Neue Autoren
Diese Namen sollten Sie sich merken

Sie gewinnen wichtige Literatur-Preise, haben viel zu erzählen und ihre Debütromane machen Lust auf mehr. Zehn neue Autoren, auf die wir nicht mehr verzichten wollen.

Stefan Mühldorfer

Wer er ist: Freiberuflicher Filmredakteur. Arbeitete in der PR-Beratung und studierte Neuere Deutsche Literatur. Eine weise Entscheidung.

Weshalb wir ihn mögen: Weil er uns lehrt, hinter die Fassaden zu schauen. Die Kulisse seines Debütromans "Tagsüber dieses strahlende Blau" (dtv) verlegte er nach Kanada, in adrette Vorstadtstraßen mit Basketballkörben über der Einfahrt und daneben angesiedelten Einfamilienhäusern - in denen allen Beteiligten das vermeintlich perfekte Leben zu entgleiten droht.

Darum sollten wir uns seinen Namen merken: Weil er mit seinem reinen Schreibstil unser Herz berührt. Und kluge Dinge über das Älterwerden sagt, zum Beispiel: "Früher war mir mein Alter egal, jedenfalls war es nicht mehr als eine einfache Antwort auf eine einfache Frage. Erst im Lauf der Jahre ist mir bewusst geworden, dass die Frage nach dem Alter tiefer geht, als einem im ersten Moment selber lieb ist: Sie ist im Grunde die Frage danach, wo man im Augenblick steht".

Benedict Wells

Wer er ist: Ein 24-jähriger Münchener in Berlin, der sein ganzes junges Leben lang nur schreiben wollte. Nach dem Abi fing er nicht etwa eine Ausbildung an oder schrieb sich an der Uni ein, sondern hielt sich mit Gelegenheitsjobs (unter anderem in der Redaktion von Sandra Maischberger) über Wasser, um seinen Traum vom Schreiben zu verwirklichen.

Weshalb wir ihn mögen: Weil sich sein Durchhaltevermögen gelohnt hat und er uns mit dem im letzten Jahr beim Diogenes-Verlag erschienen Debütroman "Becks letzter Sommer" verzaubert hat. Dieser handelt von dem in der Midlife-Crisis steckenden Lehrer Robert Beck, der durch seinen talentierten Musikschüler Rauli seine große Showbusiness-Karriere wittert und das litauische Wunderkind kurzerhand unter Vertrag nimmt. Eine großartige Mischung aus Musikroman, Roadmovie und Liebesgeschichte.

Darum sollten wir uns seinen Namen merken: Weil ein 24-Jähriger auf 464 Seiten den Sinn des Lebens dargelegt hat und uns mit Sätzen wie den Folgenden den Atem raubt: "Es geht um die Liebe oder das, was man tun möchte. Dumme Menschen verkomplizieren alles. Kluge Menschen vereinfachen. Denn wenn Sie einmal alt sind, dann werden Sie sich sicher nicht vorwerfen, zu wenig Zeit im Büro verbracht haben. Aber Sie werden sich ewig vorwerfen, nicht genug geliebt zu haben oder nicht das gemacht zu haben, was Sie eigentlich wollten". Und weil er bereits an seinen nächsten beiden Folgeromanen tüftelt.

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  • Text: Laura Heueck

    Fotos: Veronika Rusch: Alexandra Simon; Stefan Mühldorfer: Heike Bogenberger; Hans Rath: Armin Zedler; Randa Jarrar: Bering photography; Benedict Wells: privat; Christopher Kloeble: dtv/Heike Bogenberger; Aravind Adiga: Akash Shah; Kristin, Steinsdottier: Johannes Long; Rebecca Niazi-Shahabi: Marco P. Schott
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