Filmlegende
Romy Schneider: "Ihr entziffert mich nicht"
Vor 30 Jahren starb Romy Schneider. In Deutschland wurde sie als Sissi populär, später in Frankreich zum Filmstar. Erinnern Sie sich mit uns an die große, geheimnisvolle Romy Schneider.
Romy Schneider bleibt ein Rätsel. Sie war eine gefeierte Schauspielerin, ein Star. Und eine gebrochene Frau. Als eine der wenigen großen deutschen Schauspielerinnen gelangte sie auch international zu Ruhm und Erfolg. Ihr Privatleben aber war überschattet von Leid: unglückliche Beziehungen, ein Selbstmordversuch, der Tod ihres Sohnes. Am 29. Mai 1982 starb Romy Schneider. Sie wurde nur 43 Jahre alt. Erinnern Sie sich mit uns an die große Schauspielerin.
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"Ich muss unbedingt Schauspielerin werden. Ich muss!", schreibt Romy Schneider als Mädchen in ihr Tagebuch. Das Portätfoto entsteht 1953 zu ihrem ersten Film "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Romy ist damals zarte 14 Jahre alt.
Als Sissi wird Romy Schneider 1955 zum Star. Vor allem in Deutschland bringt ihr die Rolle der Kaiserin von Österreich enorme Popularität ein. Doch schon während der Dreharbeiten zum dritten Teil empfindet sie das zuckersüße Image als Last.
Abkehr von der niedlichen Sissi: Romy Schneider posiert mit geknoteter Bluse, Hotpants und Zigarette für ein Foto.
In mondäner Pelzmode besuchen Romy Schneider und ihre Mutter Magda, selbst Schauspielerin, 1958 die MGM-Studios in Hollywood. Auf dem Foto wirken die beiden Frauen entspannt, aber das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist nicht ganz einfach. Romy fühlt sich von ihrer Mutter bevormundet und weigert sich, ein viertes Mal die Sissi zu spielen.
Im selben Jahr entsteht dieses Foto einer nachdenklichen Romy Schneider vor dem Schloss Schönbrunn in Wien.
Statt "Sissi 4" dreht Romy Schneider in Frankreich den Film "Christine" (1958). Dabei lernt sie den Franzosen Alain Delon kennen. Sie verliebt sich, zieht zu ihm nach Paris und genießt ihre neuen Freiheiten. Durch Delon lernt sie auch den Theaterregisseur Luchino Visconti kennen.
Romy Schneider und Alain Delon führen eine leidenschaftliche und sehr schwierige Beziehung. Als sich Delon 1964 von ihr trennt, fällt Romy Schneider in ein dunkels Loch und versucht, sich das Leben zu nehmen.
Zurück in Deutschland lernt Romy Schneider den Boulevard-Schauspieler und Regisseur Harry Meyen kennen. Sie heiraten 1966, kurze Zeit später wird ihr Sohn David Christopher geboren.
Bei den Dreharbeiten zu "Swimmingpool" im Jahr 1968 kommen sich Romy und Alain Delon wieder näher. Schneiders Mann Harry Meyen, selbst beruflich erfolglos und frustiert, reagiert eifersüchtig.
In den 1970er Jahren entwickelt sich Romy Schneider zu einer der gefragtesten Schauspielerinnen Frankreichs. Mit Claude Sautet dreht sie "Die Dinge des Lebens" und "Das Mädchen und der Kommissar". In Deutschland nimmt man ihr die Arbeit mit internationalen Regisseuren übel, empfindet sie als Abkehr von der Heimat.
Romy Schneider mit Harry Meyen 1970 bei der Ankunft am Berliner Flughafen Tempelhof. Die Ehe kriselt. 1973 zieht Romy mit ihrem Sohn David nach Paris, 1975 folgt die Scheidung. 1979 nimmt sich Harry Meyen das Leben.
In Frankreich stürzt sich Romy Schneider in die Arbeit. Mit dem Regisseur Claude Chabrol dreht sie 1974 "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen". Ein Jahr später heiratet sie ihren um Jahre jüngeren Sekretär Daniel Biasini.
Ob die bildhübsche Romy Schneider in "Trio Infernale" auch einen schönen Ausblick hatte? Jedenfalls befreit sie sich mit der Rolle einer skrupellosen, enthemmten Luxusfrau endgültig vom "Sissi"-Image. Die französische Presse feiert sie als "charmantes Monster".
1981 ist ein schicksalhaftes Jahr für Romy Schneider. Ihre Ehe mit Daniel Biasini wird geschieden. Im Mai wird sie mit akutem Nierenversagen in ein Pariser Krankenhaus eingeliefert, im Juni stirbt ihr 14-jähriger Sohn David Christopher. Er war über einen Zaun mit scharfen Spitzen geklettert und abgerutscht.
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christinelisa
am 31.05.12 um 16:20
Ich empfehle die Ausstellung: Romy Schneider - Bundeskunsthalle Bonn (bis 24.6.2012). Eine gute Zusammenstellung von Film- und Setaufnahmen, Filmausschnitten und vieles mehr. Verschafft einen Einblick in das künstlerische Schaffen und in die Persönlichkeit dieser faszinierenden Schauspielerin, die in ihren Rollen und im Leben durch Freude und Leid ging. Ein Balanceakt aus Höhen und Tiefen. Wer sie liebt, behält sie im Herzen!
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Johannes
am 31.05.12 um 12:34
@Ruth: so, wie auch übergangen wird, dass Hitler ein Österreicher war.
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Ruth
am 30.05.12 um 00:08
- ob es Deutschland wahrhaben will oder nicht: Romy Schneider war eine Österreicherin, so wie so manche andere berühmte Menschen. So etwas wird gerne übergangen..... warum denn?
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christinelisa
am 24.03.11 um 09:53
Die Romy-Gallerie ist wenig erfreulich zusammengestellt. Wer war hier an der Bildauswahl beteiligt? Ich sehe hier keine Vielfalt, nur Beliebigkeit. Lieblose Zusammenstellung. Es gibt so viele gute Bilder von dieser wunderbaren Schauspielerin, konnte BRIGITTE keine besseren finden? Es bereitet mir auch Unmut, dass TV-Filmschaffende die Legende Romy, oder auch Hilde Knef benützen, um nichtssagende filmische Biographie-Aufwärmer zu produzieren. Es gibt -pardon Frau Schwarz u. Frau Makatsch- nur die Originale, die unerreicht bleiben. Gut so!
mehr (4)Aber das ist die Form. Zum Inhalt:
Was meinte Romy Schneider wohl mit der Formulierung im Titel?