TV-Empfehlungen der Redaktion
Unsere Lieblingsserien für den Herbst
Die Abende werden länger, aber nicht öder. Lachen, weinen: Das sind die Lieblingsserien der Redaktion. Plus: Gewinnen Sie zwei Übernachtungen im Schlosshotel wie in "Downtown Abbey".
Bianka wird gesund mit "Downton Abbey"
"Das ist genau deins, versprochen!" Mit diesen Worten drückte mir meine Kollegin Julia an einem Tag, als ich krank auf dem Sofa lag, die DVD der Serie "Downton Abbey" in die Hand. Und sie hatte ja so Recht. Im Mittelpunkt der britischen Serie steht der Familiensitz Downton Abbey und die Geschichten seiner Bewohner - also die der aristokratischen Crawley-Familie und seiner Dienerschaft in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Denn Klassenunterschiede gibt es aus Erzählperspektive zumindest nicht - der Zuschauer leidet mit der vertrackten Liebesgeschichte der Küchenmagd ebenso mit wie bei der Frage, wen die schöne Tochter des Hauses heiratet. Es geht also um Liebe, Geld und Intrigen. Das ist nichts Neues - und wirkt trotzdem. Mit tollen Kostümen und Schauspielern, an denen wir uns noch nicht sattgesehen haben. Nur ein Wunsch bleibt unerfüllt: Ich hoffe, dass sich auch einmal ein Mann vor mir verneigen wird, meine Hand küsst und mich "Lady Bianka" nennt.
Seit dem 6. September ist auch die zweite Staffel im Handel erhältlich. Auf den Free-TV-Start im ZDF müssen wir noch ein wenig warten - voraussichtlich bis 2013.
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Steckt eine Tatort-Kommissarin in Ihnen?
Buchtipp: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Oma & Bella: Von der Küche ins Kino
Stefanie bleibt dran bei "Boardwalk Empire"
Ich bin kein Fan von Mafiafilmen- und serien, schon weil ich immer so schnell den Überblick verliere. Meistens haben die ganzen Mafiosi zusätzlich zu Vor- und Nachnamen noch einen Mafia-Spitznamen und sehen außerdem sowieso alle gleich aus (dunkler Anzug). Dranbleiben ist so gut wie unmöglich: Wer ist jetzt wer, wer steht auf wessen Seite oder wer tut nur so als ob. Darum bin ich "Boardwalk Empire" auch nicht auf den ersten Blick verfallen - dann aber umso gründlicher.
Die von Martin Scorsese produzierte Serie spielt in den Zwanzigerjahren im amerikanischen Atlantic City. An dessen Boardwalk – also der Strandpromenade – ballten sich Vergnügungs-Etablissements, hinter den Kulissen blüht das Verbrechen. Dessen Fäden laufen in der Serie alle bei Nucky Thompson zusammen, der eigentlich Stadtkämmerer ist und, natürlich, von seinen ganz privaten Dämonen heimgesucht wird. Gespielt wird Nucky von einem unfassbar guten Steve Buscemi (nicht im Bild) – der es geschafft hat, meinen Widerstand gegen das Mafiagenre so was von zu brechen. Sein Nucky ist verletzend und verletzlich, mildtätig und gewalttätig, und das Zwanzigerjahre-Setting von "Boardwalk Empire" ist einfach unwiderstehlich. Und obwohl ich auch hier nicht alle italienischen, polnischen und irischen Alkoholschmuggler, Kleinganoven und Auftragskiller auseinanderhalten kann, freu ich mich verrückt auf die zweite Staffel.
In Deutschland wurde die Serie bisher nur auf dem Pay-TV-Sender TNT gezeigt.
Susanne ist fasziniert von "Breaking Bad"
Mein Favorit ist "Breaking Bad", die Serie über den krebskranken Chemielehrer, der keinen anderen Ausweg weiß, als mit der Herstellung der Droge Chrystal-Meth seine Therapien zu bezahlen. Im Laufe der Serie wandelt er sich vom hilflosen Gebeutelten zum eiskalten Drogenhändler.
Das ist unglaublich spannend gemacht – zumal seine Familie nichts von seinem ungeheuerlichen Tun merken darf - und mich fasziniert an dem Ding, dass es von Folge zu Folge schlimmer kommt. Unglaublich, dass es da jedes Mal noch eine Steigerung gibt. Ich hab zwar nicht alle Staffeln gesehen, nur das, was im TV kam, aber ich fand's extrem spannend! Auch super Casting.
Breaking Bad ist inzwischen auf 5 Staffeln angeschwollen, die seit 2008 laufen (zunächst nur in USA).
Die vierte Staffel wird ab dem 2. November 2012 bei ARTE zu sehen sein.
Kendra findet sich in den "Girls" wieder
Selten fühle ich mich von einer Fernsehserie so repräsentiert: jung, erfolglos und gut gekleidet, dazu wilde Partys, schlechte Jobs und gewöhnungsbedürftiger Sex. Hallo Realität! Verliebt in "Girls" bin ich seit der ersten Folge. In der verliert Hauptdarstellerin Hannah (Lena Dunham) zunächst die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern und gleich danach auch noch ihren prestigeträchtigen Praktikumsjob - weil sie nach einem Gehalt gefragt hat. Einfach herrlich und auf so viele Weisen inspirierend. Auch toll ist, dass die 26-jährige Lena Dunham das Drehbuch selbst geschrieben hat.
Ab dem 17. Oktober wird der Frauensender glitz* die erste Staffel "Girls" zeigen.
Friederike stockt der Atem bei "Dexter"
Obwohl ich im realen Leben die gewaltfreie Lösung eines Problems immer bevorzuge, fesselt mich die US-amerikanische Serie Dexter wie keine andere. Und die ist wirklich blutrünstig.
Forensiker Dexter arbeitet gemeinsam mit seiner Schwester Deb für das Miami Metro Police Department und hilft Gewaltverbrechen aufzuklären. Was niemand weiß: Er ist selbst ein Mörder, der Serienkiller jagt und verschwinden lässt. Von Staffel zu Staffel werden die Taten perfider und spannender. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass Deb Dexter ertappt. Es ist kaum auszuhalten vor Spannung!
Es gibt bereits fünf Staffeln (Veröffentlichung der 5. Staffel auf DVD am 4.10.2012) der Serie. Wer mit der ersten anfangen möchte, findet diese bei
Amazon.
Christine macht einen Mutter-Tochter-Tag mit den "Gilmore Girls"
Hätte ich einen Wunsch frei, würde der mich nach Stars Hollow führen. Der fiktiven Kleinstadt in Connecticut, wo "Gilmore Girls" spielt. In der Lorelai (Lauren Graham) und Rory (Alexis Bledel) leben. Das hinreißende Mutter-Tochter-Gespann, mit denen man einiges mitmacht. Sie verlieben und trennen sich, streiten und versöhnen sich. Und zwischendurch wickeln sie alle mit ihrem Endlos-Geplapper um den Finger. Mich sowieso. Und das Beste: Meine Mutter saß bei allen 153 Folgen neben mir auf der Couch. Die Serie war unser Ding. Ganz manchmal gucken wir immer noch zusammen. Meistens die eine Folge, in der die Großeltern zum zweiten Mal heiraten und zu "Wedding Bell Blues" tanzen. Dann muss ich Mutti immer Taschentücher geben und höre mich dabei sagen: "Zu dem Lied will ich auch heiraten." Vielleicht wünsche ich mich auch dort hin - zu Mutti auf die Couch.
Die Serie läuft wieder immer samstags ab 11:55 auf VOX (im Anschluss übrigens die neue Serie mit Lauren Graham: "Parenthood" - auch mal einen Blick wert). Die komplette DVD-Box mit allen sieben Staffeln "Gilmore Girls" gibt es über Amazon.
Insa lässt sich von "Kommissarin Lund" überraschen
Nichts für schwache Nerven! "Kommissarin Lund - Das Verbrechen" ist großartige FSK-16-Unterhaltung, in der der Mörder nicht nach 90 Minuten gestellt und die Welt wieder in Ordnung ist. Denn die dänische Kommissarin Sarah Lund (Sofie Gråbøl) ermittelt in zwei bisher gesendeten Staffeln mit bis zu zehn Folgen jeweils einen Fall, der erst in allerletzter Minute gelöst wird - mit überraschendem Ende. Im Gegensatz zu vielen deutschen Krimis schaffen es die Macher von "The Killing", so der Originaltitel, die Spannung bis zum Abspann aufrechtzuhalten. Es gibt keine Aufteilung zwischen Gut und Böse, nicht immer ist am Ende "alles gut". Das ist weitaus näher an der Realität als andere Krimiserien. Sehr erfrischend ist auch, dass das Privatleben der Kommissarin im Hintergrund stattfindet und die Aufmerksamkeit den spannenden Fällen samt Wendungen und Charakteren eingeräumt wird. "Kommissarin Lund" macht süchtig - und ist so spannend, dass man nach ein paar Folgen nachts nur schlecht einschlafen kann.
Die zweite Staffel Kommissarin Lund läuft noch bis zum 4. Oktober 2012 auf arte. Ansonsten gibt es sowohl Staffel 1
als auch Staffel 2
bei Amazon.
Mirca ist "S" & "Queen B" in "Gossip Girl"
"Du bist wie Serena von Gossip Girl!" bekam ich mal auf einer Party zu hören. Ich hatte keine Ahnung, musste mir die Serie erst mal ansehen. Und blieb hängen. Diese Story rund um eine verwöhnte Teenager-Clique von der New Yorker Upper East Side bietet allerhand Inspiration: für schicke Kleider, edel-einfache Frisuren, die Lieblings-Playlist oder aber und vor allem Intrigen! Besonders Serenas beste Freundin Blair "B" ist zuweilen herrlich böse. Kein Spiel, das sie nicht spielt, um zu kriegen, was sie will. Das macht sie viel interessanter als das blonde und allseits beliebte Engelchen "S". Ich konnte mich mit beiden ein bisschen identifizieren und freue mich nun jede Woche auf meine Dosis "Gossip Girl" mit all den schönen menschlichen Konflikten.
Die fünfte Staffel ist gerade angelaufen – immer montags um 21.15 Uhr auf sixx.
Katharina ist verrückt nach "Mad Men"
Wie Don Draper (Jon Hamm) da sitzt: arrogant, eiskalt, verr(a)ucht. Wie Don Draper da sitzt: cool, anziehend, sexy. Der New Yorker Werbefachmann ist halt ein A****loch, aber ein unwiderstehliches. Ein Typ, der seine Frau Betty betrügt, seine Kinder selten sieht, seine Mitarbeiter unfair behandelt - und dem man trotzdem nicht böse sein kann, weil er selbst eine arme Wurst ist, noch dazu in sehr adretter Pelle. Bislang sind vier Staffeln "Mad Men" auf DVD erschienen, die den beruflichen Don vom Creative Director einer Werbeagentur zum Inhaber einer Werbeagentur gemacht haben - und den privaten Don vom verheirateten zum geschiedenen Mann. Auch wenn Don Draper allein schon genug gute Argumente für "Mad Men" liefern würde: Die Menschen um ihn herum sind auch sehens- und mitleidenswert. Und alle bewegen sich so schön in einer perfekt nachgebauten 60er-Jahre-Welt, in die die Zeitgeschichte (Kennedy-Attentat, Tod der Monroe etc.) immer wieder Einzug erhält. Bin ich froh, dass Ende November endlich Staffel 5 auf DVD erscheint (im amerikanischen Original, deutscher VÖ-Termin noch nicht bekannt)!
Henning mag die unheile Welt in "Modern Family"
Familien-Sitcoms sind die Pest! Serien, die sich mit dem drolligen Familien-Alltag und seinen Krisen befassen sind (mit wenigen Ausnahmen) wie fremde Leute, die einen auf Partys mit Kinderfotos überfallen und langweiligen Anekdoten zulabern ("…und dann guckte sie auf die umgekippte Milchtüte und sagte 'Ups, patschi!'"). Aber: Fernseh-Familien können tatsächlich witzig sein - wenn man Ihnen erlaubt, mehr als nur heile Welt zu projizieren. So, wie die Großfamilie Dunphy/Pritchett: Der kleine Luke ist niedlich, aber offensichtlich ein Vollidiot. Mutter Claire ist eine perfekte Mutter und Hausfrau - weil sie ein besessener Kontrollfreak ist, vor dem selbst ihr Mann gelegentlich Angst hat. Und Opa Jay? Hat immer noch nicht so richtig verstanden, dass er für seinen schwulen Sohn Mitchell ein so toller Vater war. Und siehe da: Eine Sitcom-Familie, die nicht nur liebevoll, sondern auch kleinlich und missgünstig sein darf, ist plötzlich wahnsinnig komisch - und darf sich dann guten Gewissens doch noch irgendwie zusammenraufen. Meistens.
Auf RTL Nitro läuft die zweite Staffel "Modern Family" seit dem 10. September.
Insa hat lange auf "Mord mit Aussicht" gewartet
Es gibt sie doch: gute deutsche Serien. Mein Favorit "Mord mit Aussicht" ist nach längerer Abstinenz endlich ins Fernsehen zurückgekehrt. Kommissarin Sophie Hass (gespielt von der wunderbaren Caroline Peters) ermittelt im fiktiven verschlafenen Eifel-Nest Hengasch. Aber wer glaubt, in der Provinz werde nicht gemordet, irrt. Gemeinsam mit ihren Kollegen Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel, der kürzlich auch in "Der Tatortreiniger"
brillierte) und Bärbel Schmied (Maike Droste) macht sie sich auf Mördersuche. Schrullige Charaktere, subtiler Witz und skurrile Geschichten, in denen auch mal in Blumenkästen ermittelt wird, machen "Mord mit Aussicht" zu großer Serienunterhaltung. Mehr Infos zur Serie auf DasErste.de. "Mord mit Aussicht" läuft dienstags um 20.15 Uhr im Ersten.
Henning drückt die Daumen für "Parks & Recreation"
Nichts ist langweiliger als eine Kleinstadt-Behörde – vor allem, wenn man dort arbeitet. Umso schlimmer, dass Bürokratin Leslie Knope vor Idealismus und Enthusiasmus nur so strotzt – und ihre lustlosen Kollegen immer wieder zu neuen Projekten anstacheln will. Amy Poehler, neben Tina Fey die derzeit sehenswerteste TV-Komikerin, erzeugt aus dieser Vorlage immer absurdere Situationen und Konflikte, bis man nicht anders kann, als der manischen Leslie die Daumen zu drücken. Und Lokalpolitik plötzlich mit ganz anderen Augen zu sehen.
TV-Premiere war am 1. August auf dem deutschen Abokanal glitz*(bzw.glitz*HD). Derzeit läuft "Parks & Recreation" immer mittwochs um 20.45 Uhr.
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© CPT Holding/ Sony Pictures Television International
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Stefanie lacht und weint bei "The Big C"
Krebs ist nicht lustig. Null. Diese Serie, deren Titel-C für "Cancer" (Krebs) steht, ist es aber. Sehr sogar. Aber auch zum Weinen. Die Balance zwischen Weglachen und Heul-Flash ist perfekt. So muss guter Serienstoff sein, für mich zumindest. Die Handlung: Vorstadt-Lehrerin Cathy erhält die Diagnose "Hautkrebs im Endstadium" und nimmt diese Nachricht statt zu verzweifeln als Anlass, nur noch das zu tun, wonach ihr ist. Einen Swimming Pool im Vorgarten ausheben, Rotwein auf der cremefarbenen Couch schütten und fortan nur noch Desserts im Restaurant bestellen. Vor ihrer Familie hält sie die Krankheit vorerst geheim. Warum das an keiner Stelle kitschig, gefühlsbreiig oder überdreht wirkt? Weil jede noch so kleine Nebenrolle brillant besetzt ist. Zum Beispiel spielt Gabourey Sidibe ("Precious") eine aufsässige Schülerin, die später bei Cathy und ihrer Familie einzieht. Und Cynthia Nixon gibt die Freundin von Cathys Bruder Sean. Der ist übrigens meine schauspielerische Neuentdeckung: John Benjamin Hickey. Hoffentlich bald auch woanders zu sehen. Er gibt den Systemaussteiger, der sich von Müllresten ernährt und zum radikalen Umweltschützer mutiert. Und Laura Linney spielt so toll, dass ich so gern mal mit ihr einen trinken gehen würde.
Seit dem 25. Juli läuft "The Big C" immer mittwochs um 22.25 Uhr in ZDFneo. Die erste Staffel gibt es aber auch überAmazon. Staffel zwei lief gerade erst in den USA. Es dauert also noch eine kleine Weile, bis sie zu haben ist.
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