Aufstieg
Netzwerke für Frauen: Gemeinsam stärker

Warum denn immer allein durchbeißen? Branchenübergreifende Netzwerke helfen Frauen dabei, beruflich voranzukommen. Plus: Elf gute Ratschläge von Frauen, die sich auskennen im Löwenkäfig.

Elf Tipps für Frauen, die nach oben wollen

  • "Packen Sie zu, wenn Sie ein Angebot bekommen. Sagen Sie nie: 'Das muss ich erst mit meinem Mann, meinen Kindern besprechen, das passt zur Zeit nicht in meine Lebensplanung, und: Trauen Sie mir das wirklich zu?' Solche Aussagen und Fragen würden von einem Mann nie kommen. Machen Sie klar, was Sie wollen. Sagen Sie 'ich', wenn Sie von sich sprechen –Formulierungen mit 'man' oder 'wir' sind missverständlich. Sprechen Sie klar und deutlich; nehmen Sie Sprechunterricht, falls nötig."

    Maria von Welser, Stellvertretende Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Journalistin und Buchautorin.
  • "Bitte Frau bleiben! Nicht versuchen die männlichen Kollegen zu kopieren, das kommt nicht gut an bei den Männern. Außerdem kann man sich viel besser positionieren, wenn man fraulich bleibt. Es gilt die Balance zu finden zwischen taffem Auftreten und Zurückhaltung. Frauen werden schnell als Zicken eingestuft, wenn sie zu allem etwas zu sagen haben. Andererseits ist manchmal eine raue, strikte Ansage nötig, um Respekt zu erhalten. Auch ich schreie mal einen Kollegen an, aber zu oft darf sich das eine Frau nicht erlauben.

    Anke Büttner, Top-Managerin beim Direktvertriebsunternehmen Amway
  • "Männer netzwerken seit Jahrtausenden. Frauen erkennen nun auch immer mehr, dass sie als Einzelkämpferin nicht weit kommen. Privat sind Frauen Netzwerkmeisterinnen. Beruflich müssen sie noch lernen, dass Netzwerken nichts mit Geklüngel zu tun hat."

    Simone Denzler, Sprecherin des Netzwerks Business and Professional Women (BPW) Germany
  • "Es war noch relativ am Anfang meiner Karriere, als mir ein lebens- und berufserfahrener Kollege diesen Rat gab: Ohne Einbruch kein Durchbruch. Was vielleicht nach Zweckoptimismus klingen mag, ist für mich immer wieder zur Selbstmotivation geworden. Mein jüngstes Beispiel hierfür: Als wir vor knapp zwei Jahren eine Frauenquote für Führungspositionen bei der Deutschen Telekom beschlossen haben, war dies auch ein Eingeständnis des Scheiterns besserer Alternativen. Der Aufschrei war groß. Aber der Durchbruch kam: Wir haben in den vergangenen zwei Jahren eine Kulturveränderung in unserem Unternehmen durchgesetzt. Allen Widerständen und manchen Rückschlägen zum Trotz."

    Mechthilde Maier, Leiterin Group Diversity Management bei der Deutschen Telekom
  • "Karriere passiert nicht zufällig, sondern muss konsequent verfolgt werden. Wichtig sind Mut, Engagement und Offenheit. Gerade in internationalen Unternehmen wie Henkel ist es außerdem wichtig, sich ein Netzwerk aufzubauen. Ich erlebe junge Frauen als selbstbewusst und zielorientiert und kann nur jede ermutigen, beherzt die Chancen zu ergreifen, die sich bieten."

    Kathrin Menges, Personalvorstand des Henkel-Konzerns
  • "Gerade für junge Frauen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie Kinder und Familie mit einem ambitionierten Berufsweg in Einklang zu bringen sind, sind Vorbilder enorm wichtig. Das berufliche Vorankommen erfordert Mut, positive Beispiele und Bestätigung. Letztlich wird ein gesellschaftlicher Wandel nur erfolgen, wenn die Frauen, die es bereits an die Spitze geschafft haben, die nächsten Generationen in ihrem Weg bestärken und sie nach Kräften fördern und unterstützen."

    Sabine Morgenthal, Leitende Angestellte bei der international tätigen Unternehmensberatung Brunswick Company und Sprecherin des Netzwerks Working Moms
  • "Frauen managen und führen anders als Männer. Daran sollten Frauen in einer Führungsposition festhalten, statt zu versuchen, männliche Verhaltensweisen zu adaptieren. Nur so können sie authentisch auftreten und den positiven Diversity-Effekt, der gemischte (Führungs-)Teams erst erfolgreich macht, einbringen. Erst wenn ein 'weibliches Führungsverständnis' in den oberen Management-Etagen vorhanden ist und gelebt wird, lässt sich nachhaltig und ohne Quote ein höherer Frauenanteil im Führungskräftenachwuchs erreichen. "

    Petra Reinold-Brenckmann, Führungskraft im Personalbereich bei der Commerzbank AG
  • "Auch, wenn Du lediglich 60 Prozent der Anforderungen erfüllst - bewirb dich! Frauen meinen immer noch, 100 Prozent des Jobprofils erfüllen zu müssen und bewerben sich nicht, wenn sie 90 Prozent vorzuweisen haben. Die Jungs bewerben sich aufgrund ihres gefühlten Potenzials. Wenn Sie also z.B. 'verhandlungssicheres Italienisch' nicht bieten können, dafür aber 'Chinesisch in Wort und Schrift' und der Rest passt, dann einfach bewerben mit den Worten 'ich lerne Sprachen leicht und dürfte die geforderten Italienischkenntnisse schnell liefern können'."

    Monika Scheddin, Beraterin und Gründerin des Netzwerks "Woman's Business Club"
  • "Vergessen Sie alles, was Sie jeweils über den angeblich so schweren Aufstieg von Frauen in Führungspositionen gehört haben! Schließlich beginnt auch in diesem Fall der Erfolg im Kopf. JEDE Frau hat die Chance, in eine Führungsposition zu gelangen, wenn sie sich ihrer Stärken bewusst ist und diese entsprechend präsentiert."

    Eva-Maria Popp, Coach (www.basic-erfolgsmanagement.de)"
  • "Für Frauen, die im Top-Management Karriere machen wollen, ist es wichtig, die "Diversity" im eigenen Profil anzustreben, also möglichst vielseitig zu sein. Dafür gilt es Erfahrungen zu sammeln: auf nationaler und internationaler Ebene, im Vertrieb, im Kundenservice und in der Produktion. Das fördert das ganzheitliche Verständnis für Unternehmen und Prozesse, und der berufliche Werdegang ist horizontal, also breit angelegt. So macht sich eine Frau unabhängig von Branchen und wird auf dem Markt stets gefragt sein."

    Petra Trost-Gürtner, Senior Vice President TSS (Telecommunication Services & Solutions) bei der T-Systems International GmbH"
  • "Sie wollen eine Führungsposition? Dann warten Sie nicht auf die Quote. Machen Sie Ihren Job mit Leidenschaft und Humor. Und lassen Sie ruhig mal alle Fünfe gerade sein - zu Hause. "

    Karin Weber-Duve, 63, stellvertretende Chefredakteurin BRIGITTE WOMAN




Netzwerke für (zukünftige) Alpha-Frauen

Foto: Getty

Das Netzwerk Business and Professional Women Germany (BPW Germany) ist Teil eines internationalen Berufsnetzwerkes für Frauen. Es ist in rund 100 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten und hat weltweit etwa 30 000 Mitglieder. Ein Mentoring-Programm, das Trainingsprogramm PEP (Personal Empowerment Program) sowie nationale und internationale Tagungen sollen Frauen, die sich gezielt auf Führungsaufgaben vorbereiten möchten, mit dem dafür nötigen Know-How ausstatten. In Deutschland gibt es über 40 regionale Clubs. Jahresbeitrag (von Club zu Club unterschiedlich): ca. 150 Euro

BPW Germany e.V.

–
Henrike von Platen –
Sigmaringer Straße 1

10713 Berlin
030-311 705 15

info@bpw-germany.de
www.bpw-germany.de

Das European WoMen's Management Development International Network (EWMD) setzt sich weltweit für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen ein. Auf Themenabenden und Tagungen können die Mitglieder branchenübergreifend berufliche Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen. Das EWMD steht (künftigen) Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur offen. Jahresbeitrag: 250 Euro

EWMD Deutschland e.V.
– Elke Wilke –
Anklamer Str. 38, 10115 Berlin
030/782 50 75
Germany@ewmd.org
www.ewmd.org

FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e. V., eine Initiative von Führungsfrauen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat vor allem ein Ziel: mehr Frauen in die Aufsichtsräte deutscher Kapitalgesellschaften zu bringen. Dazu werden gezielt geeignete Frauen ausfindig gemacht und angesprochen. Die FidAR-Mitgliedsfrauen treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung. Jahresbeitrag: 200 Euro

Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) e.V.

Kurfürstendamm 61,
10707 Berlin

E-Mail: info@fidar.de

www.fidar.de

Lediglich zwei Prozent der deutschen Führungskräfte, die einem Aufsichtsrat angehören, sind weiblich. Die Initiative Generation CEO, gegründet vom Personalberater Heiner Thorborg, will das ändern – unter anderem mit einem Förderprogramm für weibliche Führungskräfte, die eine Position im Top-Management anstreben. Jedes Jahr werden etwa 20 Frauen ausgewählt, die sich mit dem Preisgeld von 15.000 Euro ein individuelles Fortbildungs- und Coachingprogramm zusammenstellen können. "Die meisten Bewerberinnen kommen allerdings gar nicht so sehr wegen dieses Budgets, sondern sind vor allem an der Mitgliedschaft im Netzwerk interessiert", sagt Netzwerk-Mitglied Christine Graeff, Partnerin in der international tätigen Unternehmensberatung Brunswick Company.

Generation CEO GmbH

Bischofsweg 32,
60598 Frankfurt am Main

Tel.: 069/92 07 45-0

E-Mail: ds@thorborg.com
http://generationceo.com

Im Woman’s Business Club treffen sich Fach- und Führungsfrauen sowie Unternehmerinnen und Selbständige aller Branchen regelmäßig zu Informationsveranstaltungen und zum Erfahrungsaustausch. Jahresbeitrag: 250 Euro plus MWSt, zusätzlich können clubinterne Seminare gebucht werden.

WOMAN´s Business Club
Schönfeldstraße 15A, 80539 München
Tel.: 089/44 71 72 75
E-Mail: info@WOMANs.de
www.womans-business-club.de/

Die Working Moms sind ein Zusammenschluss von "ambitioniert berufstätigen" Müttern. Die bisher knapp 200 Frauen sind Führungskräfte oder in einer ähnlich anspruchsvollen Position. Es gibt vier Regionalverbände, die sich mindestens einmal monatlich zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch treffen und dazu oft auch externen Fachleute einladen. Eintritt ist möglich auf Empfehlung eines Mitglieds. Jahresbeitrag: 100 Euro

Working Moms e.V.
c/o Dr. Phoebe Kebbel
Frauenlobstr. 60e, 60487 Frankfurt
E-Mail: verband@workingmoms.de
www.workingmoms.de

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