Frauengesundheit

Mit der richtigen Ernährung besser durch die Wechseljahre

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Kritiker bezweifeln jedoch, dass westeuropäische Frauen, die erst in späteren Jahren ihre Ernährung umstellen, ebenso davon profitieren. Schaden können Soja-Isoflavone aber nicht, wenn sie in natürlicher Form mit der Nahrung aufgenommen werden, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgestellt hat. Frauen, die auf Soja allergisch reagieren, sollten jedoch besser auf einheimische Pflanzenhormon-Quellen zurückgreifen: Linsen, Bohnen, Erbsen und Leinsamen, die nebenbei auch noch gesunde Ballaststoffe liefern. "Ein Versuch lohnt sich immer", sagt Irmela Erckenbrecht, Ernährungsexpertin und Autorin des "Wechseljahre-Kochbuchs" ("Das Wechseljahre-Kochbuch" von Irmela Erckenbrecht, Pala-Verlag, 14 Euro). "Phytohormone können die typischen Hormonschwankungen in den Wechseljahren auffangen. Werden sie im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig gegessen, können sie die hormonelle Situation im Organismus positiv beeinflussen." Irmela Erckenbrechts persönlicher Tipp: fünf bis sieben Granatäpfel entkernen, zerkleinern und vier Wochen in 60-prozentigem Alkohol ziehen lassen, den Sud abseihen und ein- bis zweimal täglich 20 Tropfen nehmen.

Niedrige Energiedichte verhindert Übergewicht.

In den Wechseljahren verändert sich jedoch nicht nur die Hormonproduktion, sondern auch die Fettverteilung im Körper. Fett wird jetzt hauptsächlich im Bauchraum eingelagert. Hinzu kommt, dass bereits ab Mitte 20 der Energiebedarf kontinuierlich sinkt und die Muskelmasse durch fehlende Bewegung abnimmt. Eine 50-jährige Frau braucht täglich schon 400 Kalorien weniger als eine 25-jährige. Wer seine Ernährung nicht an den niedrigeren Grundumsatz anpasst, nimmt unweigerlich zu, Übergewicht droht. Alle, die ihr Gewicht halten wollen, sollten deshalb spätestens zu Beginn der Wechseljahre ihren Speisezettel entsprechend umstellen. "Weniger Kalorien dürfen aber nicht dazu führen, dass Frauen weniger Nährstoffe zu sich nehmen", sagt Dr. Andrea Flemmer, Ernährungsexpertin und Biologin aus München. "Wichtig ist deshalb, Nahrungsmittel zu wählen, die eine niedrige Energiedichte, also wenig Kalorien pro Gramm, haben und den Magen füllen." Als Faustregel gilt: Je mehr Wasser und je weniger Fett ein Lebensmittel enthält, desto geringer ist seine Energiedichte. Optimal sind Gemüse, Salat und Obst, am besten aus Bioanbau, dann können die Schalen problemlos mitverzehrt werden.

  • Ein Artikel aus BRIGITTE Women Heft 8/2012
    Text: Monika Murphy-Witt
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