Isabelle Baronin von Schorlemer und ihr Mann Josef Laggner
Foto: picture-alliance / schroewig
Isabelle Baronin von Schorlemer bekommt ein Kind. Das ist eigentlich keine Meldung wert, denn wer – außerhalb der Berliner Gastro-Szene – kennt diese Frau? Nur weil die werdende Mutter schon 54 ist, wird daraus eine Titelgeschichte.
Und sofort fragen sich viele: Darf eine Frau, deren biologische Uhr eigentlich abgelaufen ist, noch ein Kind bekommen? Ist das nicht purer Egoismus? Eine Zumutung für das arme Kind? Mir gefällt diese Denke nicht. Nicht nur, weil mit zweierlei Maß gemessen wird: Denn wenn ergraute Männer sich noch mal fortpflanzen, wird – laut oder heimlich – gratuliert und applaudiert: Toller Hecht. Doch wenn Frauen, das gleiche tun, geraten sie unter Rechtfertigungszwang. Warum? Weil wir mit Frauen strenger sind. Weil wir meinen, in ihr Leben hineinreden zu dürfen. Weil wir uns ein Urteil anmaßen, dass uns nicht zusteht.
Modernste Medizin ermöglicht immer mehr Frauen die wesentlichste Frage im Leben einer Frau auch noch im fortgeschrittenen Alter selbst zu entscheiden, nämlich: Will ich ein Kind und wenn dann wann? Das ist eigentlich, nach der Entdeckung der Pille, die zweite sexuelle Revolution. Und Veränderungen machen Angst - genau deshalb wird diese Entwicklung auch so skeptisch und misstrauisch beäugt.
BRIGITTE-Redakteurin Silke Baumgarten
Foto: Brita Sönnichsen
Ich denke, es wird schon bald immer mehr alte Mütter geben. Und ich vertraue darauf, dass sich zum Beispiel Isabella von Schorlemer gemeinsam mit ihrem neun Jahre jüngeren Mann gut überlegt hat, wie sie ihr Leben meistern wollen.
Bestimmt wird es nicht immer leicht – aber in welcher Familie gibt es keine Probleme? Ob ein Kind darunter leidet, dass Mutter und Vater bald Rentner sind, hängt auch von uns ab. Wenn wir offen mit den Kindern der neuen Älterngeneration umgehen, sollte auch ihnen ein guter Start ins Leben gelingen. Und darum geht es doch eigentlich, oder?
Auch bei den Promis gibt es viele späte Mütter - wie zum Beispiel Uma Thurman, die mit 41 gerade mit dem dritten Kind schwanger ist. Rockröhre Gianna Nannini hat mit 54 Jahren ihr erstes Kind bekommen. Sehen Sie in unserer Klickstrecke weitere späte Promi-Mütter.







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am um
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chief
am 16.03.13 um 13:42
Hallo Debbie, wenn ich mich außerhalb der Norm befinde bin ich mir bewußt, daß niemand applaudiert! S.h. mir ist wichtig, daß mein Partner und ich glücklich und zufrieden sind! Was nützen mir Freunde die kein Verständnis für meine Situation aufbringen und mich stattdessen kritisieren, ohne daß ich sie um ihre Meinung gebeten habe! Nein, wenn ich im späten Alter noch ein Kind bekomme heische ich nicht nach Beifall einer Öffentlichkeit die mich eh nicht versteht!
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Debbie
am 15.03.13 um 15:17
Zitat aus dem Artikel: " Denn wenn ergraute Männer sich noch mal fortpflanzen, wird – laut oder heimlich – gratuliert und applaudiert: Toller Hecht. "
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glencolumbscille
am 15.07.12 um 18:56
Ich möchte nochmal auf den Kommentar von Nana eingehen,die selbst ein Kind später Eltern ist.Meine Kinder sind zwischen 16 und 22,ich bin jetzt knapp 50,und es fällt mir ab und zu schwer,die jetzige Welt und ihre Probleme grade für Jugendliche zu verstehen.Seit meiner Jugend hat sich viiieeel geändert.Und grade in der Teenagerzeit brauchen Kinder Verständnis und Hilfe ihrer Eltern.Sind diese dann aber schon zwischen 60 und 70,müssen sie sich meist selber schon mit gesundheitlichen Problemen und Altersfragen beschäftigen.Ich glaube nicht,daß es für eine 16-18jährige toll ist,sich mit Fragen der Demenz oder Seniorenbetreuung zu beschäftigen.Von daher finde ich es schon sehr egoistisch,in dem Alter (über 50) noch ein Kind zu bekommen,und zwar sowohl als Mann als auch als Frau.Und nebenbei - ich kenne Jugendliche mit älteren Eltern,die darüber sehr unglücklich sind .
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chief
am 10.07.12 um 10:03
hallo Yolanda, als Alltagspsychologin mit etwas wissenschaftlichem Grundwissen meine ich- in jedem Adoptivkind stecken Wurzeln die nicht sofort ersichtlich sind-s.h. ich würde niemals ein Baby adoptieren aus Angst vor den Wurzeln dieser Kinder! Aber ich würde einer älteren gesunden Frau immer raten ein Kind zu zeugen das ihre Gene und ihre Wurzeln in sich trägt- das ist durch nichts zu toppen!
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Yolanda
am 09.07.12 um 22:22
Es hat schon seinen Grund, warum die Natur es so eingerichtet hat, dass Frauen nicht bis ins hohe Alter schwanger werden können. Ich finde, man sollte da der Natur auch nicht dazwischenfuschen. Ich bin 41 Jahren auf natürliche Art schwanger geworden und hatte da schon Angst genug, ob das Kind auch gesund ist und alles gut geht. Zum Glück ging alles gut. Mit 54 Jahren schwanger ist für den weiblichen Körper doch eine mega Belastung! Warum adoptieren solche reichen Leute nicht einfach ein armes Kind? Es gibt so viele Waisenkinder.
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chief
am 25.06.12 um 11:59
ich habe gelernt, daß es eine Idealbesetzung für Eltern nicht gibt! Es geht darum ob ich meine Eltern annehme wie sie sind und nicht irgendwelchen Traumeltern hinterherjage. Denn dann werde ich niemals zufrieden sein und dieses Muster wird sich durch mein Leben ziehen! Das Leben annehmen wie es ist, zufrieden sein und das Positive erkennen. Das unterscheidet glückliche Menschen von unglücklichen!
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nana
am 24.06.12 um 19:32
Ich bin selbst ein spaetes Kind (Mutter 44, Vater 40) und vieles haben meine aelteren Geschwister abgefangen. Das groesste Problem fuer mich war, dass ich mir Gedanken um die Gesungheit meiner Eltern machte, seitdem ich ein Kind war und realisiert habe, dass meine Eltern so alt waren wie manche Grosseltern.
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chief
am 14.06.12 um 10:07
ich glaube fest daran, daß wir immer fitter und attraktiver immer älter werden.Wieviel Harmonie erlebt ein gewolltes Kind von älteren Eltern?Davon können ungewollte Kinder von jungen Eltern nur träumen. Ich denke- daß das Ehepaar Schorlemmer,Laggner später im hohen Alter bereuen würde auf ein Kind verzichtet zu haben nur weil die Gesellschaft noch ein anderes Gesellschaftsbild im Kopf hat.
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Marile
am 13.06.12 um 15:54
obwohl meine Großmütter beide 84 und 85 Jahre wurden, ist meine Mutter letztes Jahr mit 75 gestorben, nachdem sie 10 Jahre Krebs hatte. Also an durchschnittliche Lebenserwartungen glaube ich nicht.. Zumindest sollte es dann einen jüngeren Vater geben, oder ältere Geschwister. Ich hatte meine beiden Kinder mit Mitte 30, aber beim Elternabend komme ich mir jetzt schon manchmal ziemlich alt vor... Wenn ich mir dann vorstelle, ich müsste ein Kind einschulen, wenn ich 60 bin! Du lieber Himmel! Oder eine pubertierende Göre mit 70... Alles hat seine natürlichen Grenzen...
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Angelika
am 02.06.12 um 17:27
@xani
mehr (40)Das halte ich für ein Gerücht. Bei Männern stößt sehr spätes Vaterwerden genauso auf Unverständnis wie bei Frauen das späte Mutterwerden. Genauso falsch ist das verbreitete Klischee, bei Männern würde eine deutlich jüngere Frau als normal empfunden, umgekehrt nicht. Wenn ein 70-jähriger mit einer 30-Jährigen anbandelt, wird es belächelt und er als Lustgreis verspottet, der sich junge Frauen kauft. Niemand wird applaudieren, erst Recht nicht, bei spätem Vaterglück.
Besonders deutlich wurde das im fruehen Erwachsenenaltern - meine Eltern waren gute Grosseltern fuer eine junge Erwachsene Frau - aber schon zu alt um Eltern fuer mich zu sein. Ich stand vor Fragen, die man sich mit 20 noch nicht stellen muessen sollte. ("Koennen die Eltern das noch?").
Ich war sehr froh, meine Geschwister zu haben. Die meisten sehr spaeten Kinder heute sind leider die spaeten Einzigen - das halte ich fuer sehr problematisch.
Sehr und sehr alt und Eltern zu sein, sind beides "ungesunde" Extreme aus meine Sicht. Ich denke, wenigstens ein Elternteil sollte unter 40 sein. (in meiner Generation war 30 schon alt, zugegebermassen hat sich das nach hinten verschoben)
Aber die Frau, um die es hier geht, ist doch gar nicht Mitte vierzig. Sie ist Mitte fünfzig.