Susan Greenfield

Vamp der Wissenschaft

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In diesem Artikel:

BRIGITTE WOMAN: Sie arbeiten an einer Heilmethode für Alzheimer und Parkinson, haben zu diesem Zweck drei Biotechnologie-Start-ups gegründet und ein Gehirnmolekül patentieren lassen - ist das immer noch die Suche nach der Antwort darauf, was das Bewusstsein ist?

Susan Greenfield: Am Anfang wollte ich eigentlich nur erforschen, wie ein bestimmtes Enzym im Gehirn funktioniert, aber dann wurde mir klar, dass die besondere Rolle, die das Enzym bei der Zerstörung von Zellen spielt, auch auf Parkinson und Alzheimer angewendet werden kann. Daraus entwickelte sich eine größere Theorie. Daher auch das Patent.

BRIGITTE WOMAN: Von den großen philosophischen Fragen zum Patent. Ein ungewöhnlicher Weg.

Susan Greenfield: Zuerst war ich mir nicht sicher, wie ich die Philosophie in der Hirnforschung unterbringen sollte. Das war etwas fürs Wochenende. 1985 habe ich ein Buch herausgegeben, in dem sich Physiker, Psychologen, Hirnforscher, Linguisten und Philosophen mit dem Gehirn und dem Bewusstsein beschäftigen. "Mindwaves" ("Geistesströme", die Red.) hat damals ziemliches Aufsehen erregt, und mir wurde klar, dass ich doch beides machen kann. Seitdem schreibe ich am Wochenende Bücher. Letztes Jahr habe ich sogar Geld von der Templeton Foundation bekommen, um zu untersuchen, wie sich der Glaube auf das Bewusstsein auswirkt. Seitdem steht in der Zeitung, wir würden Muslime foltern!

BRIGITTE WOMAN: Du lieber Himmel!

Susan Greenfield: Es ist alles ganz harmlos. Wir untersuchen, ob im Gehirn religiöser Menschen bei Schmerz andere Prozesse ablaufen als bei Nichtgläubigen. Dazu zeigen wir Testpersonen Bilder mit religiösen Symbolen, während sie den Finger an einer Chilipaste reiben.

BRIGITTE WOMAN: Wie nah sind Sie einem Heilmittel gegen Alzheimer oder Parkinson?

Susan Greenfield: Das dauert noch, leider. Ich träume von einem Bluttest, der uns frühzeitig sagt, ob ein Mensch eine neurodegenerative Krankheit entwickelt. Bei Parkinson müssen etwa 80 Prozent der betroffenen Zellen sterben, ehe die Symptome auftreten. Wenn wir die Krankheit erkennen, wenn erst etwa 30 Prozent der Zellen betroffen sind, können wir sie behandeln, ehe die Symptome da sind. Parallel dazu müssen wir ein einfaches Medikament entwickeln, das verhindert, dass weitere Zellen sterben. So wird der Patient zwar nicht gesund, aber er bemerkt seine Krankheit kaum.

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  • Interview: Meike Bruhns
    Fotos: Ulrike Leyers, privat (1)
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