Kurgast und Autorin Doris Brockmann
Des weiteren gibt es die sportiven Bahnenzieher. Die schwimmen, als wollten sie sagen: "Seht her ihr Krüppel, das hier ist Schwimmen. Wenn ich nicht beim Training für den Ironman diesen blöden Bandscheibenvorfall gehabt hätte, wäre ich nie im Leben mit euch Pack hier in ein und dasselbe Wasser gestiegen. Hoffentlich kann ich bald wieder unter normalen Bedingungen trainieren. Auuuh – oooh – ahhh! Dieser Scheiß-Vorfall!"
Ja, liebe sportiven Bahnenzieher, kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort.
Schließlich gibt es noch die Eifrigen. In der Regel sind sie unsportlich, geben sich aber alle Mühe, den vorgegebenen Trainingsplan abzuarbeiten, und zwar möglichst genau nach den Anweisungen, die sie bei den Einweisungen "Wassergymnastik" und "Bewegungsbad" erhalten haben. Die Eifrigen haben entweder die Lippen fest aufeinandergepresst oder einen kleinen Zungenzipfel im Mundwinkel hängen. Sie grüßen scheu und fürchten beobachtet zu werden. Am liebsten hätten sie ein Kopfgestell, in das sie ihren Trainingsplan so klemmen könnten, dass er direkt vor ihrer Nase hinge und sie keine Fehler machen müssten. Da aber selbst sie wissen, dass das ziemlich blöd aussähe, nehmen sie grummelnd in Kauf, dass sie die ein oder andere Übung ihres Planes, den sie vorher auf dem Zimmer auswendig gelernt haben, nicht ordnungsgemäß ausführen.
Ist doch nicht so schlimm, möchte ich ihnen zurufen. Aber sie würden mir ja doch nicht glauben.
Und wohin gehöre ich? Ich gehöre zu den ganz Normalen, die ein bisschen schwimmen, ein bisschen dümpeln, sich frei bewegen und auch mal umgucken, ein Schwätzchen halten, ein paar Wassergymnastik-Übungen ausführen und auch mal zügig zwei Bahnen ziehen, damit klar ist, dass ich nicht zu den (lahmen) Enten gehöre."
Das ganze Blog lesen Sie unter www.walk-the-lines.de/blog/







Die schönsten Seiten der Literatur


