Zahnimplantate

Ersatz mit Biss?

Zahnprothesen haben ein schlechtes Image. Da scheinen Zahnimplantate die bessere Lösung zu sein, oder? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Irgendwann trifft es jeden von uns. Dann müssen Zähne, die nicht mehr in Ordnung sind, ersetzt werden. Um Schmerzen zu bekämpfen, um wieder besser kauen zu können oder einfach für ein schöneres Lächeln. Und jeder stellt sich die Frage: Was ist die beste Lösung?

Konventioneller Zahnersatz ist entweder, wie Prothesen, herausnehmbar oder wird als Brücke oder Stiftzahn an verbliebenen Zähnen verankert. Für viele keine angenehme Vorstellung. Bei Brücken müssen möglicherweise gesunde Zähne abgeschliffen werden, bei Stiftzähnen können Schäden an den körpereigenen Zahnwurzeln auftreten, auf die sie aufgesetzt sind.

Zahnimplantate sind keine schnelle Lösung

Implantate erscheinen da als modernere und optisch attraktivere Alternative. Dafür werden zunächst künstliche Wurzeln, häufig aus Titan, in den Kiefer eingepflanzt. Anschließend wird ein Ersatzzahn aufgesetzt. Eine Möglichkeit, die so mancher Dentist seinen Patienten als das Nonplusultra anpreist. Doch diese "völlig kritiklose Euphorie" ist absolut nicht angebracht, bemängelt die Berliner Zahnärztin Dr. Celina Schätze, Vorsitzende des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde. Denn nicht für jeden ist diese Form des Zahnersatzes die optimale Lösung. "Die Implantat-Behandlung ist zur angesagten statusträchtigen 'Zeitgeist-Therapie' geworden und deshalb mit großen wirtschaftlichen Interessen verbunden", sagt Celina Schätze. Sie rät allen Patientinnen, sich vorab gründlich zu informieren.

Ein wichtiger Punkt: Implantate sind keine schnelle Lösung. Wer sich für künstliche Zahnwurzeln entscheidet, muss Geduld mitbringen. Je nachdem, ob der Kieferknochen stark genug ist oder erst noch mit Ersatzmaterial aufgebaut werden muss, dauert es drei bis sechs Monate, bis ein Implantat eingeheilt ist. Danach sind weitere drei Wochen nötig, um den Zahnersatz anzufertigen.

Zum Vergleich: Bei einer Brücke schleift der Arzt die beiden Zähne neben der Lücke ab und überkront sie, um den falschen Zahn daran zu befestigen. Zwar muss damit, nachdem der alte Zahn gezogen ist, auch zwei bis drei Monate gewartet werden, bis alles verheilt ist. Der Zahnarzt kann jedoch für diesen Zeitraum ein recht stabiles Provisorium aus Kunststoff einsetzen. Das geht bei einem Implantat nicht. Denn die Nachbarzähne werden nicht überkront. So bleibt nur eine Miniprothese aus Gaumenplatte und einem Zahn oder das Einkleben eines Ersatzzahns. Beides Übergangslösungen, die nicht sehr stabil und komfortabel sind - vor allem bei stark belasteten Schneidezähnen.

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  • Text: Ingrid Glomp
    Foto: iStockphoto
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