Schluss mit schlechten Nächten

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Schlafmangel

Wer zu wenig schläft, stirbt früher

Schlafmangel hat Folgen für die Gesundheit, ganz besonders bei Frauen. Aber auch zu viel Schlaf schadet.

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Thomas Alva Edison ist schuld. Als er die Glühbirne mit Wolframfaden erfand, machte er die Nacht zum Tag. Seitdem können wir rund um die Uhr arbeiten und feiern, seit einiger Zeit auch fernsehen und im Internet surfen. Kein Wunder, dass die Nachtruhe dabei oft zu kurz kommt. Doch Schlafmangel hat Folgen für die Gesundheit, ganz besonders bei Frauen. Wer ständig übermüdet ist, riskiert nicht nur häufiger Unfälle, sondern wird auch anfälliger für Krankheiten. Bei Menschen, die weniger als sieben Stunden schlafen, schwächelt bereits das Immunsystem: Sie erkälten sich fast dreimal so häufig wie solche mit acht Stunden oder mehr Schlaf. Richtig gefährlich wird es bei noch kürzerer Nachtruhe. Menschen mittleren Alters, die regelmäßig maximal fünf Stunden schlafen, haben ein erhöhtes Risiko, an Diabetes, Herz-Kreislauf- Beschwerden und Übergewicht zu leiden. Und die Gefahr zu sterben verdoppelt sich.

Fünf Stunden - dieses zeitliche Limit zeichnet sich in den verschiedensten Studien immer wieder als Grenze ab, die nicht dauerhaft unterschritten werden sollte. "Wenn ich weniger als fünf Stunden schlafe, begrenze ich meinen Tiefschlaf. Und der ist offenbar entscheidend für den Erholungswert", sagt Schlafforscher Professor Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum der Psychiatrischen Universitätsklinik in Regensburg. Dieses Manko kann auch ein Mittagsschlaf nicht vollständig ausgleichen. Wer ab und zu mal etwas länger feiert oder mit Sorgen im Kopf eine Nacht durchwacht, muss aber nicht gleich gesundheitliche Folgen befürchten.

Doch ständiger Schlafmangel über einen längeren Zeitraum hinterlässt Spuren im Körper, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Vor allem die Produktion von Hormonen und der Stoffwechsel werden ungünstig beeinflusst. So wird, wenn wir schlafen, Leptin freigesetzt. Dieses Hormon sorgt dafür, dass wir uns satt fühlen. Bei Schlafmangel sinkt der Leptin-Spiegel. Dafür entsteht vermehrt Ghrelin, ein Hormon, das Hungergefühle verursacht. Wer weniger schläft, isst deshalb vermutlich mehr. Andererseits produziert er nicht so viel Insulin, und der Blutzuckerspiegel steigt. Auch das Stresshormon Cortisol wird durch den Schlaf-Wach- Rhythmus reguliert. Und amerikanische Forscher fanden heraus, dass die Arterien von Menschen, die nicht genug Schlaf bekommen, eher verkalken. Ein wichtiger Risikofaktor für Herzerkrankungen.

Frauen sind von diesen Problemen auf besondere Weise betroffen. Denn nur bei ihnen kann ein Mangel an Nachtruhe auch den Blutdruck in die Höhe treiben. Außerdem entdeckte die britische Wissenschaftlerin Dr. Michelle Miller kürzlich, dass bei Frauen, die statt sieben höchstens fünf Stunden Schlaf bekommen, ein Entzündungsfaktor im Blut (hsCRP = high sensitivity C-reaktives Protein) deutlich erhöht ist. Er gilt als Warnzeichen für Herzerkrankungen. Bei Männern fanden sich solche Veränderungen nicht. So ist es kaum verwunderlich, dass Schlafmangel bei Frauen das Herzinfarktrisiko verdreifacht, während es bei Männern nicht merklich ansteigt.

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  • Text: Ingrid Glomp
    Credit: iStockphoto
Letzte Kommentare
  • Artist-Painter
    am 02.11.09 um 17:08
    "Und die Gefahr zu sterben verdoppelt sich." Ich dachte diese Gefahr ist immer gleich hoch. Ich glaube hier fehlt das kleine Wort "frueher"
 
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