Wechseljahre
Change-Yoga für die Lebensmitte

Wechseljahre: Zeit des Wandels und der Veränderung. Mit dem Change-Yoga hat BRIGITTE WOMAN exklusiv Übungen zusammengestellt, die die Hormone in Balance bringen.

In diesem Artikel:

Panta rhei, alles fließt, auch unser Leben. Doch um uns von diesem natürlichen Rhythmus tragen zu lassen, müssen wir bereit sein, Altes loszulassen. Die Kinder, die erwachsen werden und das Haus verlassen. Eltern, die krank werden und sterben. Vielleicht eine Partnerschaft, die längst keine mehr ist. Und natürlich unseren jugendlichen Körper, der sich durch die Umstellung der Hormone verändert. "Aber mit den Jahren kommt oftmals eine gewisse geistige Starrheit und Unbeweglichkeit, die den Menschen festgefahren und routiniert werden lässt", sagt Lucia Nirmala Schmidt, international anerkannte Yoga-Lehrerin, Atemtherapeutin und Gesundheitspädagogin aus Zürich. "Dann wird der freie Fluss der Lebenskraft behindert." Unzufriedenheit, körperliche und seelische Probleme können die Folgen sein. Neues zu wagen wird schwer. Stagnation statt Wachstum.

Körperliche und geistige Beweglichkeit durch Change-Yoga

Vor allem in Übergangsphasen, wie den Wechseljahren, gerät der Fluss des Lebens häufig ins Stocken. "In diesen Zeiten fällt es uns schwerer als sonst, die eigene Mitte zu finden und zentriert zu bleiben", sagt die ganzheitlich ausgerichtete Expertin. Andererseits brauchen wir gerade dann innere Stärke, um äußerliche Veränderungen akzeptieren und neue Wege einschlagen zu können. Eine große Herausforderung. Yoga kann helfen, sie zu meistern. Speziell für BRIGITTE WOMAN hat Lucia Nirmala Schmidt deshalb ein Yoga-Programm für die Lebensmitte entwickelt: Change-Yoga. Der Effekt: mehr körperliche und geistige Beweglichkeit und größere Offenheit für neue Perspektiven.

Mehr Gelassenheit und Ruhe, aber auch mehr Vitalität und Lebendigkeit. Und ganz nebenbei bringen die Übungen, die die Yoga-Lehrerin für unsere Fotoproduktion selbst vorgeführt hat,auch noch dieHormone wieder ins Gleichgewicht. Erreicht wird diese Wirkung vor allem durch Dehn- und Drehbewegungen der Wirbelsäule, die im Yoga als "Quelle ewiger Jugend" gilt. "Es heißt, dass das Alter eines Menschen nicht durch die Zahl der Jahre, die er gelebt hat, bestimmt wird", erklärt Lucia Nirmala Schmidt. "Entscheidend ist vielmehr die Flexibilität der Wirbelsäule." Ist sie über ihre ganze Länge harmonisch beweglich, wirkt sich das nicht nur auf die Muskulatur und den Muskeltonus positiv aus; auch die inneren Organe arbeiten besser, die Atmung ist tiefer, und der Körper wird dadurch besser mit Sauerstoff versorgt. Und nicht zuletzt befinden sich laut Yoga-Lehre in direkter Nachbarschaft zur Wirbelsäule die wichtigsten "Nadis", feinstoffliche Energiebahnen, und "Chakras", Energieballungszentren, die alle körperlichen, geistigen und emotionalen Bereiche unseres Seins beeinflussen. "Diese Energiekanäle werden durch die bewusste Atmung, Pranayama, bei allen Übungen gereinigt, regelrecht 'durchgepustet'. Anspannung und Stress werden abgebaut", sagt Lucia Nirmala Schmidt.

Mal die Perspektive wechseln

Hauptziel von Change-Yoga ist jedoch, die Wirbelsäule durch geschmeidige Bewegungen in alle Richtungen zu mobilisieren, optimal auszurichten, sie länger werden zu lassen, so dass Raum zwischen den Wirbelkörpern entsteht, und sie elastisch zu halten. Ist die Wirbelsäule im Lot, sind auch Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht. Und wir gewinnen dadurch ganz neue (Bewegungs-)Spielräume. Um diese wirklich zu nutzen, ist oft allerdings noch etwas anderes notwendig: ein neuer Blickwinkel aufs Leben, Einsichten, die Veränderungen möglich machen. Ein zweites wichtiges Element des Change-Yoga sind deshalb Umkehrübungen. "Sie stellen die Welt auf den Kopf. Herzensangelegenheiten und Bauchgefühl werden nicht mehr vom Verstand beherrscht. Allein dadurch sind sie perfekte Anti-Alltags-Haltungen", sagt Yoga-Expertin Schmidt.

Anfangs können diese Umkehrhaltungen - die bekannteste ist der Kopfstand - unangenehm sein (wann Vorsicht geboten ist, steht auf Seite 10). Sie können durchaus zu Schwindel und leichtem Unwohlsein führen, wenn man sich wieder aufrichtet. Ein Zeichen dafür, wie wirkungsvoll es ist, den Kopf auf die Erde und die Füße in die Luft zu bringen. Mit der Zeit gewöhnt sich der Kreislauf jedoch daran. Und: "Wer es schafft, öfter mal seinen Standpunkt und seine Perspektive zu verändern", sagt Lucia Nirmala Schmidt, "wird seinen Ängsten gelassener begegnen und mutig neue Wege beschreiten."

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  • Text: Monika Murphy-Witt
    Fotos: Nele Martensen
    Produktion: Bettina Lambrecht
    Haare und Make-Up: Ulrike Oestreich

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