Eine Stunde vor unserem Termin in Berlin ruft mich Corinna Harfouch auf dem Handy an und sagt das Interview ab. Sie wolle nicht über ihr Leben reden, über ihr Privatleben schon gar nicht. Sie würde mit ihrem Auto gleich wieder umdrehen, sagt sie energisch. Ich höre ihr zu, stehe auf dem Bahnhof Friedrichstraße, um mich herum Menschengewusel. Die S-Bahn nach Pankow, wo wir uns zum Mittagessen treffen wollten, fährt laut ratternd ein. Und ohne mich laut ratternd ab. Was jetzt?
Ich muss an Odysseus denken, den Helden des Dichters Homer. Der ist immer wieder gestrandet, hat zahlreiche Hindernisse überwunden. Und ist schließlich an seinem Ziel ankommen. "Ulysses" heißt in Anlehnung an Homer der berühmte Roman des irischen Autors James Joyce, der jetzt in einer fulminanten Hörspielversion erscheint. Corinna Harfouch spricht darin mehrere Rollen: einen Erzähler, eine Bardame und eine Puffmutter.
Ein wunderbarer Gesprächsstoff, sage ich zu ihr, während die nächste S-Bahn einfährt. Vielleicht ist das der Schlüssel. Ich spüre, wie die Schauspielerin schwankt. Dann setzt sie nach: Ob ich denn überhaupt vorbereitet sei? Ich überlege, ob ich jetzt auf dem lauten Bahnhof Friedrichstraße den "Ulysses" aus meiner Tasche holen und den ersten Satz in mein Handy brüllen soll. Quasi als Eintritts-Billet. "Stattlich und feist erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen..." Ich lasse es bleiben. Dann sagt Harfouch, völlig unerwartet: Sie würde es machen, aber nur zusammen mit dem Regisseur des Hörspiels, Klaus Buhlert. Wir fahren zu ihm, meint sie.







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am um
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Daniel
am 03.09.12 um 05:41
Getraut hat sich z.B. schon VW mit der Werbung ffcr den neuen Scirocco bei der letzten Staffel von Germanys next Topmodel. Ist shceir interessant wie sich das entwickelt, ob der Scirocco jetzt nen Frauenauto wird?
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Ein Fan
am 17.08.12 um 11:52
Diesen Eintrag mit diesem Erlebnis im ICE-Zug finde ich nicht nachvollziehbar.
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gefliegt
am 15.07.12 um 23:10
Habe Corinna Harfouch als schauspielerin immer sehr gemocht,und mich auch total gefreut als ich sie heute im ice berlin-frankfurt gesehen habe.doch ihre arrogante reaktion als ein sehr netter herr sie höflichst ansprach,hat mich sehr enttaüscht.dann fahre ich als bekannte persönlichkeit nicht im ICE 2.klasse,damit verärgert man nur seine fangemeinde.ich werde beim nächsten film mit ihr umschalten.
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Angelika
am 27.06.12 um 11:34
Warum muss man eigentlich so zickig sein und einen auf supersensibelbesonders tun, wenn man gut in seinem Fach ist und erfolgreich und wahrscheinlich sogar noch Geld für die Interviews bekommt? Das ist divenhaft albern und zeugt zudem von schlechtem Benehmen und Verachtung gegenüber anderen, mit denen man offensichtlich meint, belehrend, kränkend und arrogant umgehen zu können.
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margo
am 26.06.12 um 16:57
Wie bekommt eine Schauspielerin mit Sprachfehler 3 Rollen in einem Hörspiel? Sie ist eine gute SCHAUspielerin, deswegen kann ich den Srachfehler mit viel Geduld überhören. Ich habe mich sehr auf die Hörspielfassung von "Ulysses" gefreut, jetzt bin ich enttäuscht.
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Colonna
am 25.06.12 um 13:23
Ich mag Corinna Harfouch auch - als Schauspielerin.
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Moni
am 22.06.12 um 23:16
vielleicht eine gute Schauspielerin sicher kein netter Mensch.
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Kamilla
am 21.06.12 um 09:26
Toller Artikel, toll geschrieben. Hat mir das Gefühl gegeben, ich hätte mit im Auto und im Studio gesessen.
mehr (8)Dieses distanzlose Bedrängen und Verfolgen von öffentlichen Personen in Ihren Privaträumen empfinde ich als eine maßlose menschliche Tragödie. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Menschen davon ablassen, öffentliche Personen in ihrem privaten Raum zu verfolgen und zu bedrängen.
Irgendwie ist das sehr unreif und letztendlich ein Zeichen für einen Mangel an Selbstbewusstsein. Schade, denn als Schauspielerin ist sie wirklich ziemlich gut.
Kleiner Rat:sich einfach selbst nicht zu wichtig nehmen und hin und wieder mal laut über die eigenen Macken lachen.
Zum Glück bin ich nicht verpflichtet, sie zu interviewen, denn ich würde jede S-Bahn davonfahren lassen und gerne darauf verzichten, mich den Launen eines Menschen zu unterwerfen, für dessen Arbeit ich schließlich mit dem Interview werbe.