Ernährungs-Wissen

Und Kaffee ist doch gesund!

Sie haben ein schlechtes Gewissen beim nachmittäglichen Latte Macchiato, weil es an dem Tag schon der dritte Kaffee ist? Nicht nötig! Neue Studien zeigen: Kaffee ist gesund.

  •  
  •  

Extra: Kleiner Coffeebar-Guide

Woran erkennt man einen richtig guten Cappuccino, und was unterscheidet Latte macchiato und Caffè Latte?

  • Espresso

    Foto: gusperus/photocase.com

    Perfekt zubereitet ist er fast ein wenig dickflüssig und wird in einer kleinen vorgewärmten Tasse serviert, die maximal zu zwei Dritteln gefüllt ist. Obendrauf ist die Crema, feiner Schaum, bei dem die Bläschen kaum zu erkennen sind.
  • Espresso macchiato

    Foto: Dudzinka/Fotolia.com

    Mit einer kleinen Haube aus Milchschaum, aber ohne "flüssige" Milch.
  • Cortado

    Foto: sf-foodphoto/iStockphoto

    Die spanische Variante des Espresso macchiato. Auf einen Café solo (nicht ganz so stark wie ein Espresso) kommt eine Milchschaumhaube, häufig auch ein kleiner Schuss Milch.
  • Cappuccino

    Foto: bungo/photocase.com

    Original italienisch zubereitet besteht er aus einem Espresso lungo (mit der doppelten Wassermenge gebrüht) und viel cremigem Milchschaum. Dieser ist zum Weglöffeln gedacht, beim Trinken vermischt er sich mit dem Espresso. Flüssige Milch oder Schokopulver auf dem Schaum haben in einem "echten" Cappuccino nichts zu suchen.
  • Latte macchiato

    Foto: contrawerkstatt/Fotolia.com

    Die "gefleckte (macchiato) Milch" sollte dreischichtig sein: unten Milch, darüber Espresso, oben Schaum. Der "Latte" enthält mehr Milch als ein Caffè Latte: Auf einen knappen Viertelliter kommt ein Espresso.
  • Caffè Latte

    Foto: creacart/fotolia.com

    Für den Frühstückskaffee der Italiener (Café au Lait in Frankreich, Café con Leche in Spanien, Galão in Portugal) werden zu gleichen Teilen starker Kaffee und heiße Milch gemischt. Auf Milchschaum wird oft verzichtet.

Morgens zum Frühstück gefiltert, nach dem Essen als Espresso, nach Feierabend im Latte macchiato und zwischendurch literweise aus der Büromaschine: Kaffee ist unser liebstes Getränk. Der Genuss geht dabei oft verloren. Dazu kommt die Sorge: Ist so viel Kaffee überhaupt gesund? Niemand muss auf das koffeinhaltige Getränk verzichten, wie Studien gezeigt haben.

Ein schlechtes Gewissen aus gesundheitlicher Sicht ist nicht angebracht, sagt Anna Flögel vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke. Die Ernährungswissenschaftlerin hat Daten von über 42 000 Studienteilnehmern, die seit rund 17 Jahren regelmäßig befragt werden, ausgewertet: "Das Ergebnis ist eindeutig.

Personen, die mindestens vier Tassen Kaffee am Tag tranken, hatten ein 23 Prozent niedrigeres Risiko, später an Diabetes Typ 2 zu erkranken, im Vergleich zu denen, die weniger als eine Tasse pro Tag tranken." Ebenfalls untersucht wurde die Auswirkung des schwarzen Wachmachers auf Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs. "Hier konnten wir keinen Zusammenhang feststellen. Das heißt, auch kein höheres Risiko", sagt die "Normal-Kaffeetrinkerin" (vier Tassen am Tag) Anna Flögel. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob Koffein enthalten ist oder nicht.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann Kaffeetrinken sogar einen Schutzeffekt haben. Das zeigte eine große Übersichtsstudie der Universität Neapel (Italien). Danach sank das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um 14 Prozent bei Personen, die ein bis drei Tassen Kaffee pro Tag tranken.

Sie interessieren sich für unsere Themen?
Kostenlosen Newsletter bestellen

Seite:

  1. 1
  2. 2
  • Ein Artikel aus BRIGITTE woman 10/12
    Text: Katrin Steffens
BRIGITTE WOMAN im Abo

Jetzt bis zu 30% sparen
und Geschenk sichern