Wir halten einen traurigen Rekord: Nach Australien und der Schweiz ist Deutschland das Land, in dem Frauen am häufigsten Hautkrebs bekommen. Rund 15 000 Bundesbürger erkranken inzwischen pro Jahr, dreimal mehr als vor 20 Jahren, fast 60 Prozent davon sind Frauen. Dabei wäre es gar nicht so schwer, sich vor Melanomen, dem "schwarzen Krebs", zu schützen: in der Mittagszeit nicht in die pralle Sonne gehen, immer effektiven Sonnenschutz auftragen, möglichst wenig nackte Haut zeigen und um Sonnenstudios einen großen Bogen machen. Selbst an bewölkten Tagen sollte man nicht zu sorglos nach draußen gehen: Bei manchen Wolkenformen kann, wie Kieler Forscher gerade herausgefunden haben, die UV-Strahlung sogar intensiver sein als zu wolkenlosen Zeiten. Auch wenn Sonnenschutz nicht jedes Melanom verhindert - das Risiko senkt er gewaltig.
Genauso wichtig ist jedoch, die eigene Haut nicht nur zu waschen und zu cremen, sondern auch achtsam zu beobachten. Wer bereits vorhandene Leberflecke im Auge behält und auf neu entstehende achtet, hat gute Chancen, bereits Krebsvorstufen zu entdecken, die geheilt werden können.
Nicht alle nehmen die Vorsorge bei Hautkrebs wahr
Auch das Screening der Haut beim Hausarzt oder Dermatologen, das die Krankenkasse seit Kurzem alle zwei Jahre für über 35-Jährige bezahlt, sollte man wahrnehmen. Doch leider nehmen manche Ärzte die Untersuchung nicht allzu genau. So kommt es immer wieder vor, dass Patienten sich dafür nicht einmal ausziehen müssen. Einige Ärzte finden das für rund 21 Euro Honorar zu aufwendig. Dabei ist ausdrücklich die genaue Inspektion des gesamten Körpers einschließlich der Kopfhaut, der Zehenzwischenräume und der Fußsohlen vorgeschrieben. Denn Hautkrebs kann auch an Körperstellen auftreten, an die nie Sonne kommt. Wer das Gefühl hat, dass der Arzt nicht gründlich genug nachsieht, sollte ihn deshalb ruhig darauf ansprechen oder ihm gezielt einzelne Flecke zeigen. Durchgeführt werden darf die Untersuchung ohnehin nur in speziell qualifizierten Praxen (ausführliche Informationen und Adressen unter www.hautkrebs-screening.de).







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