Yoga
Bauch-Yoga: Kraft aus der Mitte

Betrachten Sie Ihren Bauch einfach mal als Energiezentrale. Bauch-Yoga stärkt Ihre körperliche und geistige Mitte. Zehn Übungen.

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In vielen Kulturen gilt der Bauch, unsere Körpermitte, als Zentrum der (inneren) Kraft: "Dan Tien" heißt er in China, "Hara" in Japan, indische Yogis nennen das Energiezentrum um den Nabel "Manipura". Doch außerhalb des asiatischen Raums wird kaum eine Körperregion so lieblos betrachtet wie der Bauch. Flach soll er sein - und gut.

Unsere Bauchyoga-Übungen gehen weit darüber hinaus. Zwar machen auch sie einen flacheren Bauch. Denn sie kräftigen alle Bauch- und Rückenmuskeln, die zusammen wie ein natürliches Korsett wirken. Das verbessert die Körperspannung und richtet auf. Darüber hinaus wirkt diese gerade Haltung positiv auf die innere Haltung. In der medizinischen Fachsprache nennt man das "Bodyfeedback". Außerdem werden drei sehr wichtige Energiezentren der indischen Chakren- Lehre angesprochen. Das erste Chakra (am Damm) ist verbunden mit Sicherheit und Vertrauen. Mit einem starken zweiten Chakra (zwei Fingerbreit unterm Nabel) verfügt man über Lebensfreude und Kreativität - laut indischer Philosophie auch im Lösen von Problemen. Das dritte Chakra, das Nabelchakra (Magengegend), steht für Macht, Ausdauer und Willensstärke.

Bauch-Yoga für inneren Halt

Was unser Bauch-Yoga-Programm von herkömmlichen BauchÜbungen unterscheidet, ist, dass die Beckenbodenmuskulatur immer mittrainiert wird. Dieser Muskelkomplex ist besonders bei Frauen eine anatomische Schwachstelle. Normalerweise hält er unter den Beckenknochen die inneren Bauchorgane (Gebärmutter, Darm, Blase) wie ein festes Netz in Position. Außerdem regelt er durch seine (An-)Spannung die Schließfunktionen. Wird der Beckenboden nicht oder falsch trainiert, verhält es sich wie mit allen Muskeln, sie verlieren mit der Zeit an Kraft. Die Folgen: Der Unterbauch wölbt sich vor, ein Hohlkreuz entsteht, was zu Rückenschmerzen und Haltungsschwäche führen kann. Bauchübungen wie Sit-ups trainieren die Bauchmuskulatur häufig nach außen, weil sie die innere Stärkung des Beckenbodens vernachlässigen.

Sich stabilisieren

Schlank und ausgeglichen in zwei Wochen - das verspricht niemand. Aber es lohnt sich, unser Programm als kleines Yoga-Highlight in Ihren Alltag einzubauen. Die Reihenfolge der Übungen können Sie dabei beliebig variieren. Übrigens: Eine Dehnung zu spüren ist in Ordnung, Schmerzen dürfen nicht auftauchen. Ändern Sie die Übung so ab, wie es bequem für Sie ist. Und wenn es heißt: "Den Nabel Richtung Wirbelsäule ziehen", ganz bewusst nur die tieferen unteren Bauchmuskeln anspannen. So wird die Lendenwirbelsäule stabilisiert. Wer möchte, macht die Übungen mit geschlossenen Augen und konzentriert sich auf den Bereich zwischen den Brauen (im Yoga: "Drittes Auge"). Das hilft, geistig in der Mitte zu bleiben. Die Übungen stammen übrigens aus dem Kundalini-Yoga, einer dynamischen und atemorientierten Yogaform.

Bevor es losgeht:

Finden Sie Ihren Beckenboden! Dazu Schließ- und Genitalmuskeln anziehen, nach innen anheben und dabei versuchen, die Po-Muskeln entspannt zu lassen.

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  • Fotos: Michael Neumann
    Produktion: Bénédicte Mohr
    Text: Angela Schöneck
    Programm und Konzept: Miriam Wessels, Karen Beigel
    Haare und Make-up: Amelie Holmberg
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