Kino
"Die Wand" - Literaturklassiker auf der Leinwand

Lange galt Marlen Haushofers Literaturklassiker als unverfilmbar. Jetzt kann man "Die Wand" doch im Kino sehen - mit Martina Gedeck in der Hauptrolle.

Über den Film "Die Wand"

Eine Frau macht mit einem befreundeten Ehepaar einen Wochenendausflug auf deren Alpenhütte. Als das Paar von einem Besuch im Dorf nicht zurückkehrt, macht sie sich gemeinsam mit Hund Luchs auf die Suche – und stößt unweit der Hütte gegen eine unsichtbare, unüberwindbare Wand, die sie vom Rest der Welt trennt. Auf sich allein gestellt, beginnt die Frau einen Kampf ums Überleben...

Es braucht nur wenige Zeilen, um die Handlung von Marlen Haushofers Roman "Die Wand" zusammenzufassen, dahinter aber steckt ein Werk von großer Komplexität und Wucht - für Regisseur Julian Pölsler sein Lebensbuch. Also hat der Österreicher alles drangesetzt, den Roman zu verfilmen, der eigentlich als unverfilmbar galt: Weil er komplett aus der Innenansicht der namenlosen Frau besteht (wie findet man dafür spannende Kinobilder?), weil die Frau mit einem unsichtbaren "Gegner", der Wand, konfrontiert wird (wie will man die filmisch darstellen?), weil der Roman so viele Interpretationsmöglichkeiten bietet (wie wird man dem im Kino gerecht?).

Dass "Die Wand" auch auf der Kinoleinwand bestehen kann, verdankt der Film vor allem Hauptdarstellerin Martina Gedeck. Sie gibt der namenlosen Protagonistin ein Gesicht, an dem man sich auch nach 100 Minuten noch nicht satt gesehen hat, und eine Stimme, der man gebannt durch längere Monologpassagen folgt. Gedeck gehört die große Alpenbühne, ihre Mitspieler sind die gewaltige, bisweilen gewalttätige Natur und ein paar Tiere, allen voran ihr treuer Begleiter Luchs.

Zwar kann Pölslers Film letztlich die Intensität des Romans nicht erreichen, aber wer das Buch kennt, verlässt den Kinosaal mit dem Gefühl, die (vermutlich) bestmögliche Verfilmung von "Die Wand" gesehen zu haben.

Der Trailer zum Film

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