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Solwodi: Ausstiegshilfe für Prostituierte

Mit ihrer Organisation "Solwodi" hilft Schwester Lea Ackermann Prostituierten beim Ausstieg. Keine gewöhnliche Arbeit für eine Nonne, aber eine Aufgabe, die zu dieser Frau passt.

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Sie wollte etwas Großartiges aus ihrem Leben machen. Doch was gab es in den 50er Jahren schon Großartiges für eine Frau? Also ging sie ins Kloster. Da war Lea Ackermann 23 Jahre alt. Bereut hat sie ihre Entscheidung nie. Warum auch? Sie hat viel erreicht. Großartig aber nennt sie ihre Erfolge trotzdem nicht, zu grausam sind die Geschichten, die sie erzählt: Da ist die junge Asiatin, von einem Deutschen im Internet per Mausklick bestellt, ein paar Monate lang exzessiv benutzt, bis er sie satt hat, wieder "Frischfleisch" will - und die Frau aus dem Katalog mit Brandwunden an den Schenkeln bei Schwester Leas Hilfsorganisation Solwodi landet. Da ist das bulgarische Mädchen, 15, vom Schwager für 500 Euro an ein deutsches Bordell verkauft. Da ist die Sprachstudentin aus Litauen, acht Monate sah sie kein Tageslicht, dafür zehn Freier pro Arbeitstag. Schwester Lea und ihre Mitarbeiterinnen begleiten die Frauen zur Polizei, aufs Ausländeramt und zu Gerichtsterminen, sorgen für Unterkunft und psychologische Betreuung.

1937 geboren, wächst Lea Ackermann in der Enge von Klarenthal auf, einem Dorf bei Saarbrücken. Es ist eine geborgene Enge, eine Enge, die ihr rückblickend die Kraft gibt, das Leid der anderen mitzutragen. Der Vater, ein Bauunternehmer, fördert "sein Mädchen". Nur einmal bekommt die willensstarke Lea sein absolutes Nein zu hören: als das fromme Mädchen mit zwölf Jahren verkündet, Nonne zu werden. Lea Ackermann wird Bankkauffrau.

Ein Beruf, in dem sie weit kommt: Versetzung in die Pariser Filiale, zwangloses Leben mit Tanz und teuren Kleidern. Aber es ist nicht großartig, nicht für Lea, die Abenteuerlustige, die Fromme. "Nur für mich da sein, es mir bequem machen, das finde ich sehr langweilig", sagt sie. Gegen den Willen des Vaters tritt sie den "Weißen Schwestern" bei, einem Missionsorden. Das Noviziat ist hart, zwei Jahre darf sie die Eltern nicht besuchen, nicht tanzen.

Dann, endlich, Afrika! Noch heute wird ihre Stimme weich, wenn Lea Ackermann von Ruanda spricht. Sie unterrichtet Mädchen, eine Arbeit, die sie vom ersten Tag an liebt. Und die sie zur Feministin macht. Sie erzählt die Geschichte einer Schülerin, die nicht mehr zur Schule darf, seit der Vater tot und ihr Bruder, 15 Jahre alt, Familienoberhaupt ist.

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  • Text: Madlen Ottenschläger
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