Oft werden sie nur durch Zufall entdeckt, bei einer Ultraschalluntersuchung. Dabei sind sie gar nicht so selten. Vor allem Frauen über 40 haben Gallensteine. Generell ist das Risiko für Frauen deutlich höher als für Männer. Wer Kinder geboren hat und übergewichtig ist, ist besonders anfällig für Gallensteine. Sie bilden sich, wenn in der Gallenflüssigkeit die Mischung von festen und flüssigen Bestandteilen nicht mehr stimmt. Diabetes, zu hohe Blutfettwerte und die Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren begünstigen diesen Prozess. Am häufigsten sind Cholesterinsteine, die bei zu viel Cholesterin in der Galle entstehen.
Fast ein Viertel aller Frauen um 50 Jahre hat Gallensteine - auch wenn sie es nicht merken. Drei von vier Betroffenen haben keine Beschwerden. Und gefährlich sind die Steine zunächst auch nicht, eine Operation ist nicht nötig. Erst wenn die Steine eine Entzündung verursachen, mit Schmerzen im rechten Oberbauch und Fieber, muss die Gallenblase entfernt werden.
Das geschieht heute standardmäßig minimalinvasiv. Dabei werden die Operationsinstrumente durch mehrere kleine Einschnitte im Nabel und in der Bauchdecke eingeführt (laparoskopische Methode). Komplikationen, die während des Eingriffs das Umsteigen auf eine offene Operation mit größerem Bauchschnitt erfordern, sind selten. So bleiben in der Regel wenige kleine Narben. Und starke Beeinträchtigungen im täglichen Leben muss auch niemand befürchten: Nur sehr fettes Essen kann vorübergehend Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall verursachen, weil die zur Fettverdauung nötige größere Menge Galle fehlt. Der Grund: Ohne Gallenblase kann sich keine Galle mehr ansammeln; sie fließt kontinuierlich in den Darm.
Operation über den Nabel bei Gallensteinen
Noch bessere kosmetische Ergebnisse als die Standardoperation sollen neue Verfahren bringen, die Chirurgen seit Kurzem erproben. Bei der so genannten SILS- oder LESS-Methode werden alle Instrumente über einen einzigen Zugang im Nabel eingeführt. "Das hat Vorteile, weil es nur eine Narbe gibt", sagt der Ravensburger Bauchchirurg Professor Ekkehard Jehle. "Allerdings lässt sich die Operation nicht immer auf diese Weise zu Ende führen. Manchmal werden zusätzliche kleine Schnitte wie bei der konventionellen Operation notwendig."
Deutlich skeptischer ist der Chirurg gegenüber der so genannten NOTES-Methode, bei der die Gallenblase durch die Scheide oder den Magen entfernt wird. Dabei bleiben keinerlei äußere Narben. Dennoch findet Ekkehard Jehle diese Zugangswege problematisch. "Wenn man durch den Magen operiert, ist der Verschluss des Lochs in der Magenwand nicht ganz einfach. Da kann beispielsweise eine gefährliche Bauchfellentzündung entstehen", so der Operateur. "Und von der Scheide aus ist der Weg zur Galle länger als vom Nabel. Da besteht das Risiko, unterwegs den Darm zu verletzen."







Die schönsten Seiten der Literatur

