Schulmedizin und Naturheilkunde
Die kombinierte Brustkrebsbehandlung

BRIGITTE WOMAN: Was sagen Sie einer Patientin, die keine Schulmedizin möchte?

Gustav Dobos: Es gibt Brustkrebs-Tumore, bei denen wir mit Schulmedizin große Heilungschancen haben. Wenn eine Patientin einen solchen Tumor hat, fände ich es verantwortungslos, nicht alles zu versuchen, sie von dieser Therapie zu überzeugen. Und in der Regel schafft man das auch.

BRIGITTE WOMAN: Viele Ärzte behandeln auch weiter, wenn keine Hoffnung mehr besteht. Dann leiden die Patientinnen unter der Therapie oft mehr als ohne. Wie stehen Sie dazu?

Sherko Kümmel: Entscheidend ist eine Abwägung zwischen Wirkung und Nebenwirkungen. Hauptziel der Behandlung muss die Lebensqualität sein.

Gustav Dobos: Das Problem ist, dass viele Ärzte nicht gelernt haben, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Für sie ist es das Einfachste, einer Patientin mit drei Monaten Lebenserwartung noch eine Chemotherapie zu geben. Dann ist sie in dieser Zeit so mit den Nebenwirkungen beschäftigt, dass sie dem Arzt keine unangenehmen Fragen stellen kann. Aber sie hat auch keine Freude am Leben mehr.

Zum Weiterlesen
"Gemeinsam gegen Krebs" von Gustav Dobos und Sherko Kümmel (280 S., 24,95 Euro, Zabert Sandmann 2011)

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  • Text: Monika Murphy-Witt
    Fotos: Petra Stockhausen
    Ein Artikel aus BRIGITTE WOMAN 10/11

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