Vorsorge-Check
Alle Untersuchungen im Überblick

Welche Vorsorge-Checks sind wirklich sinnvoll? In unserer Körper-Animation finden Sie alle Untersuchungen im Überblick und erfahren, was davon zu halten ist.

In diesem Artikel:

Das Angebot an Gesundheits-Tests und Vorsorge-Checks wird ständig größer - und unübersichtlicher. Können wir überhaupt rundherum sicher sein? Und was ist notwendig, was reine Geldschneiderei?

Hier finden Sie alle wichtigen Untersuchungen im Überblick. Klicken Sie in der Körper-Animation einfach auf den entsprechenden Bereich, um sich über die angebotenen Tests zu informieren. So erfahren Sie, für wen welche Untersuchung sinnvoll ist, wer die Kosten trägt und ob die Untersuchung wirklich etwas bringt.

Mit der Schnellsuche-Funktion können Sie auch gezielt nach einzelnen Untersuchungen suchen, etwa nach der Glaukom-Früherkennung oder dem Mammografie-Screening.

Herz-Kreislauf-Vorsorge

Check-Up 35

Für wen? Frauen und Männer ab 35 Jahre.

Was wird untersucht? Der Arzt macht eine körperliche Untersuchung (Abhören, Abtasten), misst den Blutdruck, bestimmt den Blutzucker- und Cholesterinspiegel und untersucht den Urin mit Teststreifen.

Wie oft? Alle zwei Jahre.

Kosten? Zahlt die Krankenkasse.

Was bringt das? Der Check zielt in erster Linie auf die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes. Manche Experten sind aufgrund von neueren Studien allerdings der Meinung, dass man das Arterioskleroserisiko mit der Messung des Taillenumfangs genauso exakt erfassen kann wie mit der Cholesterinbestimmung.

Sinnvoll? Ja. Und übrigens... Beim Check-up 35 darf keine Praxisgebühr verlangt werden.

Knochen Vorsorge

Gentest zur Bestimmung des Osteoporoserisikos

Für wen? Für Frauen, in deren Familie bereits Osteoporose aufgetreten ist und die befürchten, deshalb ein erhöhtes Risiko zu haben.

Was wird untersucht? Mit einem Wattestäbchen werden Zellen von der Mundschleimhaut geschabt und eingeschickt. Im Labor wird getestet, ob bestimmte Risikogene vorhanden sind.

Wie oft? Einmalig. Erhältlich beim Arzt oder als Selbsttest in der Apotheke oder im Internet.

Kosten? 50 Euro.

Was bringt das? Wenig. Denn an der Entstehung der Osteoporose sind mehr Gene beteiligt, als beim Test untersucht werden. Außerdem können noch andere Faktoren wie z. B. Bewegung, Ernährung und die Einnahme von Medikamenten Knochenschwund begünstigen.

Sinnvoll? Nein.

Knochendichtemessung

Für wen? Frauen nach den Wechseljahren.

Was wird untersucht? Gemessen wird die Dichte des Knochens, um daraus das individuelle Risiko für Knochenbrüche zu ermitteln. Dafür wird von den ärztlichen Fachgesellschaften ein spezielles Röntgenverfahren (DXA) mit geringer Strahlenbelastung empfohlen. Geröntgt werden die Lendenwirbelsäule und die Hüfte. Eine Ultraschalluntersuchung des Knochens ist nicht so aussagekräftig.

Wie oft? Je nach Fragestellung.

Kosten? Etwa 30 bis 60 Euro.

Was bringt das? Einfach mal so die Knochendichte messen bringt nicht viel. Das ist nur ein Mosaikstein beim Verdacht auf Knochenschwund (Osteoporose). Normalerweise wird die Knochendichte nur bei Patientinnen mit hohem (z.B. genetisch bedingtem) Risiko gemessen oder wenn schon unerklärliche Knochenbrüche aufgetreten sind (dann trägt die Kasse auch die Kosten).

Sinnvoll? Als Untersuchung zur Früherkennung von Osteoporose umstritten.

Gebärmutter- und Eierstock Vorsorge

Dünnschichtzytologie

Für wen? Frauen ab 20 Jahre.

Was wird untersucht? Ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals wird nicht wie beim PAP-Test gleich auf ein Glasplättchen gestrichen, sondern zunächst in einer Flüssigkeit verdünnt.

Wie oft? Jährlich.

Kosten? Etwa 50 bis 70 Euro.

Was bringt das? Die Zellen sollen mit dieser Methode mikroskopisch besser zu beurteilen sein als beim herkömmlichen PAP-Test.

Sinnvoll? Umstritten.

HPV-Test

Eine Untersuchung zum Nachweis eines bestimmten Typs von humanen Papillomviren (HPV). Diese Viren verursachen Veränderungen der Schleimhaut. Dadurch ist das Risiko, Gebärmutterhalskrebs zu bekommen, erhöht.

Für wen? Frauen ab ungefähr 40 Jahre.

Was wird untersucht? In einem Abstrich vom Gebärmutterhals lassen sich krebserregende Papillomviren (HPV) nachweisen.

Wie oft? Noch unklar.

Kosten? 70 bis 100 Euro.

Was bringt das? Bei jüngeren Frauen nichts, weil sie oft HPV-Infektionen haben, die von selbst ausheilen. Bei Frauen ab ungefähr 40 Jahre weisen die Viren jedoch auf ein erhöhtes Krebsrisiko hin. Eine ganz neue kanadische Studie hat gezeigt, dass der HPV-Test zuverlässiger ist als der herkömmliche PAP-Test. In dieser Studie wurden Krebsvorstufen mit dem PAP-Test nur in rund der Hälfte der Fälle entdeckt, mit dem HPV-Test aber in 95 Prozent. Allerdings gab es mit dem HPV-Test auch häufi ger Fehlalarm. Bei einer Kombination von PAP und HPV war die Trefferquote 100 Prozent.

Sinnvoll? Nach den neuesten Studiendaten ja.
Und übrigens... Hat der Test eine HPV-Infektion gezeigt, gibt es aber bisher keine gefährlichen Zellveränderungen, sind regelmäßige Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung besonders wichtig.

Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke

Für wen? Frauen ab ungefähr 40 Jahre.

Was wird untersucht? Mit vaginalem Ultraschall (von der Scheide aus) werden die Eierstöcke untersucht.

Wie oft? Alle ein bis zwei Jahre.

Kosten? Etwa 30 bis 60 Euro.

Was bringt das? Mit Ultraschall sind Tumoren an den Eierstöcken gut erkennbar. Sogar im Frühstadium werden sie sehr selten übersehen. Die Heilungschance beträgt dann immerhin 80 Prozent. Allerdings gibt es auch viele Befunde, die zunächst beunruhigen und sich später doch als harmlos herausstellen. Zurzeit wird in Studien noch geprüft, ob ein Früherkennungsprogramm mit Ultraschall die Todesfälle durch Eierstockkrebs reduzieren kann.

Sinnvoll? Umstritten.

PAP-Abstrich

Bei dieser Methode (PAP = Abkürzung für Papanicolaou-Färbung) zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs werden die vom Gynäkologen entnommenen Zellen im Labor eingefärbt. So sind krankhafte Veränderungen zu erkennen.

Für wen? Frauen ab 20 Jahre.

Was wird untersucht? Eingefärbte Zellen vom Gebärmutterhals werden unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht.

Wie oft? Jedes Jahr.

Kosten? Zahlt die Krankenkasse.

Was bringt das? Mit einem einmaligen PAP-Test wird ungefähr die Hälfte aller verdächtigen Befunde nicht entdeckt. Die Trefferquote steigt, wenn der Test tatsächlich jährlich gemacht wird. Es ist bewiesen, dass durch regelmäßige Abstriche das Risiko sinkt, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken und zu sterben.

Sinnvoll? Auf jeden Fall.
Und übrigens... Wer sein Leben lang normale Befunde hatte, braucht nach Meinung vieler Experten ab Anfang/Mitte 60 keine jährlichen Abstriche mehr machen zu lassen.

Brustvorsorge

Ultraschall der Brust

Für wen? Frauen ab etwa 50 Jahre.

Was wird untersucht? Die Ultraschallwellen werden im Brustgewebe reflektiert, das "Echo" wird als Bild aufgezeichnet.

Wie oft? Alle zwei Jahre ergänzend zur Mammografie.

Kosten? Etwa 40 bis 100 Euro.

Was bringt das? Manche Veränderungen in der Brust, besonders Zysten, sind mit Ultraschall besser zu erkennen als mit der Mammografie. Und das ohne zusätzliche Strahlenbelastung. Als alleinige Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs reicht Ultraschall aber nicht aus, da z. B. Kalkablagerungen, die auf Krebsvorstufen hinweisen können, nicht zu sehen sind. Mammografi e und Ultraschall zusammen erhöhen jedoch die Treffsicherheit bei der Früherkennung. Gleichzeitig steigt natürlich auch die Zahl der "Fehlalarme". Die Genauigkeit hängt von der Erfahrung des untersuchenden Arztes ab.

Sinnvoll? Ja, aber nicht als alleinige Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs.

Mammografie-Screening

Für wen? Frauen von 50 bis 69 Jahre.

Was wird untersucht? Die Brüste werden geröntgt.

Wie oft? Alle zwei Jahre.

Kosten Zahlt die Krankenkasse für die angegebene Altersgruppe. Wer auch im höheren Alter weiter zur Mammografie gehen möchte (sinnvoll auf jeden Fall für alle, die über Jahre Hormonpräparate genommen haben), muss mit etwa 80 bis 150 Euro für die Untersuchung rechnen. Frauen, die, statt das Screening zu nutzen, ihre Brüste lieber in einer Arztpraxis ihres Vertrauens röntgen lassen möchten, müssen die Kosten ebenfalls selbst tragen.

Was bringt das? Mit der Mammografie können kleine Tumoren gefunden werden, die man nicht tasten kann. Dadurch wird der Krebs häufiger in einem früheren, heilbaren Stadium entdeckt. Allerdings werden auch mit der Mammografie nicht alle Tumoren gefunden (bei Frauen über 50 wird jeder vierte Tumor übersehen), und ziemlich häufig stellt sich ein anfangs verdächtiger Befund erst nach belastenden Zusatzuntersuchungen als harmlos heraus. Die meisten Studien kommen aber zu dem Ergebnis, dass durch das Screening die Zahl der Todesfälle durch Brustkrebs um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden kann.

Sinnvoll? Ja.
Und übrigens... Je älter man wird, desto höher ist das Brustkrebsrisiko. Deshalb ist es nicht einzusehen, dass das kostenlose Screening mit 69 endet. Zumal die Mammografie bei älteren Frauen besonders treffsicher ist.

Abtasten der Brust

Für wen? Frauen ab 30 Jahre.

Was wird untersucht? Der Arzt tastet die Brust und die Achselhöhlen nach Knoten ab.

Wie oft? Jährlich.

Kosten? Zahlt die Krankenkasse.

Was bringt das? Wenig. Krebs im Frühstadium kann so fast nie entdeckt werden. Wenn Frauen ihre Brust selbst abtasten, sind die Ergebnisse oft besser.

Sinnvoll? Nicht wirklich.

Magen- und Darm Vorsorge

Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Haemocculttest)

Für wen? Frauen und Männer ab 50 Jahre.

Was wird untersucht? Mit einer chemischen Reaktion wird Blut im Stuhl nachgewiesen, das z. B. von Tumoren, Hämorrhoiden oder einem Magengeschwür stammen kann.

Wie oft? Jährlich.

Kosten? Zahlt die Krankenkasse.

Was bringt das? Der Test ist nicht besonders treffsicher, nur 40 Prozent der Darmtumoren werden dadurch entdeckt. Es gibt häufig Fehlalarm, weil auch bestimmte zuvor verzehrte Lebensmittel (Fleisch, Brokkoli, Bananen, Tomaten etc.) positive Ergebnisse verursachen können. Dennoch hat der Test seine Berechtigung, da er nicht belastend ist.

Sinnvoll? Bedingt.

Enzymtest zur Früherkennung von Darmkrebs

Für wen? Frauen und Männer ab Mitte 40.

Was wird untersucht? In einer Stuhlprobe wird das Enzym M2-PK bestimmt, das von Tumorzellen im Darm vermehrt gebildet wird.

Wie oft? Alle ein bis zwei Jahre. Erhältlich beim Arzt oder als Selbsttest in Apotheken oder im Internet.

Kosten? Rund 30 Euro.

Was bringt das? Ist der Wert erhöht, besteht der Verdacht auf einen Darmtumor. Der Test hat eine deutlich höhere Trefferquote als der herkömmliche Stuhltest, den die Kasse bezahlt. Da jedoch auf einen entdeckten Darmtumor 30- bis 80-mal falscher Alarm kommt, ist der Test nach Einschätzung der Stiftung Warentest nicht so gut zur Früherkennung geeignet.

Sinnvoll? Bedingt.

Immunologischer Stuhltest

Für wen? Frauen und Männer ab Mitte 40.

Was wird untersucht? Der Test weist ein bestimmtes Bluteiweiß im Stuhl nach.

Wie oft? Alle ein bis zwei Jahre. Erhältlich beim Arzt oder als Selbsttest in Apotheken oder im Internet.

Kosten? 10 Euro.

Was bringt das? Verborgenes Blut im Stuhl kann Hinweis auf einen Darmtumor sein. Der Test ist nicht so störanfällig wie der herkömmliche Stuhltest, den die Kasse bezahlt, und er hat eine höhere Treffsicherheit. Fehlalarm ist aber ziemlich häufig.

Sinnvoll? Bedingt.

Darmspiegelung

Für wen? Frauen und Männer ab 55 Jahre.

Was wird untersucht? Der gesamte Dickdarm wird auf Veränderungen der Schleimhaut wie Polypen und Tumoren abgesucht.

Wie oft? Insgesamt zwei Mal, das erste Mal ab 55, das zweite Mal ab 65 Jahre.

Kosten? Zahlt für die genannten Altersgruppen die Krankenkasse. Wer bereits früher – ohne dass ein Verdacht vorliegt – eine Darmspiegelung machen lassen möchte, muss dafür etwa 200 Euro ausgeben.

Was bringt das? Die Trefferquote ist sehr hoch (über 90 Prozent), Fehlalarm selten (ungefähr bei jeder 100. Untersuchung). Mit der Darmspiegelung ist nicht nur eine Früherkennung, sondern eine echte Vorbeugung möglich; denn Tumoren im Darm entstehen meist aus Vorstufen (Polypen). Werden diese frühzeitig entfernt, kann sich gar nicht erst Krebs entwickeln.

Sinnvoll? Auf jeden Fall.

Zöliakie-Schnelltest

Für wen? Ein ganz neuer Test für alle, die wegen ständiger Magen und Darmprobleme den Verdacht haben, dass sie kein Gluten, das Klebereiweiß in einzelnen Getreidesorten, vertragen. Die Ärzte sprechen dann von Zöliakie.

Was wird untersucht? In einem Blutstropfen werden bestimmte Antikörper nachgewiesen, die typisch für die Unverträglichkeit von Gluten sind.

Wie oft? Einmalig. Erhältlich beim Arzt oder als Selbsttest in der Apotheke oder im Internet.

Kosten? 20 Euro.

Was bringt das? Keine sichere Diagnose, aber zumindest ein Hinweis darauf, dass es sich um Zöliakie handeln könnte.

Sinnvoll? Bedingt. Der Test ersetzt keine umfassende Diagnostik beim Arzt. Und übrigens... Wird eine Zöliakie früh erkannt, lassen sich Langzeitschäden im Darm durch eine glutenfreie Diät vermeiden.

Augen-Vorsorge

Glaukom-Früherkennung (Grüner Star)

Für wen? Frauen und Männer ab ungefähr 40 Jahre.

Was wird untersucht? Der Augendruck wird gemessen. Da es grünen Star auch ohne messbare Erhöhung des Augendrucks geben kann, gehört zur vollständigen Vorsorge unbedingt auch die Spiegelung der Netzhaut und des Sehnervs.

Wie oft? Alle zwei Jahre.

Kosten? Etwa 15 bis 20 Euro.

Was bringt das? Werden Schädigungen des Sehnervs oder ein zu hoher Augendruck früh erkannt, lässt sich durch Medikamente das Fortschreiten der Krankheit und im Extremfall sogar die Erblindung verhindern.

Sinnvoll? Ja.

Haut Vorsorge

Ganzkörpercheck der Haut

Für wen? Frauen und Männer ab 35 Jahre.

Was wird untersucht? Hautärzte oder speziell fortgebildete Hausärzte inspizieren gründlich die Haut am ganzen Körper – auch die Kopfhaut und die Fußsohlen.

Wie oft? Alle zwei Jahre.

Kosten? Zahlt die Krankenkasse.

Was bringt das? Hautkrebs lässt sich dadurch so früh entdecken, dass er problemlos und ohne Folgen entfernt werden kann. Besonders beim Schwarzen Hautkrebs (Melanom) ist zeitiges Erkennen wichtig, da diese Tumoren schon sehr früh Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden.

Sinnvoll? Ja. Und übrigens... Der regelmäßige Hautcheck bietet die Chance, auch Krebsvorstufen zu entdecken und zu entfernen, bevor überhaupt ein Tumor daraus entsteht.

  • Artikel vom 09.06.2010
    Foto: Getty Images

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