Prävention

Immunabwehr stärken: Die besten Tipps von Experten

Das Immunsystem braucht ständig Training. Nur so kann es vor Krankheiten schützen. Unsere Experten verraten, wie Sie Ihre Immunabwehr effektiv stärken.

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Der Kneippmediziner, Dr. Hans-Jörg Ohlert, Chefarzt vom Sebastianum und Kneippianum Bad Wörishofen

Foto: Credit: Wackerhausen/iStockphoto

Regelmäßige Anwendungen mit kaltem Wasser wie Güsse und Waschungen können die Anfälligkeit für Infekte deutlich verringern. Sie stimulieren eine Vermehrung der Abwehrzellen im Blut. Daneben verbessern sie die Durchblutung der Nasen- und Rachenschleimhäute. Das macht die "Schleimhautbarriere" effektiver, Krankheitserreger haben es schwerer, in den Körper einzudringen. Wichtig ist, mit der "Abhärtung" frühzeitig zu beginnen, nicht erst, wenn die ersten Erkältungen grassieren. Die Kältereize sollten langsam gesteigert werden, damit man sich daran gewöhnt. So kann man nach der warmen Dusche die Wassertemperatur so weit herunterdrehen, wie es noch angenehm ist, und mit dem kälteren Strahl anfangs nur die Beine abbrausen. Mit der Zeit senkt man die Temperatur weiter, und der ganze Körper bekommt einen kalten Guss. Wirkungsvoll sind auch abwechselnd kalte und warme Fuß- und Armbäder. Und tägliche Spaziergänge bei jedem Wetter, im Herbst und Winter wegen des Lichts am besten um die Mittagszeit.

Die Biochemie-Expertin, Margit Müller-Frahling, Leiterin des Instituts für Biochemie nach Dr. Schüßler

Zur Stärkung der Abwehrkräfte eignet sich eine Immun-Aufbau-Kur. Dazu vier bis sechs Wochen lang jeweils fünf bis sieben Tabletten der Schüßler-Salze Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, Nr. 8 Natrium chloratum D6, Nr. 10 Natrium sulfuricum D6 und Nr. 21 Zincum chloratum D6 über den Tag verteilt lutschen. Bei Bedarf kann die Einnahme auch den ganzen Herbst und Winter fortgesetzt werden. Das wichtigste Stärkungsmittel für das Immunsystem ist das Salz Nr. 3. Bei einem akuten Infekt kann man alle fünf Minuten eine Tablette davon nehmen. Salz Nr. 8 stärkt die Schleimhäute und schützt sie vor Austrocknung. Nr. 10 unterstützt die Ausscheidung und die entgiftende Funktion der Leber. Und Nr. 21 stabilisiert nicht nur das Immun-, sondern auch das Nerven- und das Hormonsystem. Zusätzlich zu dieser Immunkur sollte die Haut in der kalten Jahreszeit regelmäßig mit biochemischer Lotion Nr. 1 eingecremt werden. Das macht sie widerstandsfähiger und unterstützt ihre Spannkraft.

Der Immunologe, Professor Roland Lang, Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Universität Erlangen

Zur Stärkung des Immunsystems wird vieles angeboten. Leider ist die Wirksamkeit der meisten Maßnahmen, Nahrungsmittel und Präparate nicht oder nur schlecht belegt. Besser ist es, alles, was die Abwehrkraft des Körpers schwächen kann, zu vermeiden: Stress, zu wenig Schlaf, Rauchen, zu viel Alkohol. Ebenfalls wichtig sind Hygienemaßnahmen. Erkältungs- und Grippeviren werden häufig durch Schmierinfektionen übertragen. Regelmäßiges Händewaschen schützt nachweislich. Antibiotika wirken nicht gegen Viren und sollten bei einer einfachen Erkältung definitiv nicht eingesetzt werden. Impfungen lassen das Immunsystem den Ernstfall trainieren und bauen ein schützendes Gedächtnis gegen bakterielle und virale Erreger auf. Es gibt zwar keine Impfung, die vor Schnupfen schützt. Aber Impfungen sind eine wirksame Schutzmaßnahme gegen eine Reihe von schweren Infektionskrankheiten, zum Beispiel gegen die Grippe, Influenza.

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  • Ein Artikel aus BRIGITTE Women Heft 11/2012
    Text: Monika Murphy-Witt
    Foto: Wackerhausen/iStockphoto
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