafen. Der Grund soll, nicht erstaunlich, in den Genen liegen. Frauen seien sensibler für alle Arten von Geräuschen in der Nacht. "Ein erholsamer Schlaf im gemeinsamen Ehebett wird im Alter sogar schwieriger. Ab 65 Jahre schnarchen 40 bis 50 Prozent aller Menschen", erklärt Dr. Tilmann Müller, Schlafforscher der Universität Münster.

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