- In diesem Artikel:
Bella Katz(*1923) verlor ihre gesamte Familie im Holocaust
Foto: Salzgeber & Co. Medien GmbH
BRIGITTE-woman.de: Reden die beiden alten Damen offen darüber, was ihnen geschehen ist?
Alexa Karolinski: Sie tragen das Herz nicht auf der Zunge, sie sind Frohnaturen, die gern Rommé spielen, zum Frisör gehen und eben – kochen und essen. Die Geschehnisse ihrer Jugend kommen nur zum Vorschein, wenn sie es wollen, wenn sie sich sicher und wohl fühlen.
BRIGITTE-woman.de: Dann war die Arbeit am Film eine besonders sensible Angelegenheit?
Alexa Karolinski: Wir haben ein Stopp-Zeichen vereinbart, wenn ich die Kamera abschalten sollte. Wenn Bella zu sehr weinen musste – und nicht weil sie Zwiebeln geschnitten hat.
BRIGITTE-woman.de: Warum war der Film nicht vorher schon öffentlich zu sehen?
Alexa Karolinski: Ich wollte, dass er zuerst auf Festivals läuft, dann eventuell im Fernsehen. Das Medien-Interesse im Vorfeld war schon überraschend.
BRIGITTE-woman.de: Wie kam das?
Alexa Karolinski: Ich habe mein Projekt über die Internetseite "Kickstarter" finanziert. Da habe ich über die beiden ein Video eingestellt. Das haben dann ganz viele auf Facebook gepostet. Weil sich jeder sofort in Oma und Bella verliebt. Sie sind einfach unglaublich. Darum bekam ich Geld aus der ganzen Welt, aus Thailand, Süd-Amerika, Australien. Statt 18 000 Dollar, die ich brauchte, waren es ganz schnell 42 000 Dollar. Seit dem können Oma und Bella in Berlin-Charlottenburg kaum noch auf die Straße gehen, ohne angesprochen zu werden. Sie genießen ihren Celebrity-Status.
Ein jiddisches Rezept: Hagelzuckerkekse
So bedankt man sich auf Jiddisch: Für den Dokumentarfilm haben weltweit so viele Menschen Geld gespendet, dass der Film tatsächlich realisiert werden konnte. Zum Dank haben Oma und Bella für jeden einzelnen Spender Kekse gebacken- natürlich nach jiddischem Rezept.
Oma und Bellas "Hagelzuckerkekse"
Zutaten:
500g Doppelrahmkäse (2 Packungen)
250g Butter
200g Mehl
2 Eiweiß (Garnitur)
250g Hagelzucker (Garnitur)
Dauer:
30-40 Minuten (mindestens 3 Stunden Ruhezeit)
Das Mehl in eine ausreichend große Schüssel sieben. Unter Rühren nach und
nach Butter und Doppelrahmkäse hinzufügen. Falls die Butter direkt aus dem
Kühlschrank kommt und noch sehr hart ist, kann sie mit einer Reibe zerkleinert
werden. Alle Zutaten so lange ineinander mischen, bis eine einheitliche
Masse entsteht. Wichtig ist, dass der Teig nicht zu fest wird und noch im
Mund zergeht. Bei Bedarf die Menge der Zutaten variieren. Den Teig kugelförmig
zusammenschlagen und ihn abgedeckt für mindestens 3 Stunden, besser
noch über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Ofen auf 175°C Grad vorheizen. Den abgekühlten Teig so lange auf einer
großen, mehlbestäubten Fläche ausrollen, bis er nur noch wenige mm dick ist.
Mit einem dünnwandigen Glas Kreise ausstechen und sie auf einem gefetteten
Backblech mit ausreichend Abstand platzieren. Die Eier trennen, die Kreise
mit dem Eiweiß bestreichen und dann großzügig mit Hagelzucker bestreuen.
Knapp 30 Minuten backen. Bereits nach 20 Minuten Farbe und Konsistenz
der Kekse prüfen und sie herausnehmen, sobald sie goldbraun werden.







Die schönsten Seiten der Literatur


