Ernährungs-Wissen

Distelöl oder Lachs: Welches Fett ist gesund?

Fett muss sein, sonst kann unser Körper nicht wie geschmiert funktionieren. Aber welches Fett ist gesund und welches nicht?

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Foto: Silvana/Fotolia.com

Wir essen zu wenig Fett. Das klingt seltsam, aber es stimmt. Allerdings nur für bestimmte Fette: die Omega-3-Fettsäuren. Diese ungesättigten essenziellen Fettsäuren sind für unseren Körper lebensnotwendig; sie hemmen Entzündungen, regulieren den Herzrhythmus, senken Blutfettwerte und verbessern die Funktion von Botenstoffen im Gehirn. Da der Körper sie nicht selbst herstellen kann, sollten wir pro Tag auf jeden Fall ein Gramm dieser Fette verzehren. Das empfehlen die Ärzte. Doch im Durchschnitt kommt nur ein Zehntel davon auf unsere Teller.

Die wichtigsten Omega-3-Fettsäuren sind ALA (Alpha-Linolensäure), EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). ALA ist in Pflanzenölen enthalten, besonders in Leinöl, aber auch in Walnuss- und Rapsöl. EPA und DHA finden sich vor allem in fetten Seefischen wie Lachs, Hering oder Makrele.

Das Problem: Nur wenige Deutsche essen, wie empfohlen, mindestens zweimal pro Woche Fisch, um so ihren notwendigen Bedarf zu decken. Mit Pflanzenölen lässt sich jedoch nur begrenzt gegensteuern. Denn ALA ist bloß eine Vorstufe von EPA und DHA, und lediglich ein kleiner Prozentsatz der Omega-3-Fettsäuren pflanzlicher Herkunft kann im Körper umgewandelt werden. Behindert wird dieser Umwandlungsprozess zusätzlich durch Omega-6-Fettsäuren (beispielsweise die Linolsäure), die in fetter Wurst, Eiern, Distel- und Sonnenblumenöl in größeren Mengen enthalten sind. Da wir davon aber in der Regel eher zu viel als zu wenig essen, blockieren wir uns selbst die Verwertung notwendiger Nahrungsbestandteile. Um das zu vermeiden, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), grundsätzlich weniger Omega-6-Fettsäuren mit der täglichen Nahrung zu verzehren. Eine Möglichkeit: Raps-, Walnuss- oder Olivenöl statt Sonnenblumenöl zu verwenden. Optimal wäre, wenn das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren im Essen höchstens 5:1 betragen würde.

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  • Text: Sabine Thor-Wiedemann
    Foto: Silvana/Fotolia.com
    Ein Artikel aus BRIGITTE woman 12/12
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