Ernährungs-Wissen
Winterspeck? Ohne mich!

Draußen ist es kalt, drinnen warten Plätzchenteller, Schokolade und deftiges Essen. Lesen Sie, wie die Winterspeck-Saison ohne Winterspeck an Ihnen vorüber zieht.

Foto: Credit: Hryciw/Corbis

Wenn die Tage kürzer werden, wird es gefährlich. Sofa und Schokolade, Weihnachtsfeiern und Familienessen, Gänsebrust und Butterstollen. Lecker. Und was zeigt die Waage an? Nichts, denn wir umschiffen sie. Fest steht, dass unser Gewicht saisonal leicht schwankt. Im Herbst und Winter bewegen wir uns weniger, nehmen aber gleichzeitig im Durchschnitt 90 bis 200 Kalorien täglich mehr auf als im Frühjahr und Sommer. Beliebt sind kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. "Vermutet wird, dass sie an dunklen Tagen den Serotoninspiegel ausgleichen und damit die Stimmung heben sollen", sagt Ernährungswissenschaftlerin Marlies Gruber, wissenschaftliche Leiterin des "Forum.Ernährung" in Wien. Auch Schlafmangel verstärkt unseren Appetit auf Kalorienreiches. Im Winter ist unser Schlafbedürfnis größer als im Sommer. Wird es nicht befriedigt, verändert sich der Spiegel von Hormonen wie Ghrelin und Leptin, die unser Sättigungsgefühl steuern. Wir haben schneller wieder Hunger. Leichte Schwankungen des Gewichts im Rhythmus der Jahreszeiten sind deshalb normal. Als Ausrede sollten sie jedoch nicht gelten; sonst wird aus einem halben bis einem saisonalen Kilo schnell mehr und dauerhafter Winterspeck. Um das zu verhindern, hilft es oft schon, regelmäßig körperlich aktiv zu bleiben. Ein etwas höheres Wintergewicht ist aber auch kein Grund, gleich in Panik zu geraten.

"Ein schlechtes Gewissen ist Gift für einen erfolgreichen Umgang mit dem eigenen Gewicht",

sagt Christoph Klotter, Professor für Ernährungspsychologie an der Hochschule Fulda. Er empfiehlt, vor allem im Winter und an den Feiertagen, eine flexible Kontrolle beim Essen. "Genuss ist ganz wichtig. Man darf sich etwas gönnen, wenn man gleichzeitig für einen Ausgleich sorgt. Wichtig dabei ist, diesen vorher zu planen: etwa, schon vor Weihnachten ein bisschen mehr Sport zu machen. Oder sich für den zweiten Feiertag einen dreistündigen Spaziergang vorzunehmen." Dann kann man auch ein großes Menü mit Freunden und Familie guten Gewissens entspannt genießen. Weitere Ausgleichsmöglichkeiten: beim Frühstück öfter mal nur zu Obst greifen und nach opulenten Schlemmereien am nächsten Tag mit Salat oder einer Suppe gegensteuern und so auch dem Verdauungssystem eine Erholung gönnen.

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  • Ein Artikel aus BRIGITTE Women Heft 11/2012
    Foto: Hryciw/Corbis
    Text: Katrin Steffens
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