Star-Interview

Kevin Costner: Der letzte Cowboy

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BRIGITTE-woman.de: Einen Sohn. Er ist 18, so gut wie erwachsen. Aber ich kann es kaum aushalten, wenn ich nicht mindestens zweimal am Tag von ihm höre, dass alles okay ist.

Kevin Costner: Das verstehe ich gut. Und ich glaube, dass Sie sich um ihn auch anders sorgen als um eine Tochter. Intensiver. Unsere Söhne sind uns näher, weil sie das Potenzial haben, eine jüngere Ausgabe von uns selbst zu sein. Wir Männer sorgen uns extrem darum, ob unsere Jungs einen Weg finden, sie selbst zu sein und nicht im Schatten ihrer Väter zu stehen.

BRIGITTE-woman.de: Na ja, kommt auch auf den Vater an, denke ich. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Oscar-prämierter Weltstar.

Kevin Costner: Das spielt für Ihren Sohn keine Rolle - Sie werfen trotzdem einen Schatten, und Sie möchten den Jungen darin unbewusst so lange wie möglich vor zu viel Sonne schützen. Aber unsere Söhne müssen das Haus irgendwann verlassen, das ist ja geradezu biblisch. Und dann können sie uns als Väter auch wieder schätzen lernen - denn das tun sie nicht, wenn sie verstockte, genervte Teenager sind.

BRIGITTE-woman.de: Hm. Die Erfahrung haben Sie also auch gemacht.

Kevin Costner: Klar. Meine sieben Kinder sind zwischen 28 und zwei Jahren alt. Und wie oft habe ich gedacht: Verdammt, ich mache mir den ganzen Tag lang Gedanken um sie - und ihnen geht es am Arsch vorbei. Ich weiß ja: Man muss auch seine Rolle annehmen. Ich bin der Erwachsene, nicht das Kind. Aber meine Gefühle werden doch immer noch verletzt.

BRIGITTE-woman.de: Sie sind 57. Machen Sie mir Hoffnung: Wird man klüger, je älter man wird?

Kevin Costner: Ich hoffe doch. Ich bin schließlich keine Fliege.

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  • Fotos: imago/Wigglesworth
    BRIGITTE woman Heft 05/2012
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