Stent: Halt für enge Arterien
Das röhrchenförmige Gitter aus Metall wird in verengte Blutgefäße eingesetzt. Stents halten Gefäße offen und verbessern so die Durchblutung. Heute sind sie oft mit Medikamenten beschichtet, die verhindern sollen, dass die Gefäßinnenwand in diesem Bereich wuchert und die Arterie sich wieder verengt.
Wann kommt er infrage? Vor allem nach einem akuten Herzinfarkt, aber auch bei Verengungen der Herzkranzgefäße, die zu Durchblutungsstörungen am Herzen führen. Stents können ebenfalls in Beinarterien und die Halsschlagader (Carotis) eingesetzt werden, wenn die Durchblutung dort gestört ist.
Für wen ist er geeignet? Ob und wann ein Stent bei verengten Herzkranzgefäßen besser ist als Medikamente oder eine Bypass-Operation, wird seit Jahren kontrovers von Experten diskutiert. Neueste Studien deuten darauf hin, dass bei einer starken Verengung der Herzkranzgefäße eher eine Bypass-Operation zu empfehlen ist. Vor dem Einsetzen eines Stents muss geklärt werden, wie stark ein Herzkranzgefäß verengt ist (mindestens um 70 Prozent) und ob das tatsächlich zu einer schlechteren Durchblutung des Herzmuskels führt (das zeigen z. B. ein Belastungs-EKG oder andere so genannte Stresstests).
Ob man sich dann für oder gegen einen Stent entscheidet, hängt von individuellen Faktoren ab: Ist nur ein Herzkranzgefäß verengt, oder sind es mehrere Gefäße? Ist das größte Gefäß, der so genannte Hauptstamm, betroffen? Wie stark sind die subjektiven Beschwerden? Besteht ein erhöhtes Infarktrisiko, z. B. bei Diabetes? Die neuesten Leitlinien fordern, dass die Entscheidung immer in einem Team von Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam mit dem Patienten getroffen wird.
Welche Vor- und Nachteile gibt es? Ein Stent stabilisiert langfristig den Erfolg nach einer Aufweitung der Herzkranzgefäße mit einem Ballonkatheter. Im Vergleich mit einer Bypass-Operation ist das Legen eines Stents kein großer Eingriff, meistens muss man nur einen Tag in der Klinik bleiben. An der offen liegenden Oberfläche der Stents können sich aber Blutgerinnsel bilden. Diese können zu einem akuten Gefäßverschluss und damit zu einem Infarkt führen, der eigentlich verhindert werden sollte. Deshalb müssen so lange Medikamente, die die Gerinnung hemmen, genommen werden, bis der Stent in die Gefäßwand eingewachsen ist.
Wer zahlt? Alle Krankenkassen.
Mehr Infos: www.kardionet.de/stent; Deutsche Herzstiftung e. V., einen Stent-Pass gibt es unter www.herzstiftung.de/Stent-Pass.html.







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